Duisburg

Kanu-Quartett hofft auf Medaillen bei Rennsport-DM

Fahren zur Kanu-DM: Enja Rößeling, Rieke Rienecker und Elin Rößeling (von links) von der WVC Kassel.  
Archivfoto: A. Fischer/NH
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Fahren zur Kanu-DM: Enja Rößeling, Rieke Rienecker und Elin Rößeling (von links) von der WVC Kassel.

Die Rennsport-DM in Duisburg am Wochenende ist für die Kanuten zunächst der Saisonhöhepunkt. Mit dabei sind Sarah Brüßler als größte nordhessische Medaillenhoffnung, Rieke Rienecker sowie Enja und Elin Rößling.

Nein, es ist nicht das übliche Spektakel der Rennsport-Familie. Denn statt mehr als 1000 Paddlern treffen sich an diesem Wochenende nur die 170 besten in Duisburg zur Deutschen Meisterschaft – ohne Zuschauer zudem. Allen Einschränkungen im Sinn der AHA-Regeln zum Trotz aber macht genau das die Titelkämpfe zum zunächst einmal größten Ereignis der Sportler im gesamten Jahr. Vier Nordhessen sind dabei, Felix Frank musste erkrankt absagen.

Die Medaillenhoffnung

„Ich freue mich riesig und bin total gespannt. Endlich geht es mal wieder um etwas“, sagt Sarah Brüßler. Die 26-Jährige von den Rheinbrüdern Karlsruhe, die bei WVC und PSV Grün-Weiß Kassel groß geworden ist, wird in Duisburg das volle Programm bestreiten und über 200, 500 und 1000 Meter antreten. Also „wenn alles nach Plan läuft im besten Fall mit Vor-, Zwischen- und Endläufen neun Rennen absolvieren“. Um was es dabei für sie geht? „In allen Wettbewerben sind die Endläufe der neun Besten das Minimalziel. Und wenn alles passt, dann ist über 500 Meter auch eine Medaille drin“, sagt Brüßler. Die möchte sie am Montag bei einem Drei-Tage-Tripp nach Kassel der Familie präsentieren. Die Plakette wäre auch wichtig, um ihren Status als Bundeskader-Athletin für das Olympiajahr 2021 zu behalten und ins deutsche Aufgebot für den Weltcup in Szeged zu kommen.

Dort in Ungarn war sie 2019 Vizeweltmeisterin im Zweierkajak über 1000 Meter geworden. Dort sollte nun im September die Weltmeisterschaft ausgetragen werden. Doch wegen der weltweiten Reisebeschränkungen wurde die Veranstaltung auf einen Weltcup herabgestuft.

Sarah Brüßler

Der Pechvogel

Auch Felix Frank hatte die Stationen Duisburg, Kassel, Szeged und Tokio auf dem Zettel. Doch der Wahl-Potsdamer, der als Paddler bei der WVC Kassel begann, musste seine DM-Teilnahme absagen. „Das ist total ärgerlich, denn über den Winter und den bisherigen Sommer habe ich mich gut weiterentwickelt und auch bei den beiden Formtests der Nationalkader eine deutliche Steigerung gezeigt“, sagt der 27-jährige Weltmeister im K4. Doch ein Virus setzt ihn derzeit matt, schwächt das Immunsystem.

„Zum Glück ist die Fortsetzung meiner Karriere nicht gefährdet und mein Olympia-Traum lebt weiter“, sagt Kaffee-Unternehmer Frank. „Die Vorbereitung läuft und ich habe jetzt schon die Tokio-Ausscheidungsrennen voraussichtlich im März/April im Visier. Ein gutes Omen für den Kasseler: Er wird in Potsdam betreut von Teamarzt Dr. Michael Cassel. Und der belässt Tokio auf dem Zettel – ganz oben, über allem.

Felix Frank

Das Perspektiv-Trio

Auf dem Plan von Rieke Rienäcker sowie Enja und Elin Rößeling von der WVC Kassel indes stehen einige Fragezeichen mehr. „Wir hängen etwas in der Luft, wissen nichts von der Stärke der Konkurrenz“, sagt Trainer Mike Pfaff. Er weiß somit nicht einzuschätzen, was in Duisburg drin ist für sein Perspektiv-Trio bei den Juniorinnen.

„Enja wird über alle drei Distanzen antreten, Elin und Rieke werden nur 200 und 500 Meter fahren“, erläutert der Coach. Nach den Titelgewinnen 2019 im Zweier und Vierer „wäre jetzt eine Medaille gut, aber wir nehmen auch gern mehr mit“.

Schließlich geht es auch beim Nachwuchs um einen Platz im Team für Szeged, wo ebenfalls im September die sogenannten Olympic Hope Games geplant sind. Das Problem: „Auch von unserem Jahrgang 2002 werden nur vier Athletinnen nominiert“, sagt Pfaff. Und hofft wie alle fünf Nordhessen-Paddler, dass dem Saisonhöhepunkt nun in Duisburg doch noch ein weiterer folgen wird. Auf internationaler Bühne dann. Archivfotos: Martin Scholz, Christina Schröder/nh

170 Teilnehmende in Duisburg, Finalrennen im Livestream

Die Rennsport-DM war als großes Familienereignis in Köln geplant mit mehr als 1000 Kanuten von den Schüler- bis hin zu den Leistungsklassen. Nun aber wird in Duisburg-Wedau gepaddelt, lediglich 170 Teilnehmende dürfen antreten in Junioren- und Leistungsklassen über 200, 500 und 1000 Meter, allerdings nur in Einer-Booten. Los geht’s am Freitag um 14 Uhr mit den ersten Vorläufen der Herren im Einer-Kajak über 200 Meter. Das erste der insgesamt 20 Finalrennen bestreiten am Samstag um 11 Uhr die Junioren über 200 Meter. Um 10.40 Uhr beginnt die Übertragung im Internet-Livestream des Deutschen Kanu-Verbandes. Gezeigt werden alle Finals am Samstag und am Sonntag auf www.kanu.de und auf sportdeutschland.tv. ARD und ZDF berichten in der Sportschau und auf SPORTextra. sam

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