„Wir sollten dankbar sein“

Nico Beck von Albungen spricht über die Situation im Tischtennis

Nico Beck
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Voll fokussiert: Nico Beck ist seit 2016 Vorsitzender des TTC Albungen und aktiver Spieler im Verbandsliga-Team des Vereins.

Abbruch der Tischtennis-Saison 20/21, es gibt im Hessischen Tischtennisverband weder Meister noch Absteiger.

Eschwege ‒ Wie kam diese Entscheidung bei den heimischen Vereinen an, wie reagieren sie im Hinblick auf die kommende Saison 2021/22? Wir sprachen mit Nico Beck (32), dem Vorsitzenden des TTC Albungen, der aber auch in der 1. Herrenmannschaft des TTC in der Verbandsliga spielt und sich bereits mit der neuen Spielzeit befasst hat.

Der HTTV hat die Saison 2020/21 abgebrochen und für ungültig erklärt. Kam das für Euch überraschend?
Überraschend war für mich, dass der Verband den Abbruch so lange hinausgezögert hatte. Dass es in dieser Saison kein Ergebnis geben würde, das war vor dem endgültigen Aus schon lange Zeit abzusehen. Es war alternativlos die Saison zu annullieren.
Der Verband hat bereits mit der Planung für die neue Saison 21/22 begonnen, muss aber weiter auf Entscheidungen der Politik warten. Befasst sich auch Dein Verein schon mit der neuen Spielzeit?
Beim Blick auf die aktuelle Corona-Situation fällt es schwer, an eine neue Saison im Freizeitsport zu denken. Trotzdem heißt es: ‘Nach der Saison ist vor der Saison’. Es gilt Fristen einzuhalten – egal, ob und wie es im Tischtennis weitergeht. Deshalb macht man sich Gedanken über den eigenen Kader und die Ligen, für die man melden kann. Aber es geht nicht nur um die sportliche Planung, sondern es hängt noch viel mehr daran, den Spielbetrieb für eine neue Saison zu sichern. Da haben wir im Vorstand allerhand zu tun – und ich bin froh, über ein tolles Team zu verfügen.
Der HTTV hofft, Anfang September auf grünes Licht für die neue Spielzeit schalten zu können. Reichen gute vier Monate für Deinen Verein, um sich auf die Saison vorzubereiten?
Sportlich ist das kein Problem, denn die Saison wird normalerweise auch ohne Corona im April beendet. Das Sportliche ist für mich aber absolut zweitrangig! Na klar haben wir beim TTC Albungen unglaubliche Jahre erlebt, zigmal vor über 100 Zuschauern gespielt und hohe Wellen geschlagen. Künftig wird man sich aber umstellen müssen, es sind nun ganz andere Zeiten und man wird im Amateursport kleinere Brötchen backen müssen. Aber, und das betone ich immer ganz ausdrücklich, es ist viel wichtiger, gemeinschaftlich und mit Freude einer Sportart nachzugehen, statt zu ehrgeizig und verbissen auf Erfolge fixiert zu sein.
Während des Lockdowns waren und sind viele Sporthallen für den gesamten Sportbetrieb gesperrt. Wie hat Dein Verein das Trainingsproblem in dieser Zeit gelöst?
Ein Training, wie wir es gewohnt waren, war in all der Zeit unmöglich. Aber dank eines aufwendig ausgearbeiteten Hygienekonzeptes unseres Sportwartes Jürgen Schuppner und dem sehr engen und vor allem sehr guten Austausch mit der Stadt Eschwege konnten wir unseren Spielern die Chance geben, sich im Rahmen der Möglichkeiten fit zu halten und sich zu bewegen. Ich kann verstehen, dass nicht jeder Lust auf ein Training unter strengen Hygienemaßnahmen und in dieser veränderten Form hat, aber wir sind froh, es zumindest allen anbieten zu können.
Kann man schon etwas über die künftige Besetzungen eurer beiden Verbandsligamannschaften der Damen und Herren sagen?
Es ist schon häufig vorgekommen, dass Mannschaften eigentlich schon komplett aufgestellt waren, sich unmittelbar vor dem Ende Wechselfrist aber wegen Zu- oder Abgängen alles änderte. Das haben wir auch schon einige Male erlebt. Die Erfahrung zeigt, dass es unmöglich ist, diese Frage zum jetzigen Zeitpunkt zu beantworten. Das hole ich am 1. Juni aber gern nach.
Aber die Vorfreude auf die neue Saison ist schon groß, oder?
In erster Linie hoffe ich darauf, dass wir alle gesund bleiben und unserem Hobby bald wieder so nachgehen können, dass es in der Gemeinschaft möglich ist und wieder Spaß macht. Corona hat uns klar vor Augen geführt, wie schnell sich das Leben verändern kann. Deshalb sollten wir dankbar sein für das, was wir haben, und optimistisch nach vorn blicken.
Nach der langen Pause wird befürchtet, dass dem Tischtennissport Spieler verloren gehen. Auch in Deinem Verein?
Tischtennisspieler mussten in den vergangenen 20 Jahren viele gravierende Regeländerungen hinnehmen. So manchem wurde der Spaß genommen, viele hörten auf. Das finde ich schlimmer, als wenn nun womöglich der ein oder andere aufhört, weil ihm die Hygiene-Bedingungen nicht passen oder er sich an freie Wochenenden gewöhnt hat. Bei diesen Beispielen bin ich sicher: Diese Spieler pausieren nur und kehren irgendwann an die Platten zurück. (Siegfried Furchert)

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