Rallye Bad Emstal

Nach Schüssen auf Streckenposten in Bad Emstal: Motorsportler sind schockiert 

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Sieger: Rudolf Reindl und Michael Ehrle waren die Schnellsten bei der 22. ADAC Rallye Bad Emstal. Zuvor fielen am Samstag die Schüsse. Mit einer Softair-Pistole wurde ein Mann in Bad Emstal am Hals von einem Gummigeschoss getroffen. 

Die Schüsse aus Softair-Waffen, bei denen ein Streckenposten verletzt worden war, sorgen beim MSC Bad Emstal und den Motorsport-Freunden der Region für Schock und Empörung.

„Wir sind schockiert und verurteilen dieses Verhalten auf das Schärfste“, erklärte die MSC-Vorsitzende Nina Becker nach der Emstal-Rallye.

Kriegsspiele zweier Männer, die mit der Sportveranstaltung überhaupt nichts zu tun hatten, sorgen beim MSC Bad Emstal und den Motorsport-Freunden der Region für Wirbel. „Wir sind schockiert und verurteilen dieses Verhalten auf das Schärfste“, erklärte die MSC-Vorsitzende Nina Becker, nachdem während der 22. Rallye Bad Emstal zwischen Zierenberg und Burghasungen bei Schüssen mit Softair-Waffen auf Rennfahrzeuge und Personen geschossen worden war. 

Ein ehrenamtlicher Streckenposten wurde am Samstag von einem Gummigeschoss am Hals verletzt. Gegen den vor Ort gestellten Schützen, einen 27 Jahre alten Mann aus Wolfhagen, der nach Polizeiangaben betrunken war, wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Becker („wie können Menschen nur so etwas tun?“) ist nun wie ihr Vorgänger Manfred Lengemann in Sorge, „dass unsere engagierte ehrenamtliche Arbeit in einem schlechten Licht erscheint und der Motorsport an sich Schaden nimmt“. Während es anderswo in der Vergangenheit gelegentlich Proteste von Umweltschützern insbesondere gegen Rallye-Organisatoren gegeben hatte, hätte der MSC mit Erfolg die Gespräche mit Ortsbeiräten, Bauern und Anwohnern zur Abstimmung aller Interessen gesucht. Becker: „Und wir hatten auch nie wirkliche Probleme. Das liegt uns am Herzen, wir wollen ein vernünftiges Miteinander.“

Aber: „Nun haben wir den Schaden und die Diskussion, obwohl wir gar nichts können für solche Aktionen.“ Zweier Männer, die im Wald von den Ordnungskräften zunächst als normale Besucher wahrgenommen wurden. Und die ihre Schussübungen erst begannen, als die Rallye bereits lief und die Autos in Abständen mit hohem Tempo vorbeisausten. Zum Glück, so Becker, haben die Rennfahrer nicht über Treffer oder brenzlige Situationen während der Fahrt berichtet. Schließlich konnte das Rennen sportlich ohne Beeinträchtigungen abgewickelt werden. Die Schnellsten waren Rudolf Reindl/Michael Ehrle aus Lohkirchen und Schmalkaden vor Jörg Schuhei/Tanja Timmer (Fulda) und den Vorjahressiegern Michael Bieg/Dietmar Moch (Obernberg).

Auch beim ADAC Hessen/Thüringen wird mit Kopfschütteln auf die Schüsse reagiert. „So etwas hat es zum Glück noch nie bei einer Veranstaltung gegeben und wird auch hoffentlich nie wieder vorkommen“, erklärte Pressesprecher Cornelius Blanke (Frankfurt). Er geht davon aus, dass die beiden Wolfhager Schützen keine Motorsport-Enthusiasten sind, „denn unsere Fans sind fasziniert und mit großer Begeisterung bei der Sache“.

Softair: Nachbildungen realer Waffen

Softair-Waffen sind häufig Nachbildungen realer Schusswaffen, aber als „Spielzeug-Geräte“ bis zu einer gewissen Druckentwicklung für Personen über 14 Jahre teilweise frei erhältlich. Verschossen werden mittels Federdruck, Gas oder eines elektromechanisch betriebenen Druckluftsystems Rundkugeln aus verschiedenen Materialien, häufig Kunststoff. Ihr Gewicht variiert zwischen 0,12 und 2,10 Gramm. Die verursachten Verletzungen sind meist oberflächlich. Das Verletzungsbild reicht meist von Quaddeln bis hin zu punktuellen Hämatomen. Eine Schutzausrüstung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber in allen Fällen ratsam und bei offiziellen Airsoft-Veranstaltungen obligatorisch. (sam)

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