Trainer-Legende wird am Montag 68 Jahre alt

Klaus Wächter: Mutter Teresa mit Fußball-Herz

Der ehemalige Fußballtrainer Klaus Wächter mit seiner Ehefrau Heike.
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Fußballverrückt: Der ehemalige Fußballtrainer Klaus Wächter mit seiner Ehefrau Heike.

Es gibt Menschen, über die gesprochen wird, wenn sie gar nicht im Amt sind. Dazu zählt Klaus Wächter. Doch mehr als die sportliche Seite seiner Laufbahn leuchtet die menschliche Komponente.

Bad Hersfeld – Klaus Wächter ist alles andere als ein langweiliger Mensch. Er polarisiert wie kaum ein Zweiter. Und ist sich dessen bewusst. Manche sagen, er sei ein Sprücheklopfer. Mag sein.

Das aber ist reichlich oberflächlich betrachtet. Denn hinter all seinen Aussagen steckt eine Basis. In ihnen wohnen Witz. Fundament. Urteilskraft. Er hat Fußball nicht erfunden und möchte ihn nicht neu erfinden, aber jeder spitzt seine Ohren, wenn sich Wächter äußert. Sein Wort hat Gewicht in der heimischen Fußballszene. Noch immer.

Seine andere Seite, die menschliche, beschreibt seine Ehefrau Heike. Die kennt ihn ein Leben lang. Auf dem Fußballplatz haben sie sich einst kennengelernt. Wie sollte es auch sonst gewesen sein. In Widdershausen war das, im Rahmen eines Testspiels. Der junge Mann aus Lengers – und die junge Frau aus Wölfershausen. Fast ein halbes Jahrhundert ist das her. Klar, dass sie hier seine Vorzüge herausstellt, mögen manche sagen. Doch es sind auch Schwächen und Anfälligkeiten versteckt. Heike Wächter spricht aus ganzem Herzen. Auch sie hat Fußball geatmet.

„Unsere Familie ist einfach gaga“, sagt sie. Christina, die ältere Tochter, ist mit Jochen Thierling, einem einst bekannten Keeper im Kreis, verheiratet. Auch Franziska, die jüngere Tochter, hat sich einen Torwart geangelt. Es ist fast untertrieben, wenn man sagt, Fußball spiele im Leben der Familie eine sehr große Rolle. Was ihren Ehemann betrifft, schiebt Heike nach: „Das kann man alles nur machen, wenn man verrückt ist.“ Fußball-verrückt. Einst hieß es, Klaus Wächter habe Fußball im Blut. „Auch jetzt, wo er nicht mehr Trainer ist, versucht er sich immer mit einzubringen. Das macht ihm immer noch Spaß.“

Ihr Mann sei ein Kümmerer. Ein Helfer. Mit Sozialmeise. Als aktuelle Beispiele gelten die ehemaligen Neuensteiner und baldigen Eiterfelder Kicker Sorin Leucuta und Alex Moise. Vor allem Sorin habe Unterstützung benötigt. „Klaus kümmert sich ums Kindergeld, auch ums Bankkonto. Er macht das aus sozialen Zwecken. Er hat ein Helfer-Syndrom. Wie Mutter Teresa.“ Klaus selbst sagt, das sei eine kleine Schwäche. Bisweilen sei er ausgenutzt worden. Egal, Klaus mache das von sich aus. „Und er ist mit Herz dabei.“ Er habe ihnen auch Flüge in ihre rumänische Heimat gebucht.

„Wenn man merkt, es ist Stabilität eingekehrt in ihrem Leben, weiß man, dass man es gerne gemacht hat“, ist Wächters Credo. Es hört sich wie ein Stückchen Lebensaufgabe an. „Man ist als Mensch gefordert. Auch der Verein ist gefordert“, zapft er soziale Befindlichkeiten an. „Stell dir vor, du bist im Ausland. Da muss dir doch auch einer helfen.“ Klaus, der Integrationsfaktor.

Wer Wächter sagt, meint auch Mallorca. Oder Fuerteventura. „Ich war bestimmt 50-mal auf Malle.“ Auch die Nähe zur Balearen-Insel habe sich durch den Fußball ergeben, durch unzählige Mannschaftsfahrten. „Mit der Familie haben wir Urlaub an der Küste gemacht“. Doch die Nachbarinsel hat es Wächters noch mehr angetan. „Fuerte ist so mein kleines Paradies. Das haben wir im vergangenen Jahr entdeckt.“ Abschalten, sich runderneuern, sich verlieren - all das treffe den Charme der Insel. „Wir haben uns des Öfteren unterhalten, dort längere Zeit zu verbringen“, lässt er sein Herz mal nicht auf dem Fußballplatz.

Und zu Hause wartet sein Enkel Julian, ein achtjähriger, talentierter Kicker der JSG Solztal. Klaus Wächter will ihn voranbringen. So oder so: Fußball lässt ihn nicht los. Und Heike spielt mit.

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