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Nordhessischer Spitzenschwimmer Danny Schmidt trainiert nun in den USA

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Von: Björn Mahr

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Wechselt aus Magdeburg nach Auburn: der Kleinengliser Schwimmer Danny Schmidt (hier bei den Deutschen Meisterschaften 2021 in Berlin).
Wechselt aus Magdeburg nach Auburn: der Kleinengliser Schwimmer Danny Schmidt (hier bei den Deutschen Meisterschaften 2021 in Berlin). © Imago Images/CAMERA 4+

Nordhessischer Top-Schwimmer erhält Stipendium für Uni in Auburn – EM-Start abgesagt

Borken – Vor ein paar Tagen gab der Deutsche Schwimmverband (DSV) bekannt, mit welchen Athleten er bei den Europameisterschaften vom 11. bis 21. August in Rom antreten wird. Der Name Danny Schmidt fehlt in der Liste. Zwar hatte sich der für die SG Frankfurt startende Schwimmer aus Borken-Kleinenglis für die EM qualifiziert, aus gesundheitlichen Gründen sagte der 21-Jährige aber seine Teilnahme ab. Zumal der Lagen-Spezialist erst vor Kurzem an Corona erkrankt war.

„Drei Wochen Training hätten nicht gereicht, um in Top-Form zu kommen“, sagt Schmidt. Nach Rücksprache mit Bundestrainer Bernd Berkhahn entschied er sich deshalb zum Verzicht.

Die Wettbewerbe wird der Nordhesse nun aus großer Entfernung verfolgen – und das ist wörtlich zu nehmen. Denn Schmidt, der bislang in Magdeburg trainiert hat, geht in die USA. Genauer gesagt: Er wechselt aufgrund eines Stipendiums ins Schwimmteam der Auburn University im Bundesstaat Alabama – er wird Mitglied der Auburn Tigers. Dort trainierte auch schon der Brasilianer Cesar Cielo, immer noch Weltrekordhalter über 50 und 100 m Freistil.

Los geht es für Schmidt im Flugzeug am 10. August in Richtung Atlanta. Von dort gibt es einen Transfer nach Auburn. Viel Zeit zum Eingewöhnen hat er nicht. Mitte August stehen bereits die ersten Vorlesungen an. Und ein üppiges Übungsprogramm wartet ohnehin auf ihn.

Zwar sieht sein Plan „nur“ zehn Einheiten (in Magdeburg: elf bis zwölf) pro Woche vor, das Training hat es aber in sich. Montags trainiert er zunächst um 5.30 oder 6 Uhr (bis etwa 8.30 Uhr) und dann noch mal von 13 bis 17 Uhr. „Bei den Amis geht es nicht so sehr um die geschwommenen Kilometer, wichtiger ist die Intensität“, erläutert der Kleinengliser. Seine Trainer in Auburn sind zwei frühere Weltklasseschwimmer: Ryan Wochomurka und der mehrmalige Olympiateilnehmer Vlad Polyakov.

„Ich möchte mich weiter steigern“, sagt Schmidt zu seinen Zielen. Dabei ist ihm das Schwimmen genauso wichtig wie das Psychologiestudium, das er in Auburn beginnen wird: „Das ist bei mir 50:50.“ Er möchte neben dem Sport unbedingt noch ein weiteres Standbein haben.

Für die Auburn Tigers wird er bei diversen Wettkämpfen in den USA im Einsatz sein. Sein Wunsch ist es, sich für weitere Schwimm-Großereignisse zu qualifizieren. Im Frühling 2021 nahm er an der EM in Budapest teil. Bei den anschließenden Deutschen Meisterschaften in Berlin triumphierte Schmidt über 400 m Lagen und holte Silber über die 200-m-Strecke.

Zurzeit gönnt sich der Kleinengliser eine Pause. Er verbringt viel Zeit in der Heimat. „Ohne die Unterstützung von meinen Eltern und der Familie hätte ich das nicht geschafft. Ich bin ihnen sehr dankbar.“ In den nächsten Tagen macht er mit seiner Freundin noch eine Schiffsreise. Nach der Rückkehr beginnt er mit dem Training und steigt wieder ins Wasser. Schmidt möchte gut vorbereitet in das Abenteuer USA starten. (Björn Mahr)

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