19 Jahre alte Viktoria Pavel erhält kombiniertes Goldenes Reitabzeichen für Springen und Dressur

Von klein auf ein Pferdenarr

Da fühlt sie sich wohl: Viktoria Pavel mit ihren Springpferden Crème de Coco (links) und Podolski. Foto:  Schulleri

Kassel. Sie hat das erreicht, wovon viele Reiter ein Leben lang träumen: Im zarten Alter von 19 Jahren hat Viktoria Pavel aus Calden-Fürstenwald das kombinierte Reitabzeichen in Gold erhaltenen. Eine Auszeichnung, die laut einer Sprecherin der Deutschen Reiterlichen Vereinigung nicht häufig vergeben wird.

Das Goldene Reitabzeichen gibt es für eine bestimmte Anzahl hoher Erfolge entweder im Springen oder der Dressur. Die meisten Reiter konzentrieren sich mit höheren Anforderungen auf eine der Sparten. Nicht so Pavel. Sie stammt aus einer erfolgreichen Reiterfamilie, die eine große Anlage in Fürstenwald besitzt. Damit hatte sie beste Voraussetzungen für eine Karriere mit den Vierbeinern.

Hinzu kommen Talent, Gefühl und ein eiserner Wille. Den bekam vor allem Mutter Esther zu spüren, denn sobald die kleine Tochter nicht mehr nur bei Vater Peter vor dem Sattel Galoppwechsel und Pirouetten reiten wollte, musste ein eigenes Pony her, und das sollte vor allem eines: Galoppieren. Piri hieß die Shetty-Stute, auf der die fast dreijährige Viktoria jede freie Minute verbrachte – bei Mama am Strick, versteht sich.

Pavel ist von klein auf eine Pferdenärrin. Logisch, dass das erste Turnier nicht lang auf sich warten ließ. Eine Führzügelprüfung. Weil sie noch so jung war, benötigte sie dafür eine Sondergenehmigung. Mit sechs Jahren durfte das blond gelockte Mädchen endlich allein auf Turnieren reiten. Mit neun Jahren holte sie dann ihre erste Platzierung im A-Springen, mit elf ritt sie bereits L-Springen.

Der große Durchbruch gelang mit Kaiser Franz, einem Ponyhengst, der eigentlich für den Springsport gedacht war. „Er war schüchtern, fast ein Feigling“, erinnert sich Pavel. Also wurde er kurzerhand Dressurpony. Innerhalb von vier Jahren schaffte er den Sprung in die S-Dressur. Eine Erfolgsgeschichte. Bundeschampionat, Hamburger Ponyderby, Hessische und Verbandsmeisterschaften – überall waren Kaiser Franz und Pavel vorn dabei. Mehr als 95 Siege und Platzierungen.

Ihre Liebe zum Springreiten nahm nie ab. 2012 kam der fünfjährige Wallach Podolski, der bereits M platziert war, in den Stall Pavel. „Er war echt frech. Er hat mich sattelfest gemacht“, sagt sie. Poldi brachte ihr bald die erste M-Platzierung und führte sie später ans nächste Ziel: das kombinierte Goldene Reitabzeichen. Ein weiter Weg. Denn während sie mit Kaiser Franz schnell das nötige Dressurkontingent füllte, ging es im Springen langsamer voran. Drei Jahre und viele Starts später hatte sie acht der zehn nötigen Erfolge in Zwei-Sterne-M-Springen und höher erlangt.

Beim Turnier auf der eigenen Anlage im vergangenen Jahr fehlte ihr nur noch eine Platzierung. In einer nervenaufreibenden Prüfung platzte der Knoten. Mit Crème de Coco war sie eine Hundertstelsekunde schneller als die letzte Starterin und damit stolze Gewinnerin des kombinierten Goldenen Reitabzeichens.

Von Susanne Schulleri

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