Osthesse überrascht als Co-Trainer mit Oostende in Belgien

Fußball: Pflanz erreicht die Play Offs

Fußballtrainer Markus Pflanz
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Markus Pflanz, hier noch als Trainer der SG Aulatal vor einigen Jahren.

Im vergangenen Sommer wagte Markus Pflanz, vor wenigen Jahren Trainer der SG Aulatal, den Sprung in den Profifußball. Er wechselte ins belgische Oostende. Das Team erreichte nach Abschluss der regulären Saison Platz fünf – und damit den Einzug in die Play Offs.

Oostende – Als der Österreicher Marko Kvasina am frühen Sonntagabend dem KV Oostende in der Nachspielzeit mit dem 1:1-Endstand im Heimspiel gegen Cercle Brügge einen Punkt bescherte, war der Jubel groß. Zwar stand Platz fünf für die „Kustboys“ schon vorher fest, doch wirklich hatte es dem KV – vor der Serie als Abstiegskandidat gehandelt – niemand zugetraut. „Mit diesem fünften Platz haben weder Spieler, noch das Trainerteam noch irgend sonst jemand in Belgien gerechnet.“ In der Presse, und nicht nur der belgischen, sondern auch über die Landesgrenzen hinaus, wurde der KV Oostende – mit dem Ex-Leipziger Alex Blessin als Cheftrainer und Markus Pflanz als Co – als eine „der größten Transformationen“ im Fußball bezeichnet.

Das Trainerteam schaffte das, was nicht Vielen glückt, schon gar nicht im Profifußball: Es verlieh dem KV Oostende ein fußballerisches Gesicht. Pressing, Gegenpressing, hohes Anlaufen heißen die Charakteristika. Stilelemente modernen Fußballs – und die Art, die in Belgien seither kein Team verfolgte. „Schwarmverhalten, was das Anlaufen angeht“, sagt Pflanz, „wenn ein oder zwei Spieler nicht mitmachen, geht das nicht“. Das verlangt nicht nur physische Fitness, gerade gedanklich müsse man auf der Höhe sein. Fußball so zu interpretieren und auf den Platz zu bringen, brachte den „Kustboys“ viel Anerkennung ein.

An den „Meisterschafts-Play-Offs“, der Runde der ersten Vier, schnupperte Oostende in den vergangenen Wochen einige Male. Noch reichte es aber nicht. „Für uns sind auch die Play Offs der Plätze fünf bis acht ein großes Abenteuer“, erklärt Pflanz. „Wir müssen sehen, dass wir fit sind. Im Kopf und auch in den Beinen.“ Los geht’s am 1. Mai mit dem Heimspiel gegen das renommierte Standard Lüttich. Weitere Gegner in der sechs Spiele umfassenden Runde sind Gent und Mechelen. Am 22. Mai beschließt die Partie in Lüttich den Extra-Wettbewerb.

Die Aussichten, in den Europapokal einzuziehen, sind durchaus gegeben. Der Gewinner der Play Offs II (mit Oostende) spielt gegen den Verlierer der Play Offs I (die Runde der ersten Vier der Jupiler League in Belgien) den letzten europäischen Quali-Platz aus. Es sei denn, der KRC Genk (den Leverkusens Trainer Hannes Wolf jüngst coachte) gewinnt das belgische Pokalfinale gegen Lüttich – dann würde sich Oostende direkt qualifizieren.

Pflanz ist kein Freund der Play-Off-Runden. „Da bin ich großer Traditionalist. Der Sinn der Play Offs erschließt sich mir nicht so ganz.“ Dass ein Team, beispielsweise wegen einiger verletzter Spieler, durch die Play Offs schlechter abschneiden könnte als in der regulären Runde, wäre nicht nur für den Co-Trainer der „Kustboys“ höchst fragwürdig.

„Und auch wenn wir Fünfter sind, sind wir immer noch der Underdog in dieser Runde“, sagt Aulatals Ex-Coach klipp und klar. „Wir sind der Verein mit dem geringsten Etat der belgischen Liga. Besonders Lüttich und Gent haben da mehr zu bieten.“

Markus Pflanz, hier noch als Trainer der SG Aulatal vor einigen Jahren.

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