Erfolgreich mit Mountainbike und Querfeldein

Dieser Radsportler ist ein flotter Feger

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Volle Konzentration: Max Feger zählt beim Querfeldeinrennen des Deutschlandcups zu den besten zehn. 

Max Feger aus Malsfeld ist in den Radsportdisziplinen Mountainbike und Querfeldein der Beste im Schwalm-Eder-Kreis. Auch bundesweit sorgt er für Schlagzeilen.

Liebe auf den ersten Blick war es nicht. Als Max Feger noch ein Kind war, musste – er sagt wirklich musste – er mit seinen Eltern eine Radtour machen. „Das war ziemlich langweilig“, erinnert sich Feger, der mittlerweile 29 ist und jede Sekunde auf dem Fahrrad spannend findet.

Rückblick: Als Max Feger 17 ist, muss er seine Fußballschuhe wegen Leistenbeschwerden an den Nagel hängen. Zum Trost schenken ihm seine Eltern ein Mountainbike und legen damit den Grundstein für eine traumhafte Karriere. Das einsame, autodidaktische Training in den Wäldern rund um Malsfeld gefällt ihm sehr, und bald merkt er, dass seine Fortschritte immens sind.

"In zehn Jahren werde ich dieses Rennen gewinnen."

„Dann habe ich mir zugetraut, an einem Rennen teilzunehmen“, erinnert sich Feger. Im Jahr 2009 ist der Malsfelder einer von 300 Radsportbegeisterten, die den Bilstein Bike Marathon im Kaufunger Wald in Angriff nehmen. 

Der Neuling lässt zwar mehr als 250 Konkurrenten hinter sich, aber er bewundert die Spitzenfahrer, die ein höllisches Tempo über Stock und Stein vorlegen. Und niemand hört, dass er schwört: „In zehn Jahren werde ich dieses Rennen gewinnen.“ Aber soviel Geduld mit sich selbst hat der Mountainbiker nicht, denn genau ein Jahr vor dem Ablauf der selbst gewählten Frist heißt der Sieger Max Feger.

Team zahlt keine Gagen

Bei seinem Debüt vor neun Jahren trug der gebürtige Homberger das Trikot der MT Melsungen, aber sein Talent hat sich herumgesprochen, sodass der 29-Jährige mittlerweile gesponsert wird. Sportgeräte und Kleidung stellt das Team „Focus Rapiro Racing“ (siehe Hintergrund). Feger stellt jedoch klar „Gagen gibt es nicht.“ Da trifft es sich gut, dass der Radsportenthusiast auch seinen Job als Leiter einer Orthopädischen Werkstatt in Rotenburg leidenschaftlich gern macht und mit seinem Hobby kein Geld verdienen muss.

Im Oktober, wenn sich die meisten Konkurrenten auf die Winterpause freuen, bringt er das Mountainbike in den Keller und holt sich sein Rennrad mit Profilbereifung. Vor drei Jahren hat der vielseitige Sportler sein Herz für die Disziplin Querfeldein (neudeutsch Cyclocross) entdeckt. Feger nennt den Wettbewerb auf winterlichen Wiesen, bei dem das Acht-Kilo-Fahrrad streckenweise über Hindernisse getragen werden muss, die Königsdisziplin des Radsports und fügt hinzu: „Ich mag die Vielseitigkeit, die von den Querfeldeinfahrern verlangt wird.“

Zur Person

Max Feger (29) wurde in Homberg geboren und ist in Malsfeld aufgewachsen, wo er wohnt. Nach dem Fachabitur an der Radko-Stöckl-Schule Melsungen absolvierte er eine Lehre zum Orthopädietechniker. Seit vier Jahren ist er Leiter einer Orthopädischen Werkstatt in Rotenburg. Feger ist ledig, aber liiert. 

Größte Erfolge mit dem Mountainbike: Platz 16 bei den Deutschen Meisterschaften 2016, Hessenmeister 2017, Platz drei beim Bike Festival in Willingen 2018, Platz zehn beim Bike Adventure UCI S2 (Etappenrennen in Polen) 2018, Sieg beim Bilstein Bike Marathon im Kaufunger Wald (105 Kilometer/2700 Höhenmeter) 2018.

Größte Erfolge bei Querfeldeinrennen: Zweiter Platz bei den Hessischen Meisterschaften 2018, mehrere Platzierungen unter den besten zehn Startern beim Deutschlandcup, der höchsten Rennserie in Deutschland.

Hintergrund

Querfeldeinrennen finden von Oktober bis Januar überwiegend auf Wiesen, manchmal im Wald statt. Eine Runde beträgt bis zu vier Kilometer. Nach der ersten Runde wird festgelegt, wie viel Runden gefahren werden. Das Ziel ist, dass der Sieger etwa eine Stunde braucht. Bei jedem Rennen gibt es Passagen, bei denen das Rad getragen werden muss. 

Mountainbike-Rennen sind zwischen 30 und 100 Kilometer lang. Zudem müssen zwischen 800 und 3000 Höhenmeter überwunden werden. Die Rennen finden von April bis September überwiegend im Wald auf schmalen Pfaden statt. Der Untergrund kann aber auch aus Rasen, Schotter oder Asphalt bestehen. 

Max Feger fährt mit einer Lizenz der MT Melsungen für das größte Mountainbiketeam Deutschlands: Focus Rapiro Racing. Die Unternehmen (Focus baut Fahrräder, Rapiro ist eine Firma für Heizungs- und Sanitäranlagen) sind in der Nähe von Hildesheim beheimatet. Zum A-Team, dem auch Max Feger angehört, zählen zwölf Asse.

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