Vor Ort beim Turnier der U-8-Fußballer vom GSV Eintracht Baunatal in der Rundsporthalle

Nur der Pokal war zu schwer

Einstimmung: Die Baunataler Trainer und Betreuer Claudio Bonanno (hinten von links) und Stefan Handwerker sowie Tim Werner (vorn von rechts) und Daniel Pape stellen ihr Team auf die Partie gegen die SG Schauenburg ein. 3 Fotos: Fischer

Baunatal. Urplötzlich war der ganze Spuk vorbei. Acht Stunden lang hatte das pralle sportliche Leben getobt, nun verlief es sich. Dabei waren erst wenige Minuten seit dem Finale und der Siegerehrung vergangen, doch die Baunataler Rundsporthalle, Austragungsort des U-8-Turniers des GSV Eintracht Baunatal, leerte sich unverzüglich.

Rasch schleppten Helfer die Fußballtore weg, wenig später standen die gewohnten Handballtore wieder an ihrem Platz. Und auch die mit Klebeband gezogenen Strafraumlinien wurden sofort entfernt. Auf den Tribünen, zuvor von zwölf Mannschaften, deren Anhang und weiteren Zuschauern voll belegt, tummelte sich bald niemand mehr.

Irgendwie hatten bis dahin auch die Kicker der SG Rosenhöhe Offenbach ihre schwerste Aufgabe gelöst. Nach dem 1:0 gegen Mainz 05 im Finale benötigte es drei ihrer Spieler, den großen Siegerpokal in die Kabine zu schleppen.

Harte Nuss zu knacken

Noch im Vorjahr wurde in bescheidenerem Rahmen gespielt. Diesmal gelang der Eintracht ein größerer Wurf. „Wir haben über eine Jugendfußball-Gruppe im Internet Kontakte geknüpft und schnell weitere Zusagen prominenter Klubs erhalten, nachdem die Mainzer als Zugpferd ihr Kommen versprochen hatten“, sagte mit Daniel Pape einer der Verantwortlichen. Nur eine harte Nuss mussten sie knacken, ehe der Ball rollte: „Vor ein paar Tagen hat es bei unserem Metzger gebrannt. Wo sollten wir nun plötzlich 400 Bratwürste herbekommen?“ Aber auch dieses Problem wurde gelöst.

Prächtige Stimmung ohne Nörgeleien oder Proteste irgendwelcher Art herrschte ohnehin, und nicht nur deshalb erfuhr der GSV viel Anerkennung – auch von den auswärtigen Mannschaften. Nicht alle von ihnen reisten schon am Vortag an. „Das bringt nichts. Die Kinder sind meist so aufgeregt, dass sie kaum schlafen. Am Morgen sind sie dann schwerfällig und unkonzentriert“, meinte etwa Kai Vogel, Trainer von Lok Leipzig.

Absolut fit ging nicht zuletzt das zweite Team der Eintracht ins Rennen. In der Vorrunde trotzte sie den Mainzern ein 1:1 ab, wobei Nils Handwerker die Führung der 05er ausglich, und ließ der SG Schauenburg im Derby um Platz fünf beim 4:1 keine Chance. Schon nach vier Minuten hatte Alessio Bonanno mit drei Toren alles klargemacht. Ob ihm solches schon mal gelungen sei, wusste er nicht: „Habe ich vergessen.“

Drei von der Regie

Beim engen Spiel gegen Mainz wäre Bonanno beinahe das 2:1 geglückt, aber, so vermutete sein Nebenmann Niklas Reith, „er hatte in diesem Moment nicht mehr genug Kraft“. Kaum noch Kraft hatten schließlich auch die total geschafften Jorge Prieto, Lars Liesche und Dennis Kornetzky von der Turnierleitung. Acht Stunden lang verrichteten sie in ihrer überhitzten Kabine Schwerstarbeit. „Man hat noch nicht mal Zeit, etwas zu essen oder auf die Toilette zu gehen“, sagte Liesche. Was sie sich dennoch nicht nehmen ließen, waren sporadische Blicke auf ihren Tablet-PC, auf dem die Bundesliga-Konferenz zu sehen war. Kurz nachdem die Profis in die Kabine durften, war auch für die drei von der Regie der Spuk vorbei.

Von Wolfgang Bauscher

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