Mit ganz viel Ruhe und ohne Gerte – Sport ist ein teures Vergnügen

Dressur - die Harmonie zwischen Reiter und Pferd

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Hochkonzentriert: Lisa-Maria Draude auf Heinz beim Sieg in Fritzlar.

Fritzlar. Dressur ist für Lisa-Maria Draude mehr. Wissenschaftlich beschäftigt sich die 21-Jährige mit ihrem Sport, den fast ausschließlich Frauen und Mädchen betreiben.

Wie berichtet wird sie im September bei Bundestrainerin Monica Theodorescu die hohe Schule von Stall- und Trainingsmanagement erlernen. Bereits jetzt gibt sie Schülern in Naumburg-Heimarshausen und Fritzlar Unterricht. Hat mit Unterstützung des LRFV Fritzlar die Trainer-C-Lizenz Leistungssport erworben. Mit ihrer Hilfe stellen wir einige Aspekte der Dressur, die per Definition die Vorführung des Ergebnisses der Erziehung eines Pferdes ist, vor.

DIE GESUNDERHALTUNG 

Pferde sind Herden-, Flucht- und Steppentiere. Das heißt, sie sind sozial eingestellt, laufen bei Panik davon und fressen viel. „Pferde reagieren sehr feinfühlig. Es gibt 1000 Knöpfe, die man drücken kann“, erklärt Lisa-Maria Draude, die gelernt hat, geduldig mit ihrem Heinz zu sein und das auch ihren Schülern beizubringen. Bei der Unterkunft genießen Aktivställe Vertrauen in der Reiterszene. Also mehrere kleine Bereiche mit Stroh, zur Ruhe und auch Bewegung für die Tiere.

DIE HARMONIE REITER/PFERD 

Vertrauen ist der Anfang von allem - das gilt als Leitsatz. „Das höchste Ziel ist es, das Pferd und Reiter zu einem Lebewesen verschmelzen“, formuliert es die Fritzlarin. Man müsse lernen, die Sprache des Tieres zu sprechen. Das fängt bei der Sitzposition an. Ohr, Schulter, Gesäß und Ferse sollen ein Lot bilden. Ein gutes Bewegungsgefühl ist gefragt, um den Pferd unauffällig Hilfen im Dressurviereck geben zu können. Von der Gerte zur Erziehung hält Draude nichts.

DAS TRAINING

An Trainingstagen nimmt sich Draude zwei Stunden Zeit für Heinz. Zunächst bekommt das Tier zehn Minuten zum Aufwärmen der Sehnen. Dann wird 45 Minuten geritten. Und das mit viel Abwechslung. Beispielsweise am ersten Tag Longieren (Laufen eines Pferds auf einer kreisförmigen Bahn) und Trab (schnelle Zweitaktgangart), am zweiten Tag lockernde und lösende Übungen, am dritten Tag könnte das Thema Traversale (Vorwärts-Seitwärts-Bewegung im Trab oder Galopp, der schnellen Dreitaktgangart), lauten. Erholungszeiten sind neben Pausen wichtig.

DIE AUSSTATTUNG 

Je nachdem, ob Pferd oder Pony, ist ein vier- bis fünfstelliger Betrag für die Anschaffung notwendig. Erweiterbar auf den Preis eines Autos, Hauses oder sogar 10 bis 15 Millionen Euro (zahlte Paul Schockemöhle 2010 für Totilas). Als Nebenkosten nennt Gerlinde Draude Minimum 6000 bis 8000 Euro pro Jahr für Unterbringung, Impfungen, Nenngebühren, Hufschmied und Ausstattung. Wobei allein ein Sattel 3500 Euro kosten kann, für Reitstiefel 800 Euro bezahlt werden und Jackets, Blusen sowie Handschuhe gern individuell angepasst werden - das Auge reitet eben mit.

DIE AUSWERTUNG 

Während Turnieren gibt es Noten zwischen null und zehn für die einzelnen Aufgaben (Lektionen). Wobei eine zehn maximal für ein Wunderpferd wie Totilas vergeben wird. Werte über 80 Prozent sind Weltklasse. Die Weltrekorde in den schwersten Prüfungen hält die Britin Charlotte Dujardin auf Valegro mit 88,022 Prozent (Grand Prix Spécial) und 94,3 Prozent in der Kür. Draude hat sich in der S-Dressur über 55 Prozent auf bis zu 68 Prozent gesteigert. Daraus resultieren Ranglisten. Hier kommen Wertungen mit allen Pferden ins Klassement. Draude war 2014 in Hessen bei den Jungen Reitern somit die Beste, die mit lediglich einem Tier im Rennen lag.

Service

Den 11. Juli sollten sich Dressur-Freunde vormerken. Dann präsentiert Lisa-Maria Draude mit der ebenfalls erfolgreichen Reiterin Carmen Vollbach (Kalbsburg Reitteam Borken) ihre Sportart samt Ausbildungsweg beim Pferdemarkt in Fritzlar. Unterstützt werden sie von einem Kommentator und einem Richter. Die Uhrzeit der Veranstaltung ist noch offen.

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