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Olympia-Schock: Stephan Leyhe nicht im deutschen Team für die Großschanze

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Von: Dirk Schäfer

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Nicht weit genug geflogen: Stephan Leyhe (Willingen) war schwächster Deutscher über beide Trainingstage war und verlor damit seinen Platz im DSV-Quartett für den Einzelwettkampf verlor.
Nicht weit genug geflogen: Stephan Leyhe (Willingen) war schwächster Deutscher über beide Trainingstage war und verlor damit seinen Platz im DSV-Quartett für den Einzelwettkampf verlor. © Christof Stache/AFP

Seine zweiten Olympischen Spiele geraten für Stephan Leyhe immer mehr zu einem Saisonhöhepunkt, der keiner ist. Wahrscheinlich wird er keinen Einsatz in Peking mehr haben.

Peking/Willingen - Für die Fans im Upland war die Nachricht am Donnerstagnachmittag zweifellos ein Schock. Für Stephan Leyhe war sie womöglich schon absehbar: Wenn am Samstag bei den Olympischen Spielen 2022 die Medaillen von der Großschanze vergeben werden, in der Skispringer des SC Willingen nur Zuschauer - wie schon 2018.

Am zweiten Trainingstag hatte Leyhe wie auch die anderen vier Deutschen die Chance, sich besser anzufreunden mit der Anlage in Zhangjiakou. Doch das gelang dem 30-Jährigen, der auf der Normalschanze 24. geworden war, erneut nicht. Nach den Plätzen 22, 31 und 32 mit bestenfalls 122 Metern ging es auch am Donnerstag nicht voran für den Schwalefelder. Nach zwei Mal 123 Metern und den Plätzen 28 und 32 stürzte er im dritten Versuch auf 112,5 Meter und Platz 37 ab.

Stephan Leyhe bei Olympia: „Ich habe die Lösung nicht gefunden“

„Die Befürchtung hat sich bewahrheitet, dass die große Anlage hier so geht wie eine Schanze, die ich nicht mag – das ist die 120er in Planica“, sagte der Willinger, der seine Fehler nicht beheben und sich nicht langsam herantasten konnte wie man es von ihm kennt. Bundestrainer Stefan Horngacher nominierte nach den insgesamt sechs Trainingsdurchgängen Markus Eisenbichler und Karl Geiger, die wenigstens im dritten Durchgang unter den Top Ten gelandet waren, sowie Constantin Schmid und Pius Paschke, der auf der kleinen Schanze noch außen vor war.

„Es war wie auf der kleinen Schanze: Ich habe die Lösung nicht gefunden. Der Unterschied, zwischen dem, was ich spüre und der Realität ist leider zu groß. Es gelingt mir nicht, die Fehler, die wir gesehen haben, zu verändern und das macht das Springen schwierig“, sagte ein enttäuschter Leyhe in einem ersten Statement.

Dass er das Ziel, an drei Wettkämpfen teilzunehmen, nicht erreichen kann, sei sehr schade, sagte der Upland-Adler, „weil ich vor Olympia gedacht habe, dass eine Großschanze mit Rückenwind und wenig Druck mein Ding ist, weil es auf den Absprung ankommt. Aber es hat einfach nicht funktioniert.“

Erinnerungen an Olympia 2018 – Comeback im Team?

Bitter für Leyhe, der sich nach einjähriger Verletzungspause so klasse in die Weltspitze zurückgekämpft hatte. Statt ihm nutzte aber Ersatzmann Paschke seine Chance, während für Leyhe Erinnerungen an Olympia 2018 aufkommen. Damals war ihm Markus Eisenbichler vorgezogen worden, ehe sich der Bundestrainer für den Teamwettbewerb wieder umentschied – was dem Schwalefelder eine Silbermedaille einbrachte.

Die Chance, das es wieder so kommt, dürfte diesmal geringer sein, auch wenn Leyhe im Vorfeld als „wichtiger Mann“ für die Mannschaftsentscheidung bezeichnet worden war; auch wenn beispielsweise Constantin Schmid im Training auch nur einen Platz unter den Top 20 zu verzeichnen hatte.

Auch Karl Geiger hatte seine Probleme mit der neuen Olympia-Anlage und sucht seine Bestform. Der Allgäuer belegte am zweiten Trainingstag nur die Ränge 21, 20 und neun. Der weiteste Sprung des Führenden im Gesamtweltcup ging auf 127,5 Meter. Sein Kommentar: „Zumindest der letzte Sprung war auf dem Weg der Besserung.“  Markus Eisenbichler landete als bester Deutscher nach 122, 130 und 127 Metern und erreichte damit die Ränge 15, fünf und acht. Paschke landete bei 124, 123,5 und 125 m sowie auf den Plätzen 22 ,19 und 13, Schmid kam auf 119, 126 und 120,5 m sowie die Plätze 30, 14, 21.

Wie es auf der überdimensionierten Anlage funktionieren kann, zeigte überraschend unter anderen der nach einer Corona-Infektion zu den Winterspielen nachgereiste Norweger Daniel-André Tande. Der 28-Jährige, der nach einem schlimmen Sturz im März 2021 mehrere Tage im Koma gelegen hatte, wurde im Training Dritter und Sechster. Den letzten Durchgang ließ er aus.

 Den besten Eindruck hinterließen am zweiten Trainingstag Stefan Kraft und Marius Lindvik. Im ersten von insgesamt drei Trainingsdurchgängen hat sich der Österreicher mit 129 Metern gegen die Konkurrenz durchgesetzt. Mit 134 und 134,5 Metern war danach dann der Norweger der beste Springer im Feld. Der Japaner Ryoyu Kobayashi und der Österreicher Manuel Fettner, Olympiasieger und Zweitplatzierter von der Normalschanze, setzten am Donnerstag komplett aus, nachdem sie sich am Mittwoch in starker Verfassung präsentiert hatten.

Die Einzel-Entscheidung von der Großschanze fällt am Samstag, vorab findet am Freitag die Qualifikation statt. Am Montag steht zum Abschluss der Skisprung-Wettbewerbe die Team-Konkurrenz an (Beginn jeweils 12 Uhr). (be/dpa/schä)

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