FUSSBALL

Heß wird Leiter der Erfurter Nachwuchsakademie

Daumen hoch für die Nachwuchsakademie: Erfurts Präsident Lars Fuchs (links) und der neue Leiter des Jugendbereichs, Martin Heß, der aus dem Neuensteiner Ortsteil Mühlbach stammt.
+
Daumen hoch für die Nachwuchsakademie: Erfurts Präsident Lars Fuchs (links) und der neue Leiter der Akademie, Martin Heß, der aus dem Neuensteiner Ortsteil Mühlbach stammt.

Der aus Mühlbach stammende Martin Heß wird Leiter des Fußball-Nachwuchsleistungszentrums von Rot-Weiß Erfurt.

Vor zwei Jahren verließ er den DFB-Stützpunkt Bad Hersfeld, um bei Rot-Weiß Erfurt eine neue Herausforderung zu suchen. Erst Trainer der U14, dann der U17 - und ab Sommer leitet Martin Heß (43) mitverantwortlich die Nachwuchsakademie des Thüringer Traditionsvereins.

Noch ist er Coach der U17, doch die neue Aufgabe wirft ihre Schatten voraus. „Wir hatten Personalgespräche“, sagt Heß. „Der Verein wollte wissen, wo ich mich selbst sehe - und wo er mich gerne hätte. Rot-Weiß suchte jemanden im organisatorischen Bereich.“

Und diese vakante Position ging an den Mühlbacher. Er ist einer aus dem Trio, das der Nachwuchsakademie vorsteht. Heß ist Organisatorischer Leiter, Steffen Knäbel leitet den sportlichen Bereich, und Frank Tanne nimmt künftig die Stelle des Pädagogischen Leiters ein.

Keine Frage: Die Voraussetzungen zur Nachwuchs-Ausbildung sind bestens in Erfurt. Rot-Weiß bietet eine Elite-Schule des Sports – und des Fußballs.

Und Vieles mehr. Auch wenn der 43-Jährige sagt: „Die Insolvenz tut uns noch weh.“ Die musste der Traditionsverein mit großer Vergangenheit in der DDR-Oberliga (und Spielern wie Jürgen Heun oder Rüdiger Schnuphase) wegen finanzieller Schwierigkeiten vor knapp zwei Jahren anmelden. Dabei standen die Zeichen, aus der Oberliga wieder in die Regionalliga aufzusteigen, sehr gut - bis Corona kam. „Das ist für uns sehr wichtig“, betont Heß, „bis letztes Jahr waren wir Nachwuchsleistungs-Zentrum. Das hätten wir gerne zurück. Und deshalb müssen wir aufsteigen.“

Das Aufgabengebiet des Mühlbachers hat es in sich. Er sei verantwortlich für alle Mitarbeiter, für die Finanzen in der Akademie, die Öffentlichkeitsarbeit, sei kommunikatives Bindeglied und Schnittstelle zu den Verbänden, ob innerhalb Thüringens oder des DFB, zum Vorstand oder dem Aufsichtsrat bei Rot-Weiß. „Die Übergänge bei uns sind relativ fließend. Wir stimmen uns gut ab“, skizziert er. So gehören die Einteilung der Sportplätze und der Fuhrpark zu seinem Aufgabenbereich.

Die Perspektive ist also gegeben für den 43-Jährigen, der Stress bleibt. Eine Doppelfunktion, gleichzeitig Trainer und Organisatorischer Leiter der Akademie zu sein, kam für ihn nicht in Betracht. „Das wären mehr als 50 Stunden pro Woche.“ Auch so ist sein Aufwand nach wie vor enorm. „Ich wohne in Eisenach - und muss jeden Tag 70 Kilometer nach Erfurt fahren.“ Einen anderen - und wichtigeren - Aspekt fügt er an: „Ich will beruflich nicht alles aufgeben.“ Heß ist selbstständig in der System-Gastronomie und besitzt fünf Restaurants (Subway). Drei in Eisenach, je eins in Alsfeld und Kirchheim; letzteres ist derzeit corona-bedingt geschlossen.

Apropos Fahrten: Die Nähe zu seiner Heimat ist nicht abgerissen. „In Corona-Zeiten fahre ich weniger nach Mühlbach. Aber ich habe noch beste Freunde dort, zum Beispiel Patrick Schmidt. Ich bin immer gerne dort. Und wenn es passt, gucke ich auf dem Sportplatz.“

Während er es bedauert, „dass 30 Spieler, die wir in Erfurt ausgebildet haben, derzeit woanders spielen“, kicken bei Rot-Weiß zwei Spieler mit heimischer Anbindung. Der Eiterfelder Leon Zöll ist Leistungsträger des U19-Teams in der Regionalliga. Er ist Vertragsspieler, wird aber nach der Serie voraussichtlich in seine Heimat zurückkehren.

In der U15 kickt der Heringer Sinan Yüksel, der vor zwei Jahren noch bei Bad Hersfelds D-Junioren in der Gruppenliga spielte. „Im Sommer hätten wir gerne Tom Heinemann und Max Lindemann gehabt.“ Doch Max will in Fulda bleiben, Heinemann geht nach Paderborn. Und für Heß hat sich eine neue Chance in Thüringen aufgetan.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.