Onkel Muddel, die fleißigen Eltern und erfahrene Trainer ebneten den Weg von Lisa-Maria Draude

Sie hat aufs richtige Pferd gesetzt

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Rosige Aussichten: Lisa-Maria Draude im elterlichen Garten in Fritzlar.

Interesse ist messbar: Sowohl auf HNA.de als auch bei Facebook im Bereich HNA Schwalm-Eder zeigen Daten Tendenzen unserer Leser auf.

Ein Renner waren die Siege von Dressurreiterin Lisa-Maria Draude in Fritzlar. Grund genug, ihr und ihrem Sport Aufmerksamkeit zu schenken.

Salate sind bereits vorbereitet. Mutter Gerlinde Draude freut sich auf die Erdbeerbowle. Auch der Spießbraten für den Grill ist bereit. Lisa-Maria Draude hat Familie, Freunde und Stallkollegen vom RFV Schwalmpforte eingeladen, um ihre Siege bei der S*- und M**-Dressur in Fritzlar gebührend zu feiern. „Auf dem Boden bleiben“ bleibt dennoch die Marschrichtung für die 21-Jährige. Ein Grund für die Zurückhaltung ist die starke Konkurrenz, der sich die Blondine seit einem Jahr stellt. Die Unterschiede im Vergleich zum Ponyreiten hat Draude schnell erkennt. „Der Umgang ist ganz anders. Auf dieser Ebene wissen alle, wie viel Disziplin dahinter steckt. Da gönnt jeder dem anderen auch Erfolg.“

Ein Herz und eine Seele: Lisa-Maria Draude und ihr Hannoveraner Heinz beim Ausritt in Bad Zwesten.

Die Fritzlarerin, die Betriebswirtschaftslehre im sechsten Semester in Bad Sooden-Allendorf studiert, kennt die andere Seite. Übereifrige Eltern, die zu viel Druck auf ihren Nachwuchs aufbauen. Bei ihr war Reiten stets ihr eigener Wille. Angefangen hat alles vor 18 Jahren, als Onkel Ludwig, dem zu Ehren in der Domstadt jahrelang der Muddel-Gedächtnis-Preis ausgeritten wurde, die damals Dreijährige auf ein Pferd setzte. Auf dem 1,80 m großen Fritz von Herbert Sauer, dem langjährigen Fritzlarer Vorsitzenden. Ein imposanten Bild muss das gewesen sein.

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Das war der Anfang eines neuen Lieblingszeitvertreibs der sportlichen Familie. Denn Mutter Gerlinde Draude, die es bis zur Regionalliga in Homberg schaffte, und Vater Friedhelm Knöpfel sind Tischtennis-Spieler. „Meine Rückhand ist nicht sooo stark“, witzelt die Tochter, die zuletzt auf einer Kreuzfahrt mit ihrem Freund nach Norwegen und Schweden einen Schläger in der Hand hatte. Deutlich mehr Talent zeigt sie beim Reiten. Gefördert von Top-Trainern. Regine Koch, die Pferdewirtschaftsmeisterin und Kadertrainerin, hat sie mit Ruhe begeistert. Später lernte Draude unter Springreiter Frank Plock in Borken. „Er hat einen unglaublichen Blick für Parcours und stellt sich auf jedes Pferd super ein.“ Die Früchte davon erntete sie schnell. Vor allem Sternchen wurde mit 70 Platzierungen in einer Saison zu einem „Schleifen-Pony“. Mit Chester war sie bis zur Zwei-Sterne-M-Dressur erfolgreich. Und dann kam Heinz.

Gerlinde Draude

Mit Verzögerung aber zunächst. „Der Unterschied vom Pony zum Pferd ist riesig“, sagt Lisa-Maria. Und meint damit nicht nur 1,80 m Körperhöhe von Heinz im Vergleich zu 1,46 m von Chester. „Irgendwann hat es bei beiden Klick gemacht. Es macht Spaß zu sehen, wie sich das Zusammenspiel von Lisa und Heinz entwickelt hat“, lobt Mutter Gerlinde. In Zahlen ausgedrückt: Mit 92 Punkten rangierte sie 2013 bei den Jungen Reitern unter fernen liefen. 2014 war sie mit 2261 Zählern Sechste in Hessen. Die Tendenz lässt vermuten, dass die leidenschaftliche Köchin ihre Lieben bald häufiger einladen wird, um sich für die Unterstützung zu bedanken. So wie am letzten Sonntag.

Hintergrund: Warum Rühmann einfach Heinz ist

„Der brave Soldat Schwejk“, „Die Feuerzangenbowle“ und „Der Hauptmann von Köpenick“ - kaum einer hat die deutsche Filmgeschichte so geprägt wie Heinz Rühmann. Der inzwischen elfjährige großrahmige Hannoveraner von Familie Draude bekam dessen Nachnamen verpasst. Mutter Gerlinde fand das unpassend für ein Pferd - und taufte ihn Heinz. Das gefiel dem sensiblen Tier, das mittlerweile vor allem mit diesem Namen gerufen wird.

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