M-Springen: Amazone hat wenig Zeit fürs Training und lässt die Große Tour aus

Katja Dellert tritt kürzer

Ebenfalls bei M-Springen in Richelsdorf sehr erfolgreich: Dieter Smitz auf Capris. Foto: Walger

Richelsdorf. Katja Dellert von der RSG Frankenhof Sonnefeld und Dieter Smitz von der TG Schaumburg drückten den M-Springen ihren Stempel auf. Egal, welches Pferd Katja Dellert gesattelt hatte, der Sieg war ihr sicher. In drei M- und einem S-Springen ließ sie die Konkurrenz hinter sich.

Ihre beiden Erfolgspferde Lucca und Que tal, mit denen die 28 jährige bereits viele Siege feierte - unter anderem gewann sie 2014 den Großen Preis von Richelsdorf - waren in Topform. Mit der 13-jährigen Que tal, die sie seit sechs Jahren unter dem Sattel hat, war ihr am Sonntag im S-Springen der Amateure mit Stechen der S-Sieg sicher.

Ihr Neuzugang, die gleichnamige 12-jährige Hannoveraner Stute Katja, die 2015 noch von ihrem Lebensgefährten Christian Brühl geritten wurde, fühlt sich unter Katja Dellert sauwohl und fuhr den dritten M-Sieg ein.

Dabei war die Stute am Anfang gar nicht beliebt im Stall Dellert: Dreijährig war sie dorthin gekommen. Doch es stellte sich schnell heraus, dass sie sehr frech und dominant war und auch mal einen Anhänger demolierte. Nach einem Jahr Kampf wurde sie an eine Reitlehrerin verkauft.

Die neue Besitzerin wollte die Stute fünf Jahre später wieder loswerden. Vater Ludwig Dellert hat das Pferd dann in der Hoffnung zurückgeholt, dass der zweite Versuch besser klappen würde. Diese Rechnung ging auf.

Die Große Tour hat Katja Dellert in Richelsdorf mit Katja diesmal nicht in Angriff genommen, da wie wenig Zeit zum Trainieren hatte. Sie hat sich mit ihrem Freund Christian Brühl gerade selbstständig gemacht. Die beiden betreiben seit Anfang des Jahres einen Tiernahrungshandel.

Mehrere M-Springen hat Niedersachsen-Meister Dieter Smitz von der TG Schaumburg auf seinem Konto verbucht. Drei davon mit seiner neunjährigen Stute Capris, die sich erst seit vier Monaten in seinem Beritt befindet. „Wir haben uns von Anfang an verstanden. Die Stute hat einen tollen Charakter, ist intelligent und hat eine gute Einstellung zum Sport“, erzählt Dieter Smitz.

Zwei Siege in einem M-Springen und einem S-Springen, dem Finale der Mittleren Tour, gingen ins Mecklenburgische Gadebusch an Philipp Makowei auf Balouna Windana. Die Stute, ein Oldenburger Springpferd, wurde 2003 im Stall von Paul Schockemöhle geboren und konnte sich schon beim Deutschen Derby in Hamburg bei einem Springen der Kl. S* erstmalig international platzieren.

„Balouna ist seit ihrem fünften Lebensjahr unter meinem Sattel. Da sie meinen Eltern gehört - die haben zu Hause selber einen Stall - brauche ich auch keine Angst zu haben, dass sie verkauft wird. Später werden wir mit ihr züchten“, berichtet der 25-Jährige. Er ist bei Derbysieger Thomas Kleis beschäftigt. Seinen Chef konnte er über Pfingsten bei einigen Springen überflügeln.

Zum Abschluss schwärmte er noch von den „super Bedingungen“ in Richelsdorf: „So ein tolles Turnier findet man nicht überall - und wir sind viel unterwegs. Auch bei Problemen wird sofort geholfen, und die Leute sind superfreundlich. Ich komme auf jeden Fall wieder.“

Reitkollege Holger Hecht aus Lüneburg teilt diese Ansicht: „Hier ist nichts unmöglich. Ein tolles Turnier mit familiärem Charakter.“ Auf die Frage, ob er nächstes Jahr wieder komme, antwortete er: „Ein Muss - es wäre eine Schande, wenn nicht.“

Von Christina Bode

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