Verein will Familie des Verstorbenen unterstützen

Nach Tod des Wattenbacher Fußballers Uli W. herrscht große Betroffenheit

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Der Sportplatz Hertingshausen: Hier ereignete sich kürzlich ein dramatischer Todesfall auf dem Fußballplatz.

Wattenbach. Nach dem Todesfall des Wattenbacher Fußballers Uli W. in der Partie der Kreisliga B1 zwischen Hertingshausen II und der TSG Wattenbach II steht die heimische Fußball-Szene unter Schock.

Wir haben Reaktionen nach dem tragischen Tod des sympathischen Menschen und Fußballers gesammelt.

Der Vorfall beim TSG Wattenbach

In Hertingshausen war etwa eine Stunde gespielt, als der 56 Jahre alte Wattenbacher Fußballer Uli W. wie aus dem Nichts zusammenbrach. Mitspieler und Zuschauer dachten zunächst, er hätte sich verletzt. An der Auswechselbank stand der Trainer der ersten Hertingshäuser Mannschaft, Fabian Reitze.

Er schnappte sich eine Wasserflasche, um dem am Boden liegenden Akteur zu helfen. Er eilte zu ihm und stellte fest, hier ist etwas nicht normal. „Es war eine gespenstische Situation, sofort waren Ersthelfer bei dem am Boden Liegenden“, erinnert sich Reitze einen Tag danach. Der Schiedsrichter der nachfolgenden Partie, Alfred Ottlik, und ein Ihringshäuser Betreuer führten sofort eine Erstversorgung durch. „Ich war geschockt und überließ den Fachleuten das Feld. Nun kamen schon die Söhne zu ihrem Vater, und es galt nun, sich um die Jungs zu kümmern. Dann kam sehr schnell der Rettungswagen, und die Sanitäter taten alles, um den 56-Jährigen zu retten“, sagt Reitze. Auf dem Sportplatz standen nun mehr als 100 Menschen und hofften und bangten um das Leben von Uli W. - doch jede Hilfe kam am Ende zu spät. Der Fußballer starb auf dem Platz.

Ehemaliger Trainer Lothar Alexi unendlich traurig

Als Lothar Alexi (Coach von Verbandsligist CSC 03 Kassel) 1991 Trainer des damaligen Gruppenligisten TSG Wattenbach wurde, war Uli W. Kapitän der Mannschaft. Mit ihm gelang der Aufstieg in die damalige Landesliga. Ein Jahr spielte er noch für den Verein in der Liga, ehe der Spieler aus beruflichen Gründen seine Laufbahn beendete. W. war Optikermeister und entsprechend eingespannt. „Jede Brille, die ich auf meiner Nase trage, hat er für mich angepasst“, sagt Alexi.

Und weiter: „Uli war in jeder Hinsicht ein Vorbild, auch zwischenmenschlich hat es mit ihm sofort hingehauen. Er war einer der besten Menschen, die ich je kennengelernt habe.“ Vor Kurzem erst beim Spiel der Traditionsmannschaft hatten sie sich am Brand gesehen. Alexi steht mit seinen ehemaligen Spielern in Kontakt und sagt: „Wir sind alle unendlich traurig und betroffen.“

Mitstreiter Heiko Rose ringt noch um Fassung

Seit er 1992 zum TSG Wattenbach kam, kannten und schätzten sich Heiko Rose und der Verstorbene. „Wir haben so manche Schlacht geschlagen und auch oft zusammen gefeiert. Uli war so oft er konnte bei Spielen der TSG anwesend. Vor allem feuerte er seine beiden Söhne an, mit denen ich zusammen noch in der zweiten Mannschaft regelmäßig kicke“, erinnerte sich Rose.

Auch am Sonntag stand er zusammen mit Uli W. auf dem Platz. Zu den dramatischen Geschehnissen kann er rückblickend kaum Stellung nehmen. „Es läuft alles ständig wie ein Film an mir vorbei, ich könnte nicht mal Auskunft darüber geben, wie es passiert ist“, sagt Rose und ringt noch immer um Fassung.

TSG Wattenbach will Familie des Toten unterstützen

„Ich werde heute Abend alle Spieler über das Geschehene und die weiteren Abläufe informieren“, sagte Abteilungsleiter Walter Krug am Montagabend. Er ging am Montag wie viele Wattenbacher zur Arbeit, um nicht ständig mit den Geschehnissen konfrontiert zu werden.

Der TSG-Vorsitzende Ralf Koch ergänzt die Aussagen des Verantwortlichen der Fußball-Abteilung: „Anschließend werden wir gemeinsam unser weiteres Vorgehen beraten, aber eines ist klar: Wir werden als Wattenbacher Verein zusammenstehen und die Familie des Verstorbenen mit allem unterstützen, was in unserer Macht steht.“

Redaktionen nach dem Todesfall auf dem Fußballplatz

  • „Wir sprechen der Familie und der TSG „Glück Auf“ Wattenbach unser aufrichtiges Beileid aus und wünschen viel Kraft und Stärke in dieser schweren Zeit.“ (KSV Hessen) 
  • „Da rückt alles in den Hintergrund. (...) Wir wünschen der Familie sowie Freunden und den Sportskameraden viel Kraft in der schweren Zeit.“ (KSV Baunatal)  
  • "Unsere Gedanken und Gebete sind bei euch in diesen Stunden und Tagen. Gebt euch gegenseitig Kraft und haltet zusammen! Auf dass man euren Uli nie vergisst! Alles erdenklich Gute!“ (TSV Heiligenrode)  
  • „Mit tiefer Bestürzung hat der Fußballkreis von dem tragischen Tod des Spielers Ulrich W. von der TSG Wattenbach Kenntnis genommen. Der Fußballausschuss trauert um einen langjährigen Fußballer. Unser Beileid geht an die Familie und den TSG Wattenbach. (Kreispressewart Ömer Demiray)

Von Horst Schmidt

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