Vier Stürze in zehn Minuten – Pia Klopfleisch siegt in der Hobbyklasse

Willinger Bike-Festival: Schwerverletzte beim Downhill-Rennen

Willingen. Tempo, Action und spektakuläre Sprünge – das gab’s wieder bei den Downhill-Wettbewerben des Willinger Bike-Festivals zu sehen.

Doch das Spektakel hat auch seinen Preis, denn schwere Stürze gehören bei dieser Sportart dazu. Leider auch in Willingen: Am Samstag verletzten sich bei der Qualifikation vier Biker auf dem Parcours am Ettelsberg schwer.

Gegen Ende der Qualifikation setzte plötzlich Wind ein und dann passierte es: Vier Biker stürzten innerhalb von nur zehn Minuten, jeweils beim letzten Sprung kurz vor dem Ziel. Für drei musste nach der Erstversorgung ein Rettungshubschrauber angefordert werden, der vierte wurde per Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

„Bei zwei Patienten war es gleich eindeutig, dass sie mit dem Hubschrauber weggeflogen werden müssen. Bei Kopfverletzungen und Halswirbelschäden kommt es auf einen schnellen und schonenden Transport an“, sagte Shahin Cyrus, einer von sechs Notärzten, die am Samstag in Willingen im Einsatz waren – neben weiterem Rettungspersonal und der Bergwacht. „Außer diesen Stürzen ist auch nicht viel passiert. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren war es recht ruhig.“ Grund dafür sei unter anderem das trockene Wetter gewesen. „Die Strecken waren nicht so glatt, weil es ja sonst immer geregnet hatte. Da haben wir wirklich Glück gehabt.“

Freute sich über ihren Sieg: Pia Klopfleisch aus Willingen.

Schon seit zehn Jahren ist der Korbacher beim Bike-Festival dabei. „Damals habe ich mit der Zeltversorgung angefangen.“ Mittlerweile fährt er gemeinsam mit einem Kollegen im Notarztwagen – vormittags wird der Marathon begleitet, am Nachmittag geht’s dann zum Downhill. „Die Downhiller wissen genau, worauf sie sich einlassen“, ist für Shahin der Sport alles andere als ungefährlich.

In diesem Jahr lag es am Wind, von dem die Biker bei den Sprüngen auf dem Kurs erfasst wurden. Der Veranstalter handelte angesichts der vielen Verletzungen in kurzer Zeit schnell: Die Qualifikation wurde unterbrochen, der letzte Sprung vorsorglich herausgenommen. „Die haben dort sehr gut reagiert“, lobte der Arzt und fügte hinzu: „Die drei Hubschrauber innerhalb von zehn Minuten waren auch für mich eine Premiere. Die Unfälle sind so geballt passiert, das war Schicksal.“

Unter den Startern war auch Pia Klopfleisch. Die gebürtige Willingerin hatte auf der Strecke am Ettelsberg ein Heimspiel, kennt dort jeden Sprung ganz genau. „Wir wissen, was wir da tun. Der Wind war aber am Samstag sehr übel, da habe ich auch mehr gebremst als sonst“, sagte die 20-Jährige, die weiß: „Manche packt aber einfach das Fieber, wenn sie gestartet sind. Die stellen dann den Kopf aus und gehen volles Risiko ein. Ich fahre lieber auf Nummer sicher.“ Und genau auf diese Weise sicherte sie sich am Sonntag sogar den Sieg der Hobbyklasse. Ihre Zeit: 2:32,4 Minuten. „Ich bin sehr zufrieden, es hat bestens geklappt“, sagte die Willingerin und ergänzte: „Besser als ich erwartet habe.“

Besser als erwartet lief es auch für Peter Hermann. Der Magdeburger sicherte sich am Samstag nach 4:46,45 Stunden den Sieg über die 122 Kilometer beim Mountainbike-Marathon. „Mein bisher größter Erfolg“, sagte der 26-Jährige. Zweiter wurde Tim Böhme (Frankfurt, 4:51,24) und auf Rang drei landete Karl Platt (Osthofen, 4:56,32). Bei den Frauen gewann die Mosbacherin Katrin Schwing (5:56,02).

Knapp 30.000 Besucher waren zum 18. Bike-Festival ins Upland gekommen – eine Zahl, mit der die Veranstalter sehr zufrieden waren.

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