Rekord-Kulisse in Uslar-Fürstenhagen / Lokalmatador Sustrate auf Platz neun

„Franzi“ gewinnt Nachttrial

Ums Gleichgewicht bemüht: Lokalmatador Manfred Sustrate gerät mit seiner Maschine ins Straucheln. Er wurde Neunter.

Fürstenhagen. Der Sieger 2015 des alle zwei Jahre ausgetragenen Nachttrials in Fürstenhagen heißt Franz Kadlec (Beta), genannt „Franzi“. Der 18-jährige Bayer aus Reichersbeuern verwies seinen Vorgänger Mirco Kammel (Jotagas) auf den zweiten Platz. Der dritte Rang ging an den Sieger von 2011, Maxime Warenghien (GasGas) aus der Schweiz. Lokalmatador Manfred Sustrate (GasGas) verbesserte sich auf den neunten Platz.

Bei idealen Bedingungen gingen vor rund 1500 Zuschauern 14 Zweirad-Artisten in die Sektionen, darunter mit der 17-jährigen Theresa Bäuml (Ossa) aus Willingen erstmals eine Frau. Sie kam in dem international hochkarätig besetzten Feld auf Platz zwölf. Sie zeigte, dass auch Frauen diese artistische Form der Hindernisfahrt mit dem Motorrad beherrschen.

Nur ein einziger Strafpunkt

Dieser laue Sommerabend stand ganz eindeutig im Zeichen von Franz Kadlec. Der gebürtige Bad Tölzer, der auf seiner Erfolgsliste schon einen Europameistertitel und eine Vize-Weltmeisterschaft im Trial-Cup stehen hat, kassierte bei den vier Durchgängen nur einen einzigen Strafpunkt. Dass er auf der Fürstenhagener Schweineweide alles geben würde, hatte er schon bei der Fahrervorstellung gesagt: „Mein Ziel ist es zu gewinnen.“

Und dieses setzte er konsequent in die Tat um. Da konnte auch der Sieger von 2013, Mirco Kammel, nicht mithalten. Der Bielefelder kassierte sechs Strafpunkte, erreichte aber sein Ziel unter die Top drei zu kommen. Der erste auf dem Treppchen von 2011, der gebürtige Belgier und heute für die Schweiz startende Maxime Warenghien, musste zehn Strafpunkte in Kauf nehmen.

Lokalmatador Manfred Sustrate, der bei seinem ersten Start vor zwei Jahren noch mit Platz zwölf und damit den letzten Platz vorlieb nehmen musste, war mit seinem neunten Rang zufrieden. Er hatte vor dem Start noch gesagt, er wolle sich unbedingt verbessern. Und das gelang ihm auf seiner Maschine des Typs GasGas eindrucksvoll. Auf dem vorderen Reifen hatte er nur 0,4 bar Luftdruck gepumpt, auf dem hinteren lag er sogar nur bei 0,2. Damit krallten sich die Stollenreifen „wie nichts“ in die Hindernisse.

Sustrate, der im MSC Fürstenhagen auch als Sportleiter tätig ist, hatte zuvor mit seinen Vereinsfreunden noch wochenlang Felsen gestemmt. Mit rund 50 Tonnen Gestein hatten sie die Sektion drei völlig neu gestaltet.

Bemerkenswert war der fünfte Platz des Tschechen Jiri Svoboda (Sherco) mit 22 Fehlerpunkten. Er hatte noch bis 14 Uhr in seinem Heimatland einen Wettbewerb bestritten. Anschließend setzte er sich in sein Auto, fuhr die 500 Kilometer nach Fürstenhagen, bestritt dort bis nach Mitternacht den Nachttrial, um nach der Siegerehrung gleich wieder zurück nach Tschechien zur Fortsetzung des dortigen Wettbewerbs zu fahren. Leidenschaft pur! (zhp)

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