Reitsport: Organisator Dr. Kaspar Funke über die Starterliste beim Burgturnier auf dem Hardenberg

Jeder Reiter mehr kostet Strafe

Nörten-Hardenberg. Feste Regeln gibt es dafür, wie die Starterliste für ein Reitturnier entsteht. Für das Burgturnier (18. bis 21. Mai) kann das Dr. Kaspar Funke vom Veranstalter Escon Marketing erklären: 50 Prozent der Teilnehmer werden über die Deutsche Reiterliche Vereinigung oder Fédération Equestre Nationale (FN) gestellt. In der Ausschreibung festgelegt ist eine Quote für den Landesverband, außerdem die Zahl spezieller Nachwuchsreiter. Der Veranstalter hat laut Funke sieben Plätze, teils über Wildcards, zu vergeben.

Die zweite Hälfte des Teilnehmerfeldes entsenden die ausländischen Föderationen über die Fédération Equestre Internationale (FEI). Auch die FEI kann Nachwuchsreiter über gesonderte Wildcards entsenden. Mit Wildcards kann man Sportlern, die den Qualiregeln nicht genügen, eine Teilnahme gewähren.

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„Es gibt in Deutschland unendlich viele, die beim Burgturnier mitreiten wollen“, sagt Funke. Deshalb sei nicht allen ein Platz sicher. Denn mit mehr Startern würde man den Zeitrahmen sprengen. Spitzenreiter hätten durchgesetzt, dass bei Turnieren nach Weltrangliste entschieden werde. Ein junger Reiter oder einer, der länger ausgefallen sei, habe es schwer, einen Platz zu bekommen.

„Daran müssen sich die Reiter gewöhnen“, sagt Funke dazu, dass Zusagen manchmal auf sich warten lassen. Nicht der Veranstalter, sondern die FN sei hier der richtige Ansprechpartner. „Wer mit will, muss sich beim Bundestrainer melden.“

Vier Monate vor dem Burgturnier habe Escon Marketing die Höchstzahl der Reiter festlegen müssen. Auch die Zahl der Pferde pro Reiter sei wie üblich festgesetzt. Für jeden mehr gebe es ein Strafgeld. So geht Funke auf Nummer sicher und setzt die Höchstzahl in der Ausschreibung etwas höher als tatsächlich vorgesehen. Dass das sinnvoll ist, beweist dieser Fall: Ein Reiter der Weltelite bekommt einen Startplatz beim Burgturnier. Kurz danach meldet er seine Frau an. Lehnt der Veranstalter sie ab, will auch der Spitzenmann nicht kommen. Deshalb werde auch der Start der Frau ermöglicht.

Wer über die Startgebühren bei hiesigen Turnieren schimpfe, muss laut Funke nach Amerika schauen. Dort seien die Kosten um ein Vielfaches höher. Außerdem werde Pferdeeigentümern eine Plattform für den Pferdeverkauf geboten. Für Spitzenpferde sind laut Funke Preise bis zu 20 Millionen Euro zu erzielen.

Die Zukunft des deutschen Reitsports sieht der Escon-Chef verhalten. „Wir müssen uns Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach als Vorbild nehmen“, verweist er auf den Nationalsport Fußball. Diese Popularität gilt für ihn als Maßstab. Damit ein Reitturnier zum Event werden kann, wünscht er sich mehr junge Reiter. Wichtig seien – wie in jedem Sport – Mäzene. (zul)

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