Fußball-Bundesliga: Wolfsburgs Trainer McClaren poltert gegen Manager Hoeneß

Der nächste Rückschlag

Wie sein Team ins Straucheln geraten: Dortmunds Mario Goetze (li.) gewinnt den Zweikampf mit Wolfsburgs Ashkan Dejagah, dessen VfL vom Spitzenreiter vorgeführt wurde. Foto: dapd

Wolfsburg. Zum Ende der Wechselfrist scheint die Geduld von Wolfsburgs Trainer McClaren aufgebraucht. Erst ein neuer Spieler ist eindeutig zu wenig in den Augen des Engländers. Manager Hoeneß arbeitet aber wohl fieberhaft an weiteren Neuen. Unter anderem Farfán soll kommen.

Steve McClaren war bedient. Das deutliche 0:3 gegen Borussia Dortmund setzte dem Coach des VfL Wolfsburg dabei weniger zu. Der Engländer war angefressen, weil er gegen den Spitzenreiter der Fußball-Bundesliga mit einem in seinen Augen nicht adäquaten Kader auskommen musste: „Unser aktueller Kader ist nicht groß genug und hat nicht genug Qualität.“

Kurz vor dem Ende der Wechselfrist am heutigen Montag scheint McClaren mit seiner Geduld am Ende. „Ich habe schon vor drei oder vier Wochen gesagt, dass wir neue Spieler brauchen“, polterte er. Trotz aller Ankündigungen von Manager Dieter Hoeneß stehen fünf Abgängen - unter anderem von Superstar Edin Dzeko - erst ein Neuer gegenüber: Die relativ unbekannte Leihgabe Dieudonné Mbokani vom AS Monaco.

Große Unruhe beim VfL

Konfliktpotenzial birgt auch die Forderung McClarens nach deutlich mehr als einem Neuzugang. „Wir brauchen ein paar Spieler. Zwei Tage bleiben uns. Hoffentlich arbeiten wir hart daran“, gab McClaren Hoeneß unmissverständlich mit auf den Weg. Der VfL-Manager hatte bislang immer nur von noch einem, „vielleicht auch zwei Spielern“ gesprochen.

Im Raum steht auch der unausgesprochene Verdacht, Hoeneß habe nach schlechter Hinrunde erst den Rückrundenstart abgewartet. Schließlich hätte ein anderer Coach bei einer Entlassung McClarens womöglich andere Spieler gewollt. Doch auch nach der Pleite am Samstag bleibt der Engländer vorerst im Amt. Da die Transferfrist heute abläuft, sind die noch zu tätigen Transfers weiter mit McClaren abzusprechen.

Stellung bezog Hoeneß nicht. Entgegen seiner Gepflogenheiten trat er am Samstag nicht vor die Presse. Von „mehreren Besprechungen“ war die Rede. Auch Gerüchten über eine Verpflichtung von Schalkes Jefferson Farfán ließ der VfL unkommentiert. Deutlicher wurde zeitgleich Schalkes Trainer Felix Magath. Auf die Frage, ob ein Angebot des VfL vorliege, sagte Magath: „Es könnte sein. Die Transferperiode endet am Montag. Warten wir es ab.“

Kommt Lakic sofort?

Angesichts der erneuten Forderung McClarens nach neuem Personal überschlagen sich die lokalen Medien zudem mit Spekulationen über ein halbes Dutzend anderer Spieler. Auch die sofortige Verpflichtung von Kaiserslauterns Srdjan Lakic, der eigentlich erst im Sommer kommen soll, steht angeblich noch im Raum.

In der Pfalz scheint Lakic wegen eines gemeinsamen Fotos mit Hoeneß samt VfL-Trikot in Ungnade gefallen zu sein. Immerhin soll der Kroate Lautern bis zum Sommer noch zum Klassenverbleib schießen. Möglich, dass er stattdessen dem VfL schon am kommenden Wochenende im Derby bei Hannover 96 hilft. Wie dringend die Niedersachsen Hilfe nötig hätten, zeigte das Spiel gegen den BVB. (lni)

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