Vor Ort: Renntag der Zweiradgemeinschaft Kassel leidet auch unter dem Wetter

Starker Sport, wenig Fans

Hier fährt er noch in der Spitzengruppe: Später fiel Ben Völker (Dritter von rechts) etwas zurück. Fotos: Koch

calden. Schade. Der Renntag, den die Zweiradgemeinschaft Kassel am Samstag auf dem alten Caldener Flugplatz veranstaltete, hätte besseres Wetter und mehr Zuschauer verdient gehabt. So waren es überwiegend Familienangehörige, die sich im Start- und Zielbereich des drei Kilometer langen Rundkurses aufhielten. Einer, der etwas aus dem Rahmen fiel, ist Alfred Born. Der Caldener nutzte die kurze Anreise zu einem Wiedersehen mit ehemaligen Konkurrenten, denn der jetzt 75-Jährige hat während seiner Karriere als Radsportler mehr als 200 Rennen absolviert. Born und seine Frau Ingeborg hoffen, dass der Kasseler Rennsporttag eines Tages wieder in die City zurückkehrt.

Bernd Hesse erklärt, warum die Radsportler derzeit auf dem alten Caldener Flugplatz ihre Runden drehen. „Ein Renntag in der Kasseler City ist ein logistisches Problem. Da nicht so viele Straßen abgesperrt werden sollen, hätten wir nur einen relativ kurzen Rundkurs. Hinzu kommen die Proteste der betroffenen Geschäftsleute, die am Renntag Einbußen befürchten“, sagt der ZG-Vorsitzende. Für Hesse beginnt der Renntag bereits im Februar, wenn die umfangreichen Planungen beginnen.

Zum Lohn für die Bemühungen zählt, wenn der eigene Verein ein Talent in ein Rennen schicken kann. Ben Völker ist 15 und startet im Wettbewerb der U17. Der Kasseler hat am Samstag sein fünftes Rennen absolviert und musste die Überlegenheit der erfahreneren Kontrahenten anerkennen. Als das Feld nach sieben Runden den Start- und Zielbereich passierte, gehörte Völker noch der Spitzengruppe an, aber nach acht Runden hatte der Kasseler einen leichten Rückstand, den er in den verbleibenden zwei Runden nicht mehr wettmachen konnte. So landete er auf dem 16. Platz.

Die Enttäuschung war dem 15-Jährigen, dem die Tempowechsel der Spitzenfahrer arg zugesetzt hatten, anzumerken. „Ich bin platt, es war nicht mein Tag“, sagte das ZG-Talent, das sein Tagesziel verfehlte. „Ich wollte unter die ersten zwölf kommen, um zu punkten“, sagte Ben Völker, der sicher lernen wird, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. So sieht es auch Vater Roman, der das Hobby seines Sohnes fördert. Die Anreise von Kassel nach Calden ist zwar ein Klacks, aber normalerweise sind die Rennorte 200 bis 300 Kilometer entfernt. Roman Völker ist dann Chauffeur und Betreuer seines Sohnes.

Auch im Hauptrennen war die Zweiradgemeinschaft Kassel vertreten. Leonard Mayrhofer landete im Verfolgerfeld und war nicht ganz zufrieden. Der 23-Jährige sagte selbstkritisch: „Ich bin taktisch noch nicht so gut.“ Mayrhofer spielte auf die Szene nach der Hälfte des Renens an, als vorn die Post ohne ihn abging. Der auf rund 400 Meter anwachsende Rückstand konnte vom Verfolgerfeld zwar verringert, aber nicht mehr so wettgemacht werden, dass Mayrhofer noch um den Sieg hätte mitfahren können. Aber dem gerade in die A-Klasse aufgestiegenen Kasseler gehört die Zukunft.

Was man vom Renntag auf dem alten Caldener Flugplatz nicht sagen kann. Der soll bebaut werden, sodass sich die Zweiradgemeinschaft erneut nach einer neuen Strecke umsehen muss.

Von Gerd Brehm

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