Regionalsport

Regionale Umfrage zur Olympia-Absage: „Die einzig richtige Entscheidung“

Die Olympischen Sommerspiele in Tokio werden verlegt auf 2021. Wir haben Sportler aus der Region, deren Ziel die Olympia-Teilnahme ist, dazu befragt.

Laura Hottenrott, 27, Marathonläuferin aus Kassel: Die Olympischen

 Sommerspiele zu verschieben, war die einzig richtige Entscheidung. Und es ist gut, endlich Gewissheit zu haben. In der letzten Woche ist meine Motivation weggebrochen, reihenweise sind Qualifikationswettkämpfe abgesagt worden. Jetzt hart zu trainieren, hätte den Körper auch geschwächt und anfälliger für Infektionen gemacht. Und die Gefahr wäre viel zu groß gewesen, dass sich Corona noch einmal stärker ausbreitet, wenn bei Olympia im Sommer tausende von Menschen aus aller Welt zusammenkommen. Ich bin erleichtert, denn ich hatte Angst, dass Tokio ganz abgesagt wird.

Tobias ReichmannHandballer

Tobias Reichmann, 31, Handballer der MT Melsungen: Auch wenn es traurig ist, dass es 2020 nichts wird mit den Spielen – die Gesundheit von Sportlern und Besuchern steht über allem. Die Gefahr wäre viel zu groß, wenn Tausende aus aller Welt erst nach Japan reisen würden und dann wieder heim, Tokio würde zum Virus-Umschlagplatz. Ich bin in Sorge, wann in den Familien, im Sport wieder Alltag einkehren kann. Priorität hat jetzt für uns alle, gesund zu bleiben. Olympia 2021 - das ist für mich jetzt so weit weg. Daran denke ich überhaupt nicht.

Maximilian Weckmüller, 25, Bogenschütze aus Kassel: Unter uns Athleten war es zuletzt das große Thema. So hat mich die Entscheidung jetzt nicht überrascht. Es ist fair allen gegenüber. Nach der Entscheidung fällt man allerdings in ein Loch. Das Hauptziel für dieses Jahr ist weggebrochen, es ist nun erst mal schwer, sich weiter zu motivieren. Aus sportlicher Sicht ist es traurig, aber es ist natürlich die richtige Entscheidung. Die Gesundheit aller geht vor, und der Sport muss da zurückstehen. Das Positive ist, dass man jetzt noch mehr Zeit hat, sich auf Olympia vorzubereiten und noch mehr Erfahrung sammeln kann.

Felix Frank, 27, Kanute aus Kassel:Es ist die einzig richtige Entscheidung. Allerdings finde ich es unverantwortlich, dass sie so spät gefällt wurde. Die Situation durch das Virus ist schwer einzuschätzen, und wir Sportler wurden ja genötigt, uns weiter auf Olympia vorzubereiten. Seit zwei Wochen mussten wir mehrmals am Tag vor die Tür, anstatt geschützt zu Hause bleiben zu können. Für uns Sportler ist es eine gute Nachricht, jetzt können auch wir uns auf das Virus konzentrieren.

Neele Eckhardt, 27, Dreispringerin aus Göttingen: Das war die richtige Entscheidung. Ich hätte mehr Bauchschmerzen gehabt, wenn die Spiele nicht verlegt worden wären. Sie auf 2021 zu verlegen, ist mit aber lieber, als wenn sie gar nicht ausgetragen werden.

FotoS: Schattner/Schröder/DSB/Fischer

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