Nörten-Hardenberger hofft auf Saisonstart Mitte April

Mit 140 PS in die Kurve! Julian Lüdecke fährt Motorradrennen

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Vollgas in Schräglage: Julian Lüdecke „bei der Arbeit“.

Nörten-Hardenberg - Der Nörten-Hardenberger Motorradfahrer Julian Lüdecke peilt in der Rennserie German Moto Masters in dieser Saison einen Platz unter den ersten 20 an. Wenn es in den sechs Rennen in Deutschland, Tschechien und der Slowakei gut läuft, könnte sogar ein Rang unter den besten Zehn herausspringen. Planmäßig beginnt die Saison Mitte April, wenn es die Situation rund um das Coronavirus zulässt.

Zurzeit baut der 27-jährige Amateur-Rennfahrer seine Maschine, eine Yamaha R6 mit 600 Kubikzentimetern Hubraum, neu auf. Dabei wird er von den Rennsportlern Christian Jaross (27) und Max Kremser (27) aus Hannover unterstützt. „Ich schätze, dass die Maschine zwischen 130 und 140 PS haben wird. Das werden wir aber erst auf dem Prüfstand feststellen“, sagt Lüdecke, der seit seinem 16. Geburtstag auf zwei Rädern unterwegs ist.

Beim ersten Start in der Rennserie im vergangenen Jahr lag die Leistung des zwischendurch komplett zerlegten Motorrades bei 127 PS. Mit ein paar mehr Pferdestärken und den Erfahrungen aus dem ersten Rennjahr hofft der gelernte Mechatroniker für Kältetechnik nun auf eine bessere Platzierung. Vergangene Saison wurde er 27. von 40 Startern.

Vor dem Start in die neue Saison muss die Yamaha R6 neu aufgebaut werden. Das machen Julian Lüdecke (links)und seine Freunde Max Kremser (Mitte) und Christian Jaross in einer Garage. Fotos: Hans-Peter Niesen

Nicht nur mehr Leistung, auch eine verbesserte Abstimmung und Ergonomie sollen dem 1,82 Meter großen und 80 Kilogramm schweren Rennfahrer einen Sprung nach vorn ermöglichen. Das erste Rennen ist im tschechischen Brünn (17. bis 19. April) geplant. Die weiteren folgen im tschechischen Most (8. bis 10. Mai und 21. bis 23. August), auf dem Lausitzring (20. und 21. Juni), auf dem Slovakia-Ring (17. bis 19. Juli) sowie zum Abschluss in Oschersleben (25. und 26. September).

„Letztes Jahr war ich rund 7000 Kilometer unterwegs und habe einen Großteil meines Urlaubs investiert“, sagt Julian Lüdecke. Das dürfte auch in diesem Jahr so werden. An seinem Sport faszinieren ihn die Technik, die Geschwindigkeit und das sportliche Kräftemessen mit der Konkurrenz. „Wenn jemand ein schnelles Motorrad hat, will er auch schnell fahren.“ Darin sind sich der Nörtener und seine Freunde einig. Das ist ihren Erfahrungen zufolge in Rennen weniger gefährlicher als im Straßenverkehr. Lüdecke: „Lieber im Rennen stürzen. Das geht meist glimpflicher als im Straßenverkehr aus.“ Richtig gefährlich wird es seinen Erfahrungen zufolge insbesondere dann, wenn jemand im Gedränge des Starts stürzt. „Dann ist die Gefahr groß, überrollt zu werden.“

Gefahren wird im Rennen nach dem Prinzip „Vollgas oder kein Gas.“ Dafür ziehen die Fahrer Slicks auf. Also Reifen ohne Profil, die vorgeheizt werden, um auf dem Asphalt den nötigen Grip für hohes Tempo insbesondere in den Kurven entwickeln zu können. Dass bei diesen Geschwindigkeiten entsprechend viel Sprit verbraucht wird, liegt auf der Hand. „Der Verbrauch ist fünf- bis sechsmal so hoch wie im Straßenverkehr“, sagt Lüdecke.

Jetzt steigen die Vorfreude und das Lampenfieber auf den ersten Start in diesem Jahr. Vorsorglich wünschen Lüdeckes Freunde schon mal: „oben bleiben!“

Wer sich über die Möglichkeiten des Rennsports informieren möchte, kann dies im Internet beispielsweise unter www.racing4fun.de. 

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