27:27 - SVH Kassel verpasst gegen Bad Neustadt ersten Sieg und muss doch mit Punkt zufrieden sein

Es reicht nur zu einem Baustein

Er kann’s auch aus dem Rückraum: Felix Gessner (li. gegen Stefan Linsmeier und Franziskus Gerr) überzeugte gegen Neustadt. Foto: Fischer

KASSEL. Nein, auch im achten Versuch ist der Knoten nicht geplatzt. Die Handballer der SVH Kassel warten nach dem 27:27 (13:14) gegen den HSC Bad Neustadt weiterhin auf den ersten Sieg in der dritten Liga. Aber immerhin: „Mit einem Stein fängt jeder Hausbau an – und wir haben heute unseren Grundstein gelegt“, sagte Stefan Albrecht im Bemühen, dem Teilerfolg etwas Positives abzuringen.

Natürlich trauerte der Trainer der Harleshäuser der verpassten Chance zum sportlichen Befreiungsschlag nach. „Denn wir waren ganz nah dran, hätten nur einen unserer vielen verworfenen Bälle nutzen müssen oder ein wenig mehr Glück benötigt.“ Erneut vier ausgelassene Siebenmeter, dazu ein halbes Dutzend freier Würfe nicht im Kasten untergebracht – so kann es nicht zum Sieg reichen. „Eigentlich hätten wir mehr riskieren können“, grübelte Roel Adams, der mit neun Toren treffsicherste Harleshäuser. „Aber auf der anderen Seite müssen wir froh sein, nicht wieder 16 technische Fehler produziert zu haben wie in Duderstadt.“

Ja, es war mehr drin für die SVH – aber auch weniger. Fünfmal nur hatten die Gastgeber im gesamten Spiel geführt – 1:0, 6:5, 16:15, 17:16 und 23:22. Aber mehrfach mit drei Treffern zurückgelegen, zuletzt beim 19:22 nach 43 Minuten. Und auch vier Minuten vor Schluss schien beim 25:27 schon alles gelaufen. „Wir haben unser Tempo nicht durchgezogen bis zum Schluss, und die Kasseler sind diesmal nicht eingebrochen wie noch in den anderen Spielen“, bilanzierte daher der junge Gästetrainer Dr. Matthias Obinger (30) im Einklang mit Stefan Albrecht ein gerechtes Unentschieden. Und machte Albrechts Mannen Mut: „Die Kasseler sind besser als ihr Tabellenplatz. Da habe ich schon deutlich schlechtere Mannschaften gesehen.“

Während in seinem Team, das mit Janis Pavlovics kurzfristig doch einen der beiden Letten dabeihatte, insbesondere die Flugschau des sprung- und wurfstarken Amerikaners Gary Hines beeindruckte, waren bei der SVH neben Adams zwei junge Burschen die Besten. Fabian Meyfarth, der trotz einer Gehirnerschütterung nach 39 Minuten für den zu Beginn enorm verbesserten Sascha Kurzrock kam und noch sechs Würfe parierte. Und Felix Gessner, dessen Leistungssteigerung immer mehr beeindruckt. „Der Junge hat einen A…. in der Hose und Verantwortung übernommen. Er ist mit nur 19 Jahren schon einer, an dem sich die Mannschaft aufrichten kann“, schwärmte Albrecht.

Nachdem Adams, Evora und der übermotivierte, zu eigensinnige Gherhard mit Strafwürfen erneut gescheitert waren, hatte sich Gessner nach 27 Minuten den Ball geschnappt, ein zustimmendes Nicken von Oldie Adams abgewartet und dann vom Strich zum 12:13 verkürzt. Auch beim 19:21 blieb er kühl, doch 25 Sekunden vor Schluss traf er den starken Torwart Badura auf den linken Fuß. Es wäre der Siegtreffer gewesen - und der zweite Baustein.

Von Gerald Schaumburg

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