BMX in Ahnatal: Hohes Tempo und weite Sprünge

Spektakuläre Sprünge: In der Ahnataler BMX-Arena zeigen die Fahrer ihr Können. Foto: Schachtschneider

Ahnatal. Schnelle Rennen, spektakuläre Flugeinlagen und packende Schlusssprints – 1228 Sportler aus fünf Nationen stellten an zwei Wettkampftagen beim Drei-Nationen-Cup der BMX-Fahrer in der Ahnataler Arena unter Beweis, dass ihr Sport einiges zu bieten an. Neben Punkten für die Rennserie Drei-Nationen-Cup der Länder Deutschland, Belgien und der Niederlande ging es in einem internationalen Rennen um Qualifikationspunkte für die internationalen Turniere sowie perspektivisch bereits für die Olympia-Qualifikation 2020.

Die Premiere

Gerade einmal 600 Meter von der BMX-Arena entfernt wohnt Moritz Keil, der sein erstes Rennen in der Topklasse der Junior Men absolvierte. „Der Halbfinaleinzug wäre schon okay“, meinte der 16-Jährige im Vorfeld des Rennens. Nach Platz sechs im ersten Vorlauf schien der Traum zu platzen. Doch der Schüler der Ahnatal-Schule-Vellmar bewies Kampfgeist und kam beim zweiten Vorlauf durch einen herausragenden Sprung über den technisch schwierigsten Rennabschnitt Pro Section, den nur die Topklassen fahren, als Dritter zurück.

Nach Platz vier im dritten Vorlauf reichte es doch noch für das Halbfinale. Dort zeigte er eine taktische Meisterleistung und fuhr ins Finale. Im letzten Lauf des Tages stürzte der Niederländer Tino Pompa vor Keil, der dadurch aus dem Tritt kam und am Ende Siebter wurde. „Ich habe mich bei dem Sturz verspekuliert, sonst wäre ich auf Position vier in den letzten Streckenabschnitt gegangen“, ärgerte sich Keil. Höchste Anerkennung erhielt er dagegen von seinem Trainer Carsten Rövenstrunk: „In seinem ersten Rennen in der Topklasse ins Finale einzuziehen, ist ein Riesenerfolg.“ Keils Selbstkritik bewertete Rövenstrunk, der zudem den Hessenkader trainiert, positiv: „Der Junge will alles. Es macht Spaß, mit so einem Athleten zu arbeiten.“

Die Nationalmannschaft

Die Fahrer des Bundeskaders erlebten einen durchwachsenen Renntag. Europameisterin Sarah Sailer wurde immerhin Zweite. „Als Europameisterin erwarten immer alle, dass ich gewinnen muss. Aber beim BMX ist Glück ein entscheidender Faktor, davon hat man mal mehr und mal weniger“, beschrieb die 20-Jährige den Druck, der auf ihr lastet. Luis Brethauer, Halbfinalist bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, schied bereits im Vorlauf aus. Liam Webster blieb als Siebter unter seinen Möglichkeiten. Zufrieden war Bundestrainer Florian Ludewig somit nur mit der Juniorenklasse, wo neben Keil drei weitere Deutsche ins Finale einzogen und Kay Stindl und Jonas Ballbach einen Doppelsieg feierten.

Die internationale Elite

Die Niederländer formierten in den Toprennen eine Phalanx. Bei den Frauen konnte nur Sailer einen Dreifachsieg von Judy Baauw, Ellen Jacobs und Viviana van Hees verhindern. Noch erfolgreicher waren die Männer, die mit Joris Harmsen, Mitchel Schotman, Justin Kimmann und Martijn Jaspers einen Vierfachsieg perfekt machten. Dahinter reihte sich der Australier Shane Rosa ein. „Es war ein besonderes Rennen in Ahnatal, eine fantastische Stimmung“, meinte Rosa, der 2015 Weltmeister im Zeitfahren war.

Von Tobias Kisling

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