Upländer trotzt dem Oberstdorfer Regen

Neunter: Stephan Leyhe überrascht zum Tournee-Auftakt sogar sich selbst

Ski jumping, Skispringen, Ski, nordisch - FIS WC Oberstdorf OBERSTDORF,GERMANY,29.DEC.21 - NORDIC SKIING, SKI JUMPING - FIS World Cup, Four Hills Tournament, large hill. Image shows Stephan Leyhe GER. PUBLICATIONxNOTxINxAUTxSUIxSWE GEPAxpictures/xThomasxBachun
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Geht doch, scheint Stephan Leyhes Blick nach dem zweiten Sprung in Oberstdorf zu sagen. Er verteidigte mit Angriffsmodus seinen Top-Ten-Platz.

Früher als erwartet hat sich Stephan Leyhe wieder an die weltbesten Skispringer herangepirscht. Bei der Vierschanzentournee startete er bei „seinem Wetter“ einstellig.

Oberstdorf - Beim Sieg des Japaners Ryoyu Kobayashi zum Auftakt der 70. Vierschanzentournee belegten die DSV-Adler Karl Geiger, Markus Eisenbichler und Stephan Leyhe die Plätze fünf, sieben und neun. „Da ist noch alles drin“, kommentierte Bundestrainer Stefan Horngacher das Resultat, wohl wissend, dass man auf er Schattenbergschanze die Tournee nicht gewinnen, aber durchaus verlieren kann. Wie etwa Polens Altmeister Kamil Stoch, der im K.o.-System nicht unter die Top 30 kam.

„Regen macht mir nichts aus. Das ist mein Wetter“, hatte Stephan Leyhe schon nach der nicht überzeugenden Qualifikation mit Platz 38 und Blei an den Füßen verraten. Der Willinger experimentierte am Dienstag noch mit Gewichten an den Skienden, um Stabilität zu gewinnen. Die fand er im Wettkampf dann auch ohne wieder zurück und sorgte mit 124,5 und 125 Metern und Platz neun für sein drittes Top-Ten-Ergebnis in diesem Winter.

Einstellig war er in Oberstdorf („Nicht unbedingt meine Lieblingsschanze“) erst einmal mit Rang sieben gestartet. Das lässt für die weiteren Stationen hoffen. „Ich habe mich steigern können, den Rhythmus wieder gefunden“, sagte der 29-Jährige am ARD-Mikrofon. Im Duell mit Jakub Wolny hatte Leyhe keine Mühe, sich durchzusetzen; der Pole war bei 118 Metern gelandet und hatte zehn Punkte weniger.

Leyhe irritiert von der grünen Linie

Unmittelbar vor ihm war im Finale Markus Eisenbichler gesprungen und hatte mit 132,5 m eine Topweite erzielt. „Als ich die grüne Linie weit hinten sah und verfehlt hatte, dachte ich noch nicht, dass es zu einer so guten Platzirrung reichen würde“, sagte Leyhe. Und die Freude über den aktuellen Platz zwei war dann um so größer. Er zeigte endlich wieder die Leyhe-Faust und freute sich wie ein Schneekönig.

Karl Geiger wahrte bei wieder starkem Regen die Chance auf den Gesamtsieg, den sich die DSV-Adler zum Ziel gesetzt haben. Der ganz große Starterfolg gelang dem 18-Jährigen Lokalmatador nach 131 und 131,5 m jedoch nicht. Den Sieg sicherte sich der Ryoyu Kobayashi (128,5+141) vor dem Norweger Halvor Egner Granerud (132+133) und dessen Landsmann Robert Johansson (133,5+131), der als Führender in das Finale gegangen war. Zweitbester Deutscher wurde Markus Eisenbichler (129,5+132,5) auf Rang sieben. Stephan Leyhe (124,5+125) als Neunter und Pius Paschke ((123+110) auf Rang 26 erhielten ebenfalls noch Weltcup-Punkte

Bitter lief es dagegen für Severin Freund. Der 33-Jährige lag mit einem Sprung auf 124,5 Meter eigentlich gleichauf mit Stephan Lgut im Wettkampf, wurde dann aber wegen eines nicht regelkonformen Anzuges nach dem ersten Durchgang disqualifiziert. Vorjahres-Tourneesieger Kamil Stoch aus Polen schied wie der Constantin Schmid ebenfalls bereits nach einem Sprung aus. Olympiasieger Andreas Wellinger war schon in der Qualifikation gescheitert.

Begonnen hatte der verregnete Mittwoch in Oberstdorf für Stephan Leyhe mit 122,5 Metern im Trainingssprung. Auch damit wäre er in seinem Duell gegen den Polen Jakub Wolny weitergekommen, der auf 117 Meter kam. (be)

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