Premiere des Bilstein-Marathon wurde zum vollen Erfolg

Silvio Vollstädt

Kleinalmerode. Ein Göttinger ist in Kleinalmeröder zum König geworden, zum König der Ausdauersportler. Frank Kleinsorg heißt der Sieger des ersten Bilstein-Marathon. Der 40-Jährige benötigte 3:08:37 Stunden und war damit mit Abstand der Schnellste aller 138 Starter über die 42,195 Kilometer. Bei den Frauen gewann Dorothe Wolf in 4:11:23 Stunden.

Als Kleinsorg die Ziellinie in der stillgelegten Lagerhalle der Firma Jühnemann im Kleinalmeröder Gewerbegebiet überquerte, war er sichtlich erschöpft. „Das hätte ich nicht gedacht“, sagte der Mann der für den Ausdauersport für Menschlichkeit (ASFM) Göttingen startet. Kleinsorg lief schon zahlreiche Marathons, seine Bestzeit liegt bei 2:36 Stunden. „Das war in Berlin vor sechs Jahren“, erläutert er. Der Bilstein-Marathon aber sei der schwierigste gewesen. „Es ist eine schöne und abwechslungsreiches Strecke mit einem beachtlichen Schwierigkeitslevel. Besonders die vielen kurzen Anstiege haben Kraft gekostet“, sagte der Sieger. Trotz aller Qualen, für Kleinsorg stand fest: „Ich komme nächstes Jahr wieder.“

Mit dieser Meinung war der Göttinger nicht allein: Egal wen von den insgesamt 250 Startnern man fragte, alle waren sich einig: Die Premiere des Bilstein-Marathons war bestens organisiert und war eine echte Herausforderung.

Die Organisatoren von sport4you um den passionierten Ausdauersportler Gerno Semmelroth aus Kleinalmerode und Klaus Schönewolf von den Stadtwerken Witzenhausen freut das. Aber sie kannten auch die Vorzüge ihrer Veranstaltung. „Wo gibt es schließlich noch einen derart anspruchsvollen Marathon? Der Bilstein-Marathon ist nicht zu vergleichen mit einem Stadtlauf. Die Höhenmeter und das Streckenprofil sind sehr schwierig zu bewerten. Darum ist die Endzeit von Kleinsorg eine außerordentliche Leistung. Wir haben mit Bestzeiten von 3:15 Stunden gerechnet“, sagt Semmelroth. Auch die Siegerzeit beim Halbmarathon habe alle Erwartungen übertroffen. Sascha Vogler gewann in 1:28:35 Stunden. „Das ist schon bärenstark“, so Semmelroth.

Stark war aber auch die Leistung von Horst Preisler, der nach 6:24:17 Stunden das Ziel erreichte. Das sind zwar drei Stunden mehr als der Sieger benötigte. Doch dafür ist Preisler auch fast doppelt so alt. Mit 74 Jahren war er der älteste Teilnehmer in Kleinalmerode. Der Senior gilt als Weltrekordler im Sammeln von Marathons und Ultramarathons. „Dieser hier war mein 1711. Marathon“, sagt er. Preisler fing 1974 mit dem Laufen an.

Zu diesem Zeitpunkt war Silvio Vollstädt gerade mal drei Jahre alt. Jetzt ist er 39 und darf sich „schnellster Friseur Deutschlands“ nennen. Der Meininger ist dreifacher Deutscher Meister der Friseure im Halbmarathon. In Kleinalmerode lief er den Marathon zur Saisonvorbereitung. „Da habe ich aber noch nicht gewusst, wie weh dieser Lauf hier tut“, sagte Vollstädt. Und: „Ich nehme auch an Bergläufen in den Alpen teil, aber der Bilstein-Marathon ist heftiger. Aber ich komme wieder.“ Der Friseur-Meister kam nach 3:19 Stunden ins Ziel und wurde Zweiter. Und seine Frisur saß, trotz Regens und Schweiß.

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