Wichtigste Sichtungstermine in Balve und Aachen

Auch Burgturnier in Nörten für Olympia-Nominierung wichtig

Göttingen. Auch das Burgturnier in Nörten-Hardenberg ist ein Schritt auf dem Weg nach Rio de Janeiro – das hat der Bundestrainer der deutschen Springreiter, Otto Becker, beim Olympiatalk in Nörten-Hardenberg bestätigt.

Als die beiden wichtigsten Termine für die Sichtung werden die deutschen Meisterschaften im Juni in Balve und der CHIO im Juli in Aachen angesehen. Doch Becker sagte frei heraus, dass nicht nur diese Termine maßgeblich seien. „Der ganze Zeitraum zählt“, betonte er. 

Pro Disziplin gehen vier Reiter mit Pferden sowie je ein Ersatzreiter plus Pferd nach Rio. Für jedes Pferd werden 800 Kilo Gepäck und 120 Kilo Futter veranschlagt. Die Reiter im A-Kader sind in der engeren Wahl. Aber Cheftrainer Becker schloss nicht aus, dass auch andere Paare zum Zug kommen, wenn sie sich jetzt noch besonders hervortun. Bis zum Schluss will er die Möglichkeiten offen halten. So bekämen alle Reiter die Chance, sich bis zur endgültigen Nominierung am 18. Juli mehrmals zu zeigen.

„Die zweite Garde tut es genauso“, sagte Breido Graf zu Rantzau, Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). Mit den Entwicklungen in der Reiterei beschrieb er auch die Schwierigkeiten dabei. Von Mitte der 1990er Jahre bis heute sei der Reitsport viel professioneller geworden. Mittlerweile gebe es Turniere in Ländern, wo der Reitsport keine Tradition entwickelt habe. So werde es immer schwieriger, die guten Pferde im Land zu halten.

Wichtig: Sport am Laufen halten

Statt immer nur auf die Erfolge zu sehen, kommt es ihm darauf an, den Sport am Laufen zu halten. Der Reitsport trage fast sechs Milliarden Euro zum Bruttosozialprodukt in Deutschland bei, verwies der Graf auf die wirtschaftliche Bedeutung. Familien wie die in Nörten spielen aus seiner Sicht eine große Rolle für den Reitsport. „Die halten durch, wenn es mal eng wird“, blickte er von Nörten nach Balve, Mannheim, Münster.

In der Vielseitigkeitsreiterei ist Michael Jung in der engeren Wahl für ein Ticket zu den Olympischen Spielen. „Ich hoffe, dass wir noch die richtige Form kriegen“, sagte er mit Blick auf seine Stute Fischer Takinou. Allerdings habe er noch zwei andere Möglichkeiten. Ohnehin sollten die Pferde nicht schon jetzt am Zenit ihrer Leistungen stehen: Ihre Top-Form müssten sie in Rio zeigen. 

Von Ute Lawrenz

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