Eindrücke vom Motocross-Wochenende

Die kleine Stadt oberhalb des Dorfes

An der Spitze des Feldes: Cino Peter auf seiner Kawasaki. Foto: Henkel

Hinterm Ort geht es rechts rauf. „Motocross“, steht auf einem Schild. Der Weg führt in den Wald oberhalb Meckbachs. Dorthin, wo am Wochenende eine kleine Stadt aus dem Boden gewachsen ist.

Eine Stadt aus einigen Dutzend Wohnmobilen und Transportanhängern. Davor sind Sonnendächer aufgespannt, Campingtische und -stühle stehen darunter. Ein Idyll an einem warmen, wenn auch staubigen Sommertag.

Dann ist da dieses Röhren der Motoren. Die Stimme aus dem Lautsprecher, die den Start ankündigt: Die Klasse MX2 Jugend und die Damen sind dran. Die sammeln sich mit ihren Motocross-aschinen unterhalb des Städtchens am Hang. Drehen nervös am Gasgriff. Das Röhren wird lauter, wächst zusammen zu einem Soundteppich, der Sekunden später eine Staubwolke untermalt: Drei Dutzend Fahrerinnen und Fahrer sind auf der Piste.

Die ist 1,6 Kilometer lang und führt auf und ab. Über schnelle Geraden und enge Kurven. Am oberen Ende, direkt neben der Wohnmobil-Stadt, stellen sich den Fahrern zwei Sprünge in den Weg. Ein junger Mann im gelb-blauen Rennanzug meistert beide als Erster: Cino Peter heißt er, kommt vom MSC Frankenbach, fährt Kawasaki. Den zweiten Satz zieht er so weit in die Tiefe, dass die Maschine nicht auf ebener Erde, sondern schon auf dem Abhang landet, der hinunter in Richtung Start führt.

Kurz hinter ihm kommen die Verfolger, springen fast ebenso weit. Eine Staubwolke hüllt sie jetzt ein und die Zuschauer, die hinter der Absperrung stehen und ihre Fahrt fachkundig begutachten.

Das Feld hat sich auseinandergezogen. Und warum das so ist, sieht auch der Laie beim Blick auf die Sprünge, die diejenigen, die hinten liegen, bedeutend weniger waghalsig absolvieren.

Eine Viertelstunde und eine Runde lang fahren sie, und Cino Peter bleibt bis zum Ende vorn. Das Röhren nimmt ab, die Staubwolken legen sich. Ruhe kommt über die Stadt im Wald. Zeit für die Zuschauer, sich mit einer Bratwurst zu stärken.

Die Fahrer schieben ihre staubbedeckten Maschinen den Hang hinauf, ziehen sich unter die Sonnendächer zurück. Mineralwasser fließt in Strömen. „Um 16 Uhr geht’s weiter“, verkündet der Sprecher.

Von Rainer Henkel

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