Vielseitigkeit: Die Olympiasieger Andreas Dibowski und Frank Ostholt müssen sich Yoshiaki Oiwa beugen

Weltklasse auf Gut Waitzrodt

Unterwegs beim Geländeritt: Olympiasieger Andreas Dibowski belegte in der CIC-Vielseitigkeitsprüfung die Plätze zwei und vier. Foto: Fischer

Immenhausen. 205 Kilometer vom Reitsportmekka Luhmühlen entfernt wehte am Wochenende ein Hauch von Vielseitigkeits-Glamour über das Gut Waitzrodt. Mit Andreas Dibowski und Frank Ostholt waren zwei Olympiasieger zum CIC*-Vielseitigkeitsturnier auf die Reitanlage zwischen Immenhausen und Holzhausen gekommen. Den Sieg jedoch holte sich ein anderer olympiaerfahrener Reiter. Ein Besuch beim Geländeritt

Spannung vor dem Finale

Nur 1,6 Punkte trennen Dibowski und den führenden Japaner Yoshiaki Oiwa nach der Dressur und dem Springen. Auf der abschließenden 2,95 Kilometer langen Vielseitigkeitsstrecke über 25 Hindernisse sorgt jedoch zunächst der zweite Olympiasieger für Aufsehen: Mit einem fehlerfreien Ritt katapultiert sich Frank Ostholt an die Spitze und setzt das Führungsduo unter Druck. Das aber lässt sich nicht beeindrucken. Zunächst reitet Andreas Dibowski strafpunktfrei und in der vorgegebenen Zeit über die Strecke, danach folgt der im westfälischen Sprockhövel lebende Yoshiaki Oiwa fehlerfrei und holt sich den Sieg.

Die Sicherheit

Nach dem tödlichen Sturz von Benjamin Winter vor rund einem Jahr in Luhmühlen spielt die Sicherheit von Pferd und Reiter auf Gut Waitzrodt eine große Rolle. Ein Drittel der Hindernisse wurde umgebaut und mit speziellen Scharnieren ausgerüstet.

„Wir wollen die Rotationsstürze verhindern, denn das sind die schwerstwiegenden“, erklärt Veranstalter Joachim Sommer. Bleibt ein Pferd am Sprung hängen, geben die Scharniere nach und bewirken, dass das Hindernis umfällt, nicht aber Pferd und Reiter.

„Wir sind da absolute Vorreiter und die Erfahrungen, die hier gemacht werden, sind wichtig für den Sport in Deutschland und könnten da bald übernommen werden“, sagt Sommer. Generell habe man die Sprünge für die Reiter auch etwas leichter gemacht. „Das mag vielleicht etwas einfacher für die Spitzenreiter sein, aber wir haben ja auch lokale Reiter hier und da muss man das Niveau anpassen“, so Sommer.

Ostwind

Nur wenig auf dem Gut Waitzrodt macht darauf aufmerksam, dass hier 2012 und 2014 Teile der erfolgreichen Kinofilme Ostwind 1 und 2 gedreht wurden. Auf dem Springplatz weist ein einzelnes Plakat auf die Kinofilme hin, das war es dann auch schon. Vielleicht aber gibt es bald ein Wiedersehen mit der Filmcrew. Autorin Lea Schmidbauer schreibt gerade am dritten Teil, der am 2. November in den Handel kommt.

Die Hessenmeisterschaft

Gemeinsam mit den Vielseitigkeitsprüfungen wurden auch die Hessenmeisterschaften ausgetragen. Bei den Reitern sicherte sich Jürg Kurbel aus Rüsselsheim den Titel. Er löste damit den Mexikaner Anibal Garrido (Oberursel) ab, der sich diesmal mit dem zweiten Rang zufriedengeben musste.

Bei den jungen Reitern machte Jerome Robine auf sich aufmerksam. Der 17 Jahre alte Vize-Europameister aus Weiterstadt sicherte sich den Titel und lag in der Gesamtwertung mit 53,6 Strafpunkten nur knapp hinter Andreas Dibowski und Frank Ostholt.

Von Max Seidenfaden

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