Yannick Hanfmann ist dabei 

Neue Tennis-Serie in Zeiten von Corona: Höhr-Grenzhausen statt Paris

+
Bei den French Open gegen Rafael Nadal: Yannick Hanfmann 2019 in Paris. 

Kassel – Beinahe vier Jahre ist es her, dass Yannick Hanfmann in Kassel die Wilhelmshöhe Open gewann.

Seitdem ist so einiges im Leben des Tennisspielers passiert. Aktuell ist er die Nummer 143 der Weltrangliste. Er hat mehr als 500 000 Euro Preisgeld eingespielt. Er stand für das deutsche Davis-Cup-Team auf dem Platz. 2018 siegte er bei zwei Turnieren im Doppel mit Kevin Krawietz, der an der Seite von Andreas Mies Grand Slams gewann. Und ab morgen schreibt der 28-Jährige ein bisschen Geschichte. Er ist einer von acht Akteuren, die in Höhr-Grenzhausen, einer Kleinstadt im Westerwald, Tennis spielen.

Das Turnier

Dass Hanfmann, der aus Karlsruhe stammt, das letzte Mal ein Match bestritten hat, ist schon eine Weile her. Ende Februar trat er in Dubai bei einem ATP-Turnier an – und verlor in der zweiten Runde gegen den Österreicher Dennis Novak. Dafür bekam er immerhin noch mehr als 9000 Euro. Dann kam die Corona-Pandemie.

Bei der dreiteiligen „Exhibition Series“ in Rheinland-Pfalz, die morgen beginnt, wird es nur um wenige hundert Euro gehen. Der Großteil der Einnahmen wird an soziale Einrichtungen gespendet, die von der Coronakrise betroffen sind. Im Mittelpunkt steht vielmehr, dass überhaupt gespielt werden darf. Neben Hanfmann ist Dustin Brown (Nummer 239 der Welt) der bekannteste Teilnehmer. Zudem ist auch Jan Choinski (332) dabei, der wie Brown ebenfalls schon bei den Wilhelmshöhe Open in Kassel antrat. Gespielt wird auf Sand und im „Round-Robin-System“.

Heißt: Zwei Vierergruppen. Jeder gegen jeden. Zwei Gewinnsätze, die jeweils bis vier ausgetragen werden, beim Stand von 3:3 gibt es einen Tiebreak. Freitag geht es los, Montag ist Finaltag. Dann treten die ersten beiden jeder Gruppe, die Zweiten, die Dritten sowie die Vierten gegeneinander an. Die Einstand-Regel fällt weg, was die Spieldauer verkürzt. Pro Tag hat jeder Spieler ein Match.

Der Ort

Höhr-Grenzhausen hat rund 10 000 Einwohner und liegt zwischen Koblenz im Westen und Limburg im Osten. Bekannt ist der Ort eigentlich eher für Tischtennis. Der TTC Zugbrücke Grenzau spielt in der Männer-Bundesliga.

Die erfolgreichen Zeiten liegen für Grenzau – der Name eines Stadtteils, in dem eine Burgruine liegt, die als einzige in Deutschland einen dreieckigen Bergfried hat – schon etwas zurück. Zwischen 1987 und 2002 sammelte der TTC sechs Meisterschaften und stand in dieser Zeit zudem acht Mal im Finale um den Titel. In Höhr-Grenzhausen ist auch der Olympiastützpunkt des deutschen Tischtennis.

Der Spieler

Hanfmann wäre wahrscheinlich bald in Paris gewesen, wo Mitte Mai die French Open begonnen hätten. Eigentlich. Nun ist er froh, „dass ich nach ein paar Wochen Training wieder spielen darf“. „Ich habe nach der Pause direkt Blasen bekommen.“

Der 28-Jährige ist von den acht Spielern der bestgesetzte in der Weltrangliste. Als Favorit sieht er sich deswegen nicht unbedingt. „Wir haben alle weniger gespielt. Einige kenne ich, zum Beispiel Dustin. Gegen andere habe ich noch nie gespielt. Aber ich will natürlich gewinnen“, sagt er. Ob ihm das gelingt, wird ab morgen auf dem „Tennis Channel“ zu sehen sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.