Die 15-jährige Roxanne Treuberg aus Breitenbach fährt erfolgreich im Tourenwagen

Die schnelle Nummer 18

Dreimal Roxanne Treuberg: Die Bebranerin ist im Motorsport ganz in ihrem Element. Ihr Kia Picanto mit der Nummer 18 ist an der pinkfarbenen Schnauze zu erkennen. Fotos: nh

Breitenbach. Sie ist 15 und verflixt schnell unterwegs: Bis auf 160 Kilometer pro Stunde beschleunigt der Kia Picanto, den Roxanne Treuberg fährt. Das Auto mit der Startnummer 18 und der markanten lilafarbenen Schnauze hat 120 Pferdestärken unter der Haube – und damit einige mehr als die Serienausführung des südkoreanischen Wagens.

Die junge Breitenbacherin fährt ihn im Kia Lotos Cup, einer polnischen Rennserie, die europaweit unterwegs ist. Es sind ihre ersten Rennen nach einer siebenjährigen Karriere im Rennkartsport, bei der sie Erfolge auf regionaler und überregionaler Ebene sammelte. „Danach stand ich vor der Wahl, ob ich in den Formelsport wechseln wollte“, erinnert sie sich. Doch die Rennserie, in der auch Mick Schumacher, der Sohn des Formel-1-Idols, unterwegs ist, wäre finanziell kaum zu stemmen gewesen, wendet Roxannes Vater Udo Treuberg ein.

Von ihm hat die 15-Jährige mit Sicherheit auch die Liebe zum Motorsport: Treuberg fuhr lange Jahre Rallye und hat in seiner Motorsport-Vita sogar einen Start bei einem WM-Lauf in Portugal stehen. Er bgeleitet seine Tochter zu den Rennen.

Der Kia Lotos Cup ist eine Tourenwagenserie. Gefahren werden sechs Läufe von je zwei Rennen, erklärt Roxanne Treuberg. Meist sind die Rennen in Motorsportwochenenden eingebettet. So kommen mehr Zuschauer. Gefahren wird unter anderem im belgischen Spa und auf dem Hungaroring in Budapest. Die meisten Fahrer der Serie sind unter 20. Roxanne zählt zu den Jüngsten – und hat damit ein entscheidendes Problem: Sie kann in Deutschland nicht so einfach trainieren, da sie keinen Führerschein hat. Das geht nur auf einer abgesperrten Strecke.

Dennoch schlägt sie sich gut. Zwar gab es bei den bisherigen Starts immer wieder Probleme mit dem Reifendruck, auch warfen sie Unfälle zurück. „Da konnte ich leider nicht zeigen, was ich draufhabe“, bedauert sie. Aber sie pocht darauf, „dass ich, wenn ich durchgekommen bin, immer von meinem Startplatz aus nach vorn gefahren bin“.

Ihren Fahrstil beschreibt die 15-Jährige dabei als „nicht vorsichtig, aber bewusst. Ich gehe mit dem Auto so um, dass ich durch die Kurve komme.“ Ihr Kia Picanto Morning hat einen Rennsitz. In ihrem Überrollkäfig sitzt sie wie in einer Zelle. „Ich fühle mich sicher“, sagt Roxanne Treuberg.

Ein viel größeres Problem: das Geld. „Ein Rennwochenende kostet an die 2000 Euro“, rechnet Udo Treuberg vor. Reparaturen stehen nach fast jedem Rennen an. Im Team sind außer Roxanne zwei weitere Fahrer. Drei Mechaniker kümmern sich um den Kia. Firmen, die das Motorsporttalent unterstützen wollen, wären jederzeit willkommen. Die Serie geht an diesem Wochenende zu Ende.

Ihren Schritt zur Tourenwagenserie hat die Breitenbacherin nicht bereut. Sie schwärmt von der Fairness und Kollegialität unter den Fahrern, die ihr zum Ende ihrer Zeit im Kartsport gefehlt habe. Und nächste Saison soll es auch weiter nach vorn gehen. Udo Treuberg sagt: „Das erste Jahr war zum Vorbereiten, das zweite ist zum Angreifen.“

Von Rainer Henkel

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