Fußball-Gruppenliga

Pfliegners Geniestreich zum 1:1: SV Adler II und SVR trennen sich unentschieden

Im Laufduell um den Ball: Guido Bickert vom SV Adler II (links) und SV Reichensachsens Angreifer Jakub Swinarski.
+
Im Laufduell um den Ball: Guido Bickert vom SV Adler II (links) und SV Reichensachsens Angreifer Jakub Swinarski.

Das Lokalderby in der Fußball-Gruppenliga zwischen dem SV Adler II und dem SV Reichensachsen endete am Wochenende unentschieden.

Weidenhausen – „Es wird doch nicht schon wieder passieren?“ Das dachten wohl alle auf dem herbstlichen Chattenloh, als die erst 19-jährige und mit einer tollen Leistung aufwartende Schiedsrichterin Janika Balzer in diesem Moment einen letzten Freistoß für die Gäste aus Reichensachsen pfiff.

Doch die Hereingabe von Stefan Montag pflückte der bärenstarke Lucas Wassmann souverän aus der Luft und sicherte seiner Elf nach drei Niederlagen hintereinander in der Nachspielzeit einen hochverdienten Punkt gegen die im Vorfeld klar favorisierten Reichensächser.

Bis dahin hatten die zahlreichen Zuschauer ein hochinteressantes Lokalderby in der Fußball-Gruppenliga gesehen, das vor allem in der zweiten Halbzeit mächtig an Fahrt aufnahm. Wer erwartete, dass die Klajnszmit-Elf der Partie von Beginn an ihren Stempel aufdrücken würde, wurde schnell eines Besseren belehrt.

SVR offenbarte Schwächen im Aufbauspiel

Zwar hatten die Reichensächser durch Marius Jung früh die erste Halbchance (5.), ansonsten dominierten jedoch die Abwehrreihen auf beiden Seiten.

„Vier Spieler konnten unter der Woche nicht trainieren und waren heute nicht zu hundert Prozent fit“, hatte SVR-Trainer Rafal Klajnszmit eine logische Erklärung für die etwas defensivere Ausrichtung seiner Elf, die zudem Schwächen im Aufbauspiel offenbarte.

„Der Aufbau über Kamil Cios und Christian Schätzke war richtig schlecht heute“, war der engagierte Coach mit der Leistung seiner Abwehrrecken überhaupt nicht zufrieden, der zudem kaum mit Alternativen auf der Bank aufwarten konnte. Zitat: „Da müssen und werden wir im Winter nachlegen.“

So wurden die Gastgeber von Minute zu Minute sicherer und erzwangen ein Spiel auf Augenhöhe. Allein im Sturmzentrum fehlte es der Henke-Elf an Durchschlagskraft, sodass Torchancen Mangelware blieben.

Coach Henke: „Wir hätten sogar in Führung gehen können“

Das sollte sich jedoch nach dem Wiederanpfiff ändern. „Wenn wir das etwas konzentrierter abschließen, hätten wir sogar in Führung gehen können“, ärgerte sich SVA-Trainer Alexander Henke über die beiden Chancen von Christian Steinmetz und Philipp Immig (52./53.), die aus fast identischer Position jeweils zu zentral das Tor anvisierten, sodass Danny Göhler parieren konnte.

Folgerichtig fiel der erste Treffer dann auf der anderen Seite. Der nach dem Spielende von seinem Trainer mit einem Sonderlob bedachte Guido Bickert – „er hat das gegen Swinarski super verteidigt“ – hob nach einem schönen Pass von David Dreyer auf Marius Jung das Abseits auf, sodass dieser plötzlich freie Bahn Richtung Tor hatte und souverän verwandelte.

Doch die Adlerträger sollten zurückkommen, denn die Maßnahme von Henke, Christian Steinmetz ins Sturmzentrum zu stellen, war ein Volltreffer.

Fortan beschäftigte die Nummer vier des SVA die Gästeabwehr fast im Minutentakt und erkämpfte folgerichtig auch den Freistoß, der für den Höhepunkt des Tages auf dem Chattenloh sorgen sollte: Mit einem Freistoß Marke „Tor des Monats“ aus rund 18 Metern direkt in den Torwinkel sorgte Sören Pfliegner für den verdienten Ausgleich.

„Ärgerlich, wir schaffen es nicht, mit vier Mann den Ball fair zu erobern“, kritisierte SVR-Coach Klajnszmit die Aktion seiner Abwehr, die zu dem aus seiner Sicht unnötigen Freistoß führte.

Auch mal mit einem Unentschieden zufrieden sein

In der Folgezeit hatten dann beide Teams kleinere Chancen auf den Siegtreffer, richtig spannend wurde es jedoch nur in Minute 72. Beim Abstoß von Wassmann kam dieser durch einen nicht geahndeten Schubser vom listigen Swinarski ins Straucheln, doch der Heber des SVR-Stürmers aufs leere Tor wurde von Eike Görs mit einem großartigen Flugkopfball geklärt.

Philipp Christl, der mit Fynn-Luca Eilers ein großes Lob seines Trainers erhielt, avancierte zum Fels in der Brandung in dem wohltuend fairen Derby, sodass am Ende das Remis die logische Konsequenz war.

„Den Schwung müssen wir jetzt mit in die nächsten Wochen nehmen“, schaute Alex Henke bereits kurz nach dem Abpfiff in die Zukunft, und auch sein Pedant richtete den Blick bereits nach vorne: „Wir wussten, dass es ein schwieriges Spiel wird und das hat sich bewahrheitet. So muss man dann auch mal mit einem Punkt zufrieden sein“, so Klajnszmits Statement zu den hochinteressanten neunzig Minuten, in denen eine leidenschaftlich kämpfende Adlerelf den technisch besseren Gästen erfolgreich Paroli bieten konnte. (Stefan Konklowsky)

SV Adler II - SV Reichensachsen 1:1 (0:0)

SV Adler Weidenhausen II: Wassmann - Schurbert, P. Christl, Eilers, Bickert, M. Friedrich, Görs (Bebendorf/80.), Immig, Steinmetz, Pfliegner (Herwig/82.), Mischka (Burdzik/60.).

SV Reichensachsen: Göhler - Vidal, Cios, Schätzke, Montag, Binneberg, Swinarski, Dadah Barringo, Dreyer, Manegold (Bachmann/60.), Dreyer.

Zuschauer: 300.

Schiedsrichterin: Janika Balzer (Hosenfeld).

Tore: 0:1 Jung (55.), 1:1 Pfliegner (66.).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.