Springreiter Niels von Hirschheydt im HNA-Interview über seine Doppelrolle beim Burgturnier

„Plötzlich ist alles ganz anders“

Seit Tagen im Dauereinsatz: Niels von Hirschheydt, hier mit seinem Hengst Quadrivio, startet selbst beim Burgturnier, ist zudem aber auch als Mit-Organisator der Veranstaltung gefragt. Foto: zul

Nörten-Hardenberg. Er reitet selbst beim Burgturnier und kümmert sich zudem auch noch um den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung: Von der Anreise der Pferde bis zu ihrem Abschied ist Niels von Hirschheydt als Pächter der Stallanlage auf dem Hardenberg beim Burgturnier dabei. Sein Ziel ist es, die goldene Peitsche irgendwann einmal selbst in den Händen zu halten. Wir sprachen mit dem passionierten Reiter.

Herr von Hirschheydt, mit welchen Pferden treten Sie beim Burgturnier an?

Niels von Hirschheydt: Ich werde mit vier Pferden unterwegs sein. Die größte Hoffnung setze ich in Quadrivio. Mit ihm versuche ich, mich für die Gothaer Trophy zu qualifizieren. Die gleiche Tour reite ich mit Amica. Beide Pferde kommen aus der Region. Quadrivio wurde bei Bad Gandersheim gezogen, Amica stammt vom Zuchthof Fries aus Höckelheim. Außerdem starte ich mit Charlet Blue. Im Nachwuchs-Springen reite ich Satino Corleone. Er ist zum ersten Mal dabei.

Wie fühlt es sich an, quasi zu Hause zu reiten?

von Hirschheydt: Zu Hause ist es fast schwerer. Die Pferde irritiert das gewohnte Umfeld. Der Aufbau für das Turnier verändert alles. Sie kennen die Umgebung und doch ist plötzlich alles ganz anders. Ich muss mir jetzt ganz strikt Zeit fürs Reiten reservieren. Sonst schaffe ich das nicht in dem ganzen Vorbereitungstrubel. Und vor heimischem Publikum möchte man natürlich besonders gut abschneiden.

Haben Sie ein festes Trainingsprogramm?

von Hirschheydt: Ich muss auf jedes Pferd sehr spezifisch eingehen. Wichtig ist eine gute Grundkondition. Das Pferd, das die schwere Tour geht, muss auch beim Training höher springen. Außerdem muss der mentale Zustand stimmen. Das Pferd sollte mit einem gesunden Selbstbewusstsein starten. Da braucht der eine mehr Sprünge, der andere weniger.

Bei Quadrivio muss ich aufpassen, dass ich seine Kraft nicht verbrauche. Generell kann man sagen, dass man ein Pferd nicht nur auf ein einzelnes Turnier vorbereitet. Zum Auftakt der Saison muss es einfach fit sein. Das erreiche ich durch ein kombiniertes Training in der Führanlage, auf der Wiese, mit Longieren und längeren Ritten. Bei Ausritten im hiesigen bergigen Gelände trainiert ein Pferd seine Muskeln besser als auf dem Platz oder in der Halle.

Wie viel Zeit müssen Sie täglich für Training einplanen?

von Hirschheydt: Auch das kann man nicht so genau sagen. Man muss das Training sehr individuell gestalten. Damit alle Pferde, die ich betreue, ausreichend in Bewegung sind, setze ich auch Studenten und Auszubildende mit ein.

Was kommt beim Burgturnier an zusätzlichen Aufgaben auf Sie zu?

von Hirschheydt: Ich bin zuständig für die Versorgung von circa 320 zusätzlichen Pferden in den Stallzelten. Einstreu und Futter müssen reichen. Außerdem bin ich verantwortlich dafür, dass die Böden auf den Reitplätzen gut sind. Sie leiden beim Aufbau der Tribünen. Alles muss in geordneten Bahnen verlaufen.

Damit ich den Kopf fürs Reiten frei habe, hält mir Katharina Bethmann als sportliche Leiterin den Rücken sehr gut frei. Mit dem stärksten meiner Pferde, Rosalie, kann ich verletzungsbedingt aber erst im kommenden Jahr wieder im Wettstreit um die goldene Peitsche dabei sein. (zul)

Von Ute Lawrenz

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