Velonistas Nordhessen auf Radwegen unterwegs 

Rennradfahrerinnen aus Kassel setzen sich für Frauen mit Brustkrebs ein 

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Immer auf dem Rad unterwegs: Yvonne Keldenich (links) und Petra Schildwächter haben die Velonistas Nordhessen gegründet. Sie fahren mit rund 40 Frauen durch ganz Deutschland, um Spenden für Brustkrebserkrankte zu sammeln.

Kassel. Sie sind das erste Frauenteam im Kasseler Rennradsport. Mindestens einmal im Monat sieht man in Kassel und Umgebung seit zwei Jahren rund 40 Frauen in pinken Trikots auf der Straße fahren. 

„Auf Nordhessens Radwegen sind die Frauen noch deutlich in der Unterzahl“, hat Yvonne Keldenich, leidenschaftliche Rennradfahrerin aus Kassel vor zwei Jahren festgestellt – und das kurzerhand geändert. „Wir wollen uns damit für an Brustkrebs erkrankte Frauen einsetzen“, erklärt sie. Die Velonistas – so nennt sich die Radtruppe – legen regelmäßig bis zu 100 Kilometer am Tag zurück. Mit unterschiedlichen Aktionen sammeln sie Geld oder wollen einfach nur Aufmerksamkeit für die Ernsthaftigkeit dieser Krebsform erregen. Auch die Farbe ihrer Kleidung spielt da eine wichtige Rolle. Die rosafarbene Schleife ist nämlich ein internationales Zeichen für die Brustkrebs-Problematik.

Seinen Anfang nahm das Ganze aber nicht in Nordhessen, sondern in Berlin. Dort hat die gebürtige Kasselerin Keldenich für einige Jahre gelebt. „Eine gute Bekannte aus unserer Radgruppe hat Brustkrebs bekommen. Durch unseren gemeinsamen Sport hat sie sich in dieser Zeit gestützt gefühlt“, sagt die 32-Jährige. Grund genug, um noch mehr Frauen in einer solchen Situation zu helfen.

Als Keldenich wieder zurück in ihre Heimat Kassel zog, gründete sie gemeinsam mit Verena Tobert, Erika Hofmeister und Petra Schildwächter die nordhessischen Velonistas. Gerade Schildwächter liegt das Thema am Herzen. „Ich war selbst betroffen“, sagt die 47-Jährige, die in ihrer Freizeit Radrennen fährt und auch sonst sportbegeistert ist. Sie und Keldenich haben sogar schon einmal beim 24-Stunden-Radrennen beim Nürburgring teilgenommen. „Das war aus sportlicher Perspektive das Spektakulärste, was ich mit dem Rad bisher gemacht habe“, sagt Schildwächter.

Pink-Ribbon-Radtouren (deutsch: Rosa Schleife) – Strampeln für den guten Zweck – mit diesen Aktionen, an denen die Sportlerinnen teilnehmen, wird deutlich: Das Brustkrebs-Thema spielt eine große Rolle. Aber nicht die einzige. Bei den Velonistas geht es auch um den ungezwungenen Spaß am Radfahren. „Wir sind kein eingetragener Verein. Bei uns kann einfach jeder mitmachen, der möchte“, sagt Schildwächter.

Wer größere Ziele hat als ein bisschen Freizeitradeln, kann bei den Velonistas auch für richtige Radrennen trainieren. „Wir fahren meistens in zwei Gruppen. Eine ist stärker, die andere etwas gemütlicher“, erklärt Keldenich.

Wer ein Rennrad besitzt und etwas von dem Teamgeist der Velonistas mitnehmen möchte, der kann unter velonistas.nordhessen@gmail.de Kontakt aufnehmen.

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