Handball-Bundesliga

MT Melsungen siegt 29:28 bei den Füchsen Berlin – Gleb Kalarashs Kracher im Krimi

In Abwehr und Angriff gefordert: Melsungens Gleb Kalarash (Mitte, hier gegen die Berliner Lasse Andersson und Mijajlo Marsenic) erzielte einige Tore für die Gäste – und vor allem das 29:28.
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In Abwehr und Angriff gefordert: Melsungens Gleb Kalarash (Mitte, hier gegen die Berliner Lasse Andersson und Mijajlo Marsenic) erzielte einige Tore für die Gäste – und vor allem das 29:28.

Das Beste zum Schluss: Kurz vor dem Jahreswechsel feierten die Bundesliga-Handballer der MT Melsungen bei Titelanwärter Füchse Berlin einen unerwarteten 29:28 (15:17)-Sieg.

Kassel – Das Beste zum Schluss: Kurz vor dem Jahreswechsel feierten die Bundesliga-Handballer der MT Melsungen bei Titelanwärter Füchse Berlin einen unerwarteten 29:28 (15:17)-Sieg. Den entscheidenden Ball verwandelte einer, bei dem Torewerfen eigentlich nicht zur Kernkompetenz gehört: Gleb Kalarash war drei Sekunden vor Ende nach einem Konter vom Kreis erfolgreich.

Mindestens genauso wichtig war kurz zuvor eine Parade des starken Silvio Heinevetter im MT-Tor gegen Lasse Andersson. „Wir haben endlich mal einen Großen geschlagen“, freute sich „Heine“ am Sky-Mikrofon.

Aber der Reihe nach. Um die Stimmung in der Max-Schmeling-Halle noch etwas anzuheizen, gaben die Berliner vor dem Spiel die Vertragsverlängerung des Kroaten Marko Kopljar bis zum Sommer 2024 bekannt. In der Startsieben tauchte bei den Füchsen aber im rechten Rückraum Fabian Wiede auf. Der zuletzt fehlende Linkshänder stand seinem Coach Jaron Siewert nach überstandenen muskulären Problemen wieder zur Verfügung.

Nationalspieler im Duell: MT-Torjäger Julius Kühn (rechts) gegen Fabian Wiede.

Bei den Melsungern rückte der Russe Kalarash anstelle des gesundheitlich angeschlagenen Arnar Freyr Arnarsson in die Anfangsformation. Und war nach dem 1:0 durch Kai Häfner Schütze des Melsunger 2:1 und 3:1 (4.). Es wurde aus MT-Sicht sogar noch besser: Elvar Örn Jonsson nutzte einen schnellen Gegenstoß zum 4:1 (5.).

Ärgerlich nur: Der Vorsprung der MT, bei der Tobias Reichmann auf Rechtsaußen diesmal den Vorzug vor Timo Kastening erhielt, war schnell futsch. Wiede (2) und Hans Lindberg brachten ihr Team erstmals in Führung (9., 6:5). Doch den Zwischenspurt der Hauptstädter konterte Melsungen mit Treffern von Domagoj Pavlovic und Reichmann sowie Paraden des Ex-Berliners Heinevetter. Den Füchsen war durchaus ein gewisser Respekt vor der MT-Deckung anzumerken.

Allerdings hatten auch die Gäste mit der Abwehr der Berliner und deren Schlussmann Dejan Milosavljev so ihre Probleme. Melsungens Coach Roberto Garcia Parrondo entschied sich deshalb früh dafür, mit dem siebten Feldspieler anzugreifen. Doch sein Team verzeichnete trotzdem zunächst selten vernünftige Abschlüsse.

Die Schwächen nutzten die Füchse, um zu leichten Toren aus erster und zweiter Welle zu kommen. Da zudem Berlins Rückraumschütze Andersson glänzend aufgelegt war, ging der Favorit mit 16:12 in Front (26.). Immerhin konnte die MT durch Julius Kühn und Reichmann, der ins verwaiste gegnerische Gehäuse traf (29.), wieder verkürzen. Ein Mutmacher zudem: Nach der bereits zweiten Melsunger Auszeit von Parrondo sieben Sekunden vor dem Wechsel markierte Pavlovic das 15:17.

Kurz nach Wiederbeginn verkürzte Reichmann auf 16:17 (32.). Zwar ließ eine Antwort der Berliner nicht lange auf sich warten, die MT war aber nun voll im Spiel. Das galt für Heinevetter genauso wie für Kühn und Kalarash. Es zeichnete sich eine spannende Schlussphase ab, nachdem Kühn, Alexander Petersson, Kalarash und Yves Kunkel aus dem 21:24 ein 25:24 gemacht hatten (50.). „Tolle Moral der Melsunger“, stellte Sky-Kommentator Karsten Petrzika fest.

Der Ausgang war vollkommen offen. Zumal Heinevetter an alter Wirkungsstätte immer besser wurde. Sogar einen Strafwurf des Siebenmeterspezialisten Hans Lindberg parierte der 37-Jährige (53.). Gegen Ende traf Kapitän Häfner gute Entscheidungen, so dass die MT zwei Minuten vor Schluss 28:27 vorn lag. Doch 50 Sekunden vor Ende drohte den Nordhessen nach einem Fehlwurf von Kühn eine Niederlage. Aber die Gäste haben ja noch einen Heinevetter und einen Kalarash. (Björn Mahr)

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