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Umfrage: Stürmer aus der Region sehen Niclas Füllkrug in der DFB-Startelf

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Der Hoffnungsträger: Joker Niclas Füllkrug von Werder Bremen jubelt nach seinem Tor zum 1:1 gegen Spanien.
Der Hoffnungsträger: Joker Niclas Füllkrug von Werder Bremen jubelt nach seinem Tor zum 1:1 gegen Spanien. © Robert Michael/dpa

Niclas Füllkrug trifft – und alle selbsternannten Bundestrainer wussten es natürlich vorher. Sollte die DFB-Elf (bei der WM) grundsätzlich mit einem „echten Neuner“ spielen? Wir haben uns bei Stürmern aus der Region umgehört.

Hersfeld-Rotenburg – Für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft geht es heute Abend bei der WM in Katar gegen Costa Rica um den Einzug ins Achtelfinale.

Ginge es nach Fabian Kallée, dem Spielertrainer und Torjäger des A-Ligisten SV Unterhaun, würde der Bremer Niclas Füllkrug von Beginn an auflaufen. „Ich bin ein ganz klarer Verfechter einer echten Nummer neun – auch als Trainer“, stellt Kallée klar. Und nennt Gründe, die für ihn ausschlaggebend sind: „Ein Mittelstürmer kann die Bälle mit seiner körperlichen Präsenz festmachen und neue Spielsituationen schaffen. Und wenn er dann noch einen Torriecher hat – umso besser“, meint Kallée.

Fabian Kallée, SV Unterhaun
Fabian Kallée, SV Unterhaun © Friedhelm Eyert

Nach Miroslav Klose habe er einen solchen Spielertypen in den Reihen der Nationalmannschaft vermisst. „Es muss seitdem immer alles klein, schnell und wuselig sein. Aber dann fehlt dir halt wie zuletzt gegen Japan auch oft die Durchschlagskraft, um Spiele zu entscheiden“, findet der 42-jährige Torjäger. Für Kallée gehört Füllkrug ab sofort ins Team. „Er hat Selbstvertrauen und eine gute Präsenz, das hat man gegen Spanien gesehen.“

Herausragende 23 Saisontreffer hat Dominik Oelschläger für den Tabellenführer der Kreisoberliga Nord, SG Neuenstein, bislang erzielt. Der Mann müsste also wissen, worauf es für einen Torjäger ankommt. „Selbstvertrauen ist das Wichtigste. Wenn es läuft, vertraust du auf deine Stärken und überlegst vor dem Tor weniger“, sagt „Oeli“ junior. Das habe man auch bei Füllkrugs Kracher zum 1:1 gegen Spanien sehen können. „Er hat ja nicht einmal geschaut, wo der spanische Torhüter steht, sondern einfach abgezogen.“ Für Oelschläger gehört Füllkrug ganz klar in die Startformation. „Er bringt genau das mit, was der Mannschaft fehlt. Er hat in der Bundesliga einen Lauf und hat für die Nationalelf ja auch die letzten beiden Tore aus dem Spiel gemacht“, bemerkt Oelschläger. Der Hersfelder spricht sich ohnehin dafür aus, mit einem echten Mittelstürmer zu agieren. „Erfolgreiche Teams spielen alle mit einem klassischen Stürmer. Bei Bayern läuft es ja auch wieder besser, seit Choupo-Moting vorn drin spielt“, sagt er.

Dominik Oelschläger, SG Neuenstein
Dominik Oelschläger, SG Neuenstein © Heinrich Schmidt

Fast genau die gleiche Mannschaft wie gegen Spanien – dies wäre auch der Tipp von Andreas Kurz für Bundestrainer Hansi Flick – mit Ausnahme von Füllkrug. Den würde er mit in die Startformation nehmen. „Er hat großes Selbstvertrauen und versucht, immer anspielbar zu sein“, hat der 37-jährige Spielertrainer des A-Ligisten SG Heenes/Kalkobes, der für sein Team in der Offensive aufläuft, vor dem Fernseher beobachtet. „Ich würde nur mit einer einzigen Spitze spielen lassen und das ist Füllkrug als richtigen Neuner. Du brauchst einfach einen, der die Bude macht, der nicht lange überlegt, wenn er schießt. Das war auch das grundsätzliche Problem beim Auftakt gegen Japan – es fehlte der Knipser.“ Und er nennt im selben Atemzug Miro Klose. Einen Stürmer wie ihn habe es schon lange nicht mehr gegeben.

Andreas Kurz, SG Heenes/Kalkobes
Andreas Kurz, SG Heenes/Kalkobes © Stefan Kost-Siepl

Thomas Müller wäre für Kurz zwar ebenfalls gesetzt, allerdings hinter Füllkrug. Die Alternative für Müller: Mario Götze. Sein Tipp für heute Abend: „Wenn alles gut geht, dann kommen wir mit einem 3:0 gegen Costa Rica weiter. Bei Heenes/Kalkobes ist Kurz im Übrigen ein Fan des Zehners hinter den Spitzen, die von Selim Ünal (13 Tore) und ihm selbst (9) besetzt sind. „Du brauchst in diesen Ligen einen dahinter, sonst ist der Abstand nach vorn einfach zu groß“, sagt er. Hier ist Thomas Heyer sein Favorit.

Von einem Kurzurlaub aus Dubai ist Dominik Hanslik, Stürmer des Gruppenliga-Tabellenführers Eiterfeld, mit seinem Bruder, dem beim 1. FC Kaiserslautern spielenden Daniel Hanslik, zurückgekehrt. Die WM ist in dem Wüstenstaat allgegenwärtig. Einen Flug nach Katar ersparten sich jedoch die beiden Brüder aus Unterhaun.

Dominik Hanslik, SG Eiterfeld/Leimbach
Dominik Hanslik, SG Eiterfeld/Leimbach © Hartmut Wenzel

Die Deutschland-Partie gegen Spanien verfolgten sie beim Public Viewing, dass es dort an jeder Straßenecke und Strandbar gibt. Auch Dominik, 13-facher Torschütze für den Spitzenreiter, wäre für Füllkrug in der Start-Aufstellung gegen Costa Rica. „Thomas Müller ist kein typischer Neuner, in der Spitze ist er eher ungeeignet.“ Füllkrug habe sich dagegen seinen Einsatz auf jeden Fall verdient. Er soll spielen und sein Können zeigen.“ (Sascha Herrmann und Hartmut Wenzel)

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