Adam Biewald sitzt wieder im Sattel

Eschweger Mountainbiker meldet sich nach fünf Jahren Pause zurück

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Der größte Triumph: Adam Biewald bei der Siegerehrung der Europameisterschaft 2012, die er gewann.

Eschwege. So richtig weg vom Radsport ist Adam Biewald nie gewesen, seit er seine aktive Karriere  beendete. 

In dieser Zeit war der Mountainbike-Marathon-Europameister des Jahres 2012 als Trainer tätig und machte sich gleichzeitig noch selbstständig. Dennoch sagt er selbst: „Jetzt bin ich wieder da.“  Biewald will zurück auf die große Bühne. Er will ehrgeizig trainieren, Rennen fahren, Trophäen gewinnen – eben das, was er zuvor jahrelang nebenberuflich machte.

Die Beweggründe

Den Aufwand, den der mittlerweile 52 Jahre alte Radsportler betreiben muss, um an seine frühere Leistungsstärke heranzukommen, schätzt der Fahrer aus Rodebach mit polnischer Herkunft realistisch ein: „Es wird eine intensive Zeit, weil das Training umfangreich ist und ich ja richtig in Form kommen will. Aber ich freue mich sehr darauf, jetzt wieder richtig Gas zu geben.“

Warum ihn der Ehrgeiz wieder packte? „Ich trainiere viele Kinder und will als Aktiver noch mal vorangehen. Ich merke, ich habe noch Sprit im Tank und will zeigen, dass ich es noch kann.“ Und wenn er sich auf das Rad setzt, könne es laut Biewald nur eine Richtung geben: „Volle Kraft voraus. Nur mal aus Spaß mitzufahren, das geht nicht. Wenn ich das mache, dann richtig.“

„Für meine Rückkehr habe ich zwei längere Etappenrennen geplant“, erzählt der 52-Jährige. Das erste sei für Ende Juli im Sudetenland geplant. „Das wird ein Sechs-Tage-Rennen.“ Für das zweite reist er noch einige Tausend Kilometer weiter. Es geht nach Brasilien zum Etappenrennen „Brasil Ride“.

Gemeinsam mit seinem Teamkollegen Edward Szraucner aus Wesel will sich Biewald in der Rennszene wieder zurechtfinden und im nächsten Jahr angreifen. „Die ganzen Frühjahrsklassiker habe ich ja jetzt schon verpasst.“ Szraucner, der ebenfalls schon Mountainbike-Europameister wurde, und Biewald kennen sich aus dem Effeff. „In den Jahren 2008 bis 2012 sind wir oft im Team gefahren und haben sehr viel gewonnen. Jetzt heißt es für mich, nach der Arbeit viele Kilometer zu fahren und sehr diszipliniert zu sein.“

Der erste Test

Biewald nutzt derzeit einige Rennen, um seine Form zu überprüfen und unter Wettkampfbedingungen zu trainieren. Beim Bilstein-Marathon rund um Kleinalmerode gewann er seine Altersklasse über 35 Kilometer und 900 Höhenmeter. „Das war mein erstes Rennen seit rund fünf Jahren“, sagt Biewald und fährt fort, „und ich habe gewonnen, obwohl ich bei ungefähr 50 Stundenkilometern schwer gestürzt bin.“ Trotz zahlreicher Blessuren schwang er sich sofort wieder auf das Rad und holte sich letztlich sogar den Sieg.

Zudem befuhr Biewald, der im österreichischen Graz im Jahr 2012 bei der Mountainbike-Marathon-Masters-Europameisterschaft über 104 Kilometer und 4000 Höhenmeter seinen größten Erfolg feierte (Zeit: 5:26 Stunden), den Rennsteig – 170 Kilometer – zum Test. „Die Leistungen zeigen mir, dass ich gut zurückkehren kann“, sagt er selbstbewusst.

Zum Training befand er sich kürzlich für ein Einzelrennen in Polen. „Jetzt muss es immer weitergehen.“

Das Karriereende

An den Moment, der Biewalds vorläufiges Ende vom Leistungssport bedeutete, erinnert er sich genau. „Das war 2012 bei der letzten Etappe eines mehrtägigen Rennens. Da bin ich gestürzt und habe danach eine sehr lange Genesungszeit gehabt. Daraufhin bin ich dann nicht mehr leistungsorientiert gefahren. Bis jetzt.“ 

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