Kim Sippel steht beim KSV Baunatal wieder im Tor

„Nur Präsident war ich noch nicht“

Wenn man mit Kim Sippel telefoniert, dann könnte man meinen, dass der Tag bei ihm keine 24, sondern mindestens 48 Stunden haben muss. Und neben seinen ganzen anderen Beschäftigungen steht der 31-Jährige nun auch wieder im Tor von Fußball-Hessenligist KSV Baunatal. „Das ist ziemlich kurios, eigentlich wollte ich ja nur ein bisschen mittrainieren. Ich hatte zunächst gar keinen Spielerpass“, sagt Sippel. Am Samstag könnte er bereits zum vierten Mal im Kasten stehen, dann erwartet das Team von Trainer Tobias Nebe ab 14.30 Uhr den FC Eddersheim.

Er wollte eigentlich nur mittrainieren, steht auf einmal aber wieder im Tor: Kim Sippel.

Lange konnte sich der Schlussmann übrigens nicht auf seinen ersten Einsatz vorbereiten. „Pascal Bielert hatte sich vor der Partie gegen Dreieich eine halbe Stunde warmgemacht, konnte dann aber verletzungsbedingt nicht spielen. Plötzlich musste alles ganz schnell gehen, gerade mal zehn Bälle hat mir Julian Berninger-Bosshammer in die Hand geschossen“, erinnert sich Sippel, der zuvor vier Jahre Spielertrainer beim TSV Wabern war. Doch vor der Saison kehrte er zum KSV Baunatal zurück – also zu dem Verein, wo er fast schon jedes Amt inne hatte. „Nur Präsident war ich noch nicht“, sagt Sippel und lacht. In der Jugend ging es los, dann folgten Einsätze in der Hessen- und Regionalliga, zudem trainierte er die Jugend-Torhüter.

Immer wieder zog es Sippel zurück. Auch, nachdem er in Indien für die TSG Hoffenheim als Scout und Trainer tätig war. Angekommen in Deutschland, übernahm er beim KSV Baunatal den Bereich Social Media und Internet, war dann Sportmanager und sportlicher Leiter. „Irgendwie habe ich in dieser Zeit einfach alles gemacht“, erklärt Sippel, der in Wabern wohnt und verheiratet ist. Seit 2015 ist er zudem die Nummer eins der deutschen Kleinfeld-Nationalmannschaft, nahm an einer Welt- und vier Europameisterschaften teil. „Da lernt man viel in Sachen Eins-gegen-Eins-Situationen“, sagt Sippel, der Ende des Jahres bei der WM in Mexiko gespielt hätte. „Die wurde aber leider wegen Corona auf 2021 verschoben.“

Zurück zum KSV Baunatal. Was sagt Kim Sippel zum Saisonstart? „Die Partie gegen Dreieich war ein Knackpunkt. Gegen Neuhof und Walldorf hat man danach gesehen, was möglich ist, wenn sich alle zerreißen.“ Und weiter: „Das wird gegen Eddersheim eine schwere Aufgabe, denn die Mannschaft hat sicher andere Ansprüche, als es der derzeitige zwölfte Platz aussagt.“ Den Coach des Gegners kennt Sippel gut, mit Rouven Leopold absolvierte er einen Trainerlehrgang.

Apropos Trainer-Lizenz. Sippel ist gerade dabei, den A-Schein zu machen. Aufgrund eines Lehrgangs in der Sportschule Kaiserau wird er somit beim übernächsten Spiel gegen Fulda fehlen. Und auch sonst wird ihm nicht langweilig. Nach seinem ersten Master in Sportmanagement baut er gerade seinen zweiten Master in Wirtschaftspädagogik mit Zweitfach Sport. Wie es danach weitergeht? „Das wird man sehen. Was sicher ist: Ich will erstmal noch ein paar Jahre Fußball spielen. Mit 31 Jahren fühle ich mich heute fitter als mit 25.“

Rubriklistenbild: © Bernd Hahn

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