So stark wie nie

Ahnataler Radsportler Vogel will zur Militär-Weltmeisterschaft

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Vorne weg: MT-Fahrer Kevin Vogel ist in der laufenden Saison äußerst erfolgreich unterwegs.

Melsungen. Da startet einer durch und bleibt doch ganz entspannt. „Ich hatte ein gutes Frühjahr“, sagt Kevin Vogel. Gemeint war eine gelungene Vorbereitung mit einem dreiwöchigen Trainingslager mit dem Bundeswehr-Nationalkader in der Höhe in New Mexiko.

Für den Radfahrer des Regio Teams der MT die „Basis“ dafür, dass er nach der Hälfte der aktuellen Saison schon so viele Siege eingefahren hat wie in der kompletten vergangenen. Und die war seine beste seit seinem Wechsel 2014 nach Melsungen.

Eine Art Neuanfang nach zweijähriger, berufsbedingter Pause. Denn der geborene Ahnataler, als Jugendlicher noch viel und erfolgreich mit dem Mountainbike unterwegs, kam als C-Fahrer und stieg innerhalb nur eines Jahres über die B- in die A-Klasse auf. Und gab weiter Gas. Kletterte in der Rangliste des Bundes Deutscher Radfahrer von Rang 611 (2015) auf den 44. Platz (2017) und aktuell auf Rang 36. Dank elf Podiumsplätze (viermal Erster, viermal Zweiter und dreimal Dritter bei bundesoffenen KT/ABC-Klasse-Rennen).

Besonders stolz ist der langjährige Trainingspartner von MT-Kapitän Axel Hauschke darauf, „dass ich viermal alleine angekommen bin“. Etwa bei Rund um Keltern über 100 Kilometer. Was auch der Tatsache geschuldet ist, dass der 28-Jährige als „bergfester Sprinter“ zwar kein Spezialist am Berg oder im Schluss-Spurt ist. Aber beides kann. Ebenso Löcher zufahren. Und im richtigen Moment die Konkurrenz abhängen, um dann den gewonnenen Vorsprung ins Ziel zu retten.

Kevin Vogel

Zwei Siege sollen bis zum Ende der Saison noch hinzu kommen, um am Ende des Jahres unter den besten 50 deutschen Fahrern - Amateure plus Profis - geführt zu werden: „Das wäre schön“, sagt der 28-Jährige, der in Kirchzarten (Schwarzwald) wohnt und trainiert sowie bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Freiburg arbeitet.

Vogels großes Ziel ist die kommende Militär-Weltmeisterschaft in Holland. Dort tritt er als amtierender Einzel-Europameister an, glaubt jedoch an eine größere Erfolgschance mit dem Team. Da sei sogar ein Sieg möglich, auch dank starker Nebenleute wie Henning Bommel und Lukas List, die ihre Stärken im Sprint haben.

Zum Jahresende warten dann noch zwei echte Schmankerl auf den ehemaligen Fahrer der Zweiradgemeinschaft Kassel: Ein Ein-Tages-Rennen in Tobago und ein Etappen-Rennen in Singapur. „Eine tolle Abwechslung“, freut sich Kevin Vogel schon darauf, was seinen sportlichen Ambitionen („Wenn‘s geht, vorne mitfahren“) keinen Abbruch tut.

Profikarriere kein Thema

Im Ausland startet der MTer für das Team „Embrace the world cycling“, was aus zwei afrikanischen und 18 deutschen Fahrern besteht. Eine Renngemeinschaft und Hilfsorganisation, die bei ihren Rennen in Afrika immer auch Koffer voll Trikots und Material für die heimischen Fahrer dabei hat, „die sonst an solche Sachen kaum herankommen“, sagt Vogel. Zudem unterstützt die Mannschaft diverse örtliche Radsportprojekte.

Eine Erweiterung des rein sportlichen Horizonts, die möglichen Gedanken Vogels an eine Profikarriere angesichts des Höhenflugs in dieser Saison, will er gar nicht erst aufkommen lassen. Denn: „Nur als Amateur habe ich diese Entscheidungsmöglichkeiten.“ Außerdem seien ja gerade die aktuellen Bedingungen, die Unterstützung durch Verein und Arbeitgeber, ein wichtiger Grund für seinen Erfolg. Will heißen, dass er dem Regio Team MT Melsungen vorerst treu bleibt. Auch wenn zu den aktuellen vier Saisonsiegen noch einige dazu kommen sollten.

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