Vereinsleben ist das große Plus

Gegen den Trend: SpVgg. Zella/Loshausen gründet gleich zwei neue Sparten

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Stehen gemeinsam für neue Angebote bei der SpVgg. Zella/Loshausen: (von links) Melissa Gebhardt, Theresa Schmerer, Carina Mayr (alle Frauen-Fußball), Vorsitzender Kai Hennighausen, Manuel George (Radsport) und Fußballfachwart Tobias Ratajczak.  

Es ist eine Zeit, in der Vereine um ihre Existenz bangen. Es ist zu befürchten, dass nicht alle Sport-Mannschaften die Corona-Krise überstehen werden. Und was macht die SpVgg. Zella/Loshausen? Die gründet innerhalb weniger Wochen gleich zwei neue Sparten.

Was ist da denn los? „Wir haben eben Bock aufs Vereinsleben. Das Vereinsheim ist bei uns von Jahr zu Jahr voller geworden, weil wir auf eine hohe Identifikation setzen und mehr als nur zusammen trainieren“, erklärt Fußballfachwart Tobias Ratajczak. Deswegen wurde die Senioren-Sparte im vergangenen Jahr durch die Alten Herren erweitert und Darts als Abteilung eingeführt, weil die Schwälmer Fußballer aus den Willingshäuser Ortsteilen auch gerne die Pfeile fliegen lassen. Jetzt wurde nach dem Frauenfußball die Radsportgruppe gegründet.

„Seit einem Jahr gibt es über WhatsApp lose Kontakte zum Fahrradfahren. Durch Corona ist das Interesse unserer Mitglieder daran gestiegen, also wollen wir auch hier etwas bieten“, betont der Vorsitzende Kai Hennighausen. Aus acht Radlern sind in kürzester Zeit 20 geworden. Tendenz steigend. Mit Triathlet Holger Braun und Rennradspezialist Manuel George wurden zwei Trainer gefunden, die je nach Vorliebe auf Rennen auf der Straße oder mit dem Mountainbike im Gelände vorbereiten sollen. Die passenden Outfits sind bereits bestellt. Ziel für die ambitionierteren Radler ist die Saison 2021.

Bereits 30 Spielerinnen gefunden

Noch mehr Mitglieder haben die Fußball-Frauen. 30 Mitgliedsanträge schickte Ratajczak schon ab. Darunter sind Wieder-Einsteigerinnen, Neu-Starterinnen und je zwei Zugänge aus Seigertshausen, Antrefftal und Bad Zwesten. „Wir wollen aber keine anderen Vereine kaputtmachen, sondern vielmehr denen einen Klub bieten, die bei uns angefragt haben“, betont der Fußballfachwart.

Deswegen kam das Angebot von Trainer Andreas Bornemann gelegen, ein Team mit Torhüterin Carina Mayr als Co-Trainerin unterstützt von der spielenden Betreuerin Theresa Schmerer als Leiterin aufbauen zu wollen. Die Mannschaft wird für die Kreisliga A gemeldet und besteht aus Kickerinnen zwischen 15 und 35 Jahren. Acht Spielerinnen sind U 18. Schnellstmöglich soll es in die Kreisoberliga gehen. Denn in der Kreisliga A gibt es je nach Gegner Siebener, Neuner und Elfer-Mannschaften. Und nur elf gegen elf macht dauerhaft Sinn für den großen Kader.

Bundesliga-Spielerin bleibt Verein treu

„Wir wollen den Frauen ebenso Nachhaltigkeit bieten wie den Männern. Geld gibt es nicht, aber dafür neben der normalen Ausrüstung auch Bademäntel und Badelatschen mit dem Kleeblatt“. Dazu haben regelmäßig gemeinsames Essen und die Mannschaftsfahrten per Bus – nicht mit dem Flieger nach Mallorca – ihren Teil zum Aufschwung der ältesten Spielvereinigung Hessens (seit 1947) beigetragen.

Ganz zur Freude der Familie Schwalm. Denn ebenso wie Vater Volker als Physiotherapeut zählen dessen Sohn Alexander als Angreifer der ersten Mannschaft, Tochter Laura als zweite Kassiererin und deren Schwester Viktoria zum Verein. Das ist das wohl bekannteste Mitglied, weil sie seit 2012 bei Turbine Potsdam spielt. Die 22-jährige Bundesliga-Spielerin guckt sich nach Möglichkeit regelmäßig Spiele des Kreisoberligisten an und spendierte den Kleeblättern ihr eigenes Trikot zur Weihnachtsfeier für die Tombola zugunsten der Jugendarbeit.

Von Sebastian Schmidt

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