Vor Ort

Spangenberger Reitturnier: Wo der Schmied schon wartet

+
Im Pferdehotel: Reiterin Eva Bitter zusammen mit ihrem Pferd Mr. Fuchs und ihrem Hund Josie in den Pferdeboxen auf dem Spangenberger Turniergelände.

300 Pferde bieten beim Spangenberger Reitturnier internationalen Spitzensport. Die zweibeinigen Stars bekommen in Nordhessen eine 24-Stunden-rund-um-Betreuung. Wir waren vor Ort, eine Reportage: 

Rund 300 Gäste wollen erstmal untergebracht werden. Vor allem, wenn sie vier Beine und nicht gerade niedrige Ansprüche haben. In Spangenberg ist das in diesen Tagen kein Problem. 

„Es sind eben nicht alle Pferde gleich“, sagt Konstanze Goetjes vom Reit- und Fahrverein Spangenberg, nachdem sie die Sicherheitszone vor den Pferdeboxen hinter sich gelassen hat. Manche der aktuellen Boxen sind im Moment von unkomplizierten Bewohnern belegt. „Es gibt aber auch immer ein paar nervöse Kandidaten, die keinen Menschen und noch nicht einmal ein anderes Pferd in der Nähe haben mögen“, weiß Goetjes.

Bei der Arbeit: Der Schmied Jost Schäfer (links) und Herman Breidt kümmern sich um die Hufe.

Ruhe brauchen aber eigentlich alle der Pferde, die noch bis Sonntag um Siege und Preise antreten. Und nicht nur das. Sicherheitspersonal reguliert den Zugang. Hier wird eben nicht mal so im Vorbeigehen eine Möhre oder ein Apfel verfüttert.

Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch den Tierarzt

Sanitäter auf Abruf: Tierarzt Dr. Wolfgang Kähn.

Wenn dann doch eines der Pferde mal ein Problem hat, steht Hilfe bereit: „Wir sind den ganzen Tag hier und auch in der Nacht in Rufbereitschaft“, sagt Dr. Wolfgang Kähn. Der Leiter der Tierklinik Kaufungen gehört zu den international zertifizierten Tierärzten, die offiziell bei größeren Reitturnieren wie dem in Spangenberg die medizinische Verantwortung übernehmen dürfen.

Kähn ist auch verantwortlich für den „Vet-Check“, bei dem vor der offiziellen Anmeldung der Gesundheitszustand der Pferde kontrolliert wird. „Zu Problemen mit den Sehnen oder Bändern kann es schon mal kommen. Bei Koliken kommen wir natürlich auch nachts aufs Gelände“, sagt der 64-jährige Tierarzt, der seit mehr als zehn Jahren beim Spangenberger Turnier mit dabei ist.

Lesen Sie auch: Tolle Tage mit vielen Höhepunkten beim Spangenberger Reitturnier

Stammgast beim Drei-Sterne-Turnier ist auch Jost Schäfer. Der Schmied aus Landwehrhagen kümmert sich ganzjährig um die 18 Einstellpferde des Reitvereins und ist mit seinem Mitarbeiter Hermann Breidt während des Turniers vor Ort, wenn mal ein Hufeisen verloren gehen sollte. „Die meisten der Pferde beim CSI-Turnier sind in einem Top-Zustand, aber für den Notfall müssen wir gerüstet sein“, sagt der 57-jährige Schmiedemeister, der immer die üblichen sieben Hufeisengrößen samt der dazugehörigen Nägel verfügbar hat.

Jung-Reiterinnen überreichen die Siegerehrungen

Ebenfalls im Dauereinsatz sind die beiden Jung-Reiterinnen Victoria Peinelt (11) und Leni Reinbold (12), die zusammen mit den offiziellen Mitarbeitern des internationalen Reitturniers die Siegerehrung vornehmen. Die goldenen, silbernen, weißen, blauen, roten und grünen Schleifen haben sie auf ihrer Tafel geordnet und begleiten damit die Siegerehrungen der insgesamt 20 Prüfungen des Wochenendes. Was sie daran mögen? „Wir sind nah bei den Pferden und manchmal unterhalten wir uns auch mit den Reitern“, sagt Leni.

Ehrenmädchen: Leni Reinbold (links) und Victoria Peinelt. 

Wenig Zeit zum Unterhalten hat derweil die zweimalige Spangenberg-Siegerin Janne-Friederike Meyer aus Pinneberg. Mit Zita Blue hat sie noch am Preis der Firma Erich Schmelz teilgenommen, um unmittelbar danach zum Auto zu sprinten: „Ich habe meine Teilnahme an einer Auktion in Hamburg zugesagt“, sagt die 38-Jährige, die aber am Sonntag für den Großen Preis wieder in Spangenberg zurück sein will. 

Dann wird sie mit ihrem Holsteiner Bali an den Start gehen, um sich gegen die internationale Konkurrenz zu behaupten. Und dann wird sie auch auf Vorjahressieger Sören Pedersen treffen. Janne-Friederike Meyer freut sich bereits auf das Top-Ereignis: „Das wird dann sicherlich spannend. Hoffentlich komme ich ohne Stau zurück nach Spangenberg.“

Kullmann und Pfanzelt geehrt

Mit insgesamt sieben Prüfungen bot die 28. Auflage des Spangenberger Reitturniers am Freitag wieder Top-Leistungen. „Wir werden an unserem Konzept festhalten, am Freitag keinen Eintritt zu verlangen“, sagte Turnierchef Thomas Pfanzelt, der sich über eine gut gefüllte Haupttribüne freute.

Freuen konnte sich Pfanzelt aber nicht nur über die zahlreichen Zuschauer: „Am Donnerstagabend wurden Jörg Kullmann und ich für unsere bisherige Arbeit geehrt“, sagte Pfanzelt, der die silberne Nadel des Hessischen Reit- und Fahrverbandes erhalten hatte. Dr. Jörg Kullmann vom Hauptsponsor Wikus hatte zudem von der Internationalen Reitsport-Federation eine Ehrennadel für seine Verdienste um den Reitsport erhalten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.