Vor Ort: Trial-Teamweltmeister Moritz Mettenheimer trainiert beim Hessen-Cup für Deutsche Meisterschaft

Mit Mut und Geschick ans Ziel

Typische Trial-Pose: Moritz Mettenheimer steht auf dem Sandstein-Hindernis und bereitet sich auf den Absprung vor. Fotos: Zgoll

Niestetal. Mit dem Fahrrad in zwei Meter Höhe, die Hindernisse rauf- und runterspringen, mal auf dem Vor-der-, mal auf dem Hinterrad stehen: Für den Trial-Fahrer Moritz Mettenheimer ist das Alltag. „Mut, Selbstvertrauen und ein gutes Gefühl zum Fahrrad, das braucht man dazu“, sagt der 19-Jährige am Rande des Hessen-Cups im Fahrrad-Trial am Sonntag in Heiligenrode. „Für mich ist das eine Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen“, sagt Mettenheimer, der für den ASC Melsungen startet, beim Aufwärmen vor dem Wettkampf. In drei Durchgängen müssen die 59 gemeldeten Trial-Fahrer jeweils sechs Sektionen absolvieren.

Kurz vor dem Start in den ersten Teilabschnitt beobachtet Mettenheimer den Parcours genau. Er geht von Tor zu Tor, merkt sich die Tücken und sucht den besten Weg durch den slalomartigen Kurs, den er gleich mit seinem Trial-Fahrrad absolvieren muss.

Punkt zwölf Uhr geht es los. Mettenheimer schwingt sich aufs Rad, tritt in die Pedale und fährt auf das erste Hindernis zu. Dort angekommen, balanciert er sein Rad aus: Dazu benutzt er immer wieder Bremsen und Pedale. Dann zieht er am Lenker, hebt sein Vorderrad an und fokussiert mit den Augen sein Ziel: Einen ruckartigen Sprung später steht er oben auf einem Sandstein und arbeitet sich durch die mit roten Pfeilen markierten Tore. Zwischendurch fragt er den Wettkampfrichter: „Zeit?“ Ein paar Sekunden später rollt er durchs Ziel der Sektion und ist zufrieden. Weder kommt er mit einem Fuß auf den Boden, noch überschreitet er die erlaubte Zeit von 2:30 Minuten.

Vor dem zweiten Teilabschnitt dasselbe Spiel: Erst begutachtet Mettenheimer den Kurs, dann fährt er fehlerfrei. Eine Routine, die sich vor jedem Parcours wiederholt und fast immer gelingt. Lediglich einmal im ersten und einmal im zweiten Durchlauf unterläuft im ein Fehler: Je fünf Strafpunkte – einmal für das Verpassen eines Tors, einmal kommt er mit einem Rad leicht aus der Sektion.

Zweieinhalb Stunden dauert Mettenheimers Wettkampf, dann beginnt er den dritten Durchlauf. Und er muss dem warmen Wetter Tribut zollen, verliert Kraft und Konzentration. Die Folge: In der Hälfte der Sektionen patzt er, handelt sich 15 Strafpunkte ein. „Normal passiert mir das nicht“, sagt er. „Ich habe einfach zu wenig getrunken.“

Deswegen ist das Warten auf das Ergebnis nicht spannend. „25 Strafpunkte sind einfach zu viel“, sagt der 19-Jährige, der innerlich ein wenig genervt wirkt, sich äußerlich aber entspannt gibt. Er wird letztlich Dritter von vier Startern in der Elite-Kategorie.

„Für mich zählt die Deutsche Meisterschaft“, blickt er auf seinen Saisonhöhepunkt am 21. Juni in Bad Endbach. „Dort will ich unter die Top vier kommen.“ Und sich damit für die Europa- und Weltmeisterschaft qualifizieren.

Von Frank Brauner

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