Göttinger Student wird Zweiter im Burgturnier-Championat

Das Burgturnier schreibt kuriose Geschichten. Zum Beispiel die von Friso Bormann. Der 22 Jahre alte Springreiter aus Harsum bei Hildesheim war DIE Überraschung im Championat, dem wichtigsten Wettbewerb des zweiten Turniertages.

Denn anders als seine Konkurrenten ist Bormann ein lupenreiner Amateur, der gerade erst anfängt, bei der großen Tour der internationalen Stars mitzumischen. Und ein Reiter, der vielen Weltstars am Samstagnachmittag das Nachsehen gab. Denn im Sattel von Crazy Cato sicherte sich der Student aus Göttingen den zweiten Rang. Nur Carsten-Otto Nagel war besser. Der 52 Jahre alte Profi aus Wedel blieb im Stechen mit Holiday als einziger Teilnehmer fehlerfrei. Bormann und Crazy Cato leisteten sich einen Abwurf, waren nach 38,21 Sekunden aber schneller als der Ire Dermott Lennon mit Lou-Lou (4/38,30).

49 Reiter waren im Umlauf dabei, doch nur acht meisterten die zwölf Hindernisse mit 15 Sprüngen fehlerfrei. Zu den prominenten Opfern gehörte auch David Will. Der Championat-Sieger des vergangenen Jahres leistete sich mit Mic Mac du Tillard einen Abwurf. Auch zwei Peitschen-Doppelsieger konnten sich für das Stechen nicht qualifizieren. Holger Wulschner und Caipirinha schieden mit einem Abwurf aus, Lars Nieberg und Leonie W verpassten die Entscheidungsrunde ganz knapp wegen eines Zeitfehlers und belegten den neunten Rang.

Sieg nach einem Jahr Pause

Nagel dagegen war froh, endlich mal wieder einen wichtigen Sieg in Nörten erreicht zu haben. Dabei hatte der 52-Jährige die schwierige Aufgabe, als erster Teilnehmer des Stechens mit Holiday die Linie zu setzen und die Zeit vorzugeben. Der 14 Jahre alte Schimmel war nach einjähriger Pause zum ersten Mal wieder bei einem Turnier im Einsatz. „Er wurde am Knie und am Sprunggelenk operiert. Holiday ist nicht der Schnellste. Wir waren deshalb im Stechen relativ langsam unterwegs. Aber nicht so langsam, dass die anderen nichts riskieren mussten“, sagte Nagel über die Taktik.

Den 320 Meter-Parcours im Stechen mit seinen acht Sprüngen meisterten Bormann und Crazy Cato zwar zwei Sekunden schneller, ein Abwurf am dritten Hindernis verhinderte aber den ganz großen Coup des 22-Jährigen, der vor drei Jahren bei der U 25-Tour erste Erfahrungen auf dem Hardenberg sammelte. Seinen Startplatz erhielt Bormann vom Landesverband. Über den zweiten Rang und das Preisgeld von 4900 Euro freute er sich deshalb tierisch. „Das Pferd habe ich von meiner Tante geschenkt bekommen. Das war sehr großzügig von ihr. Für uns alle ist es die Bestätigung, dass Crazy Cato ein ganz tolles Pferd ist.“

Vor vier Jahren bekam Bormann Crazy Cato, dem er eine Nullrunde in den schweren Springen „durchaus zugetraut hatte“. Und der 22 Jahre alte Student der Agrarwissenschaften bedankte sich auch noch bei seiner Professorin, die ihm für das Championat freigegeben hatte. Denn nach seinem Start am Samstag um 8.30 Uhr im Preis der Gemeinde Nörten-Hardenberg, bei dem er nur den 52. Rang belegte, schwang sich Bormann auf sein Motorrad und düste in die Uni. „Wir hatten Anwesenheitspflicht. Pünktlich zum Championat war ich dann wieder in Nörten.“ Eine Rückkehr, die die Zuschauer mit viel Applaus honorierten.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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