Schießsport

Johannes Dippel ist Rekordschütze

Weltmeister Johannes Dippel aus Breitenbach/H. ist seit elf Jahren deutscher Rekordhalter mit dem Vorderlader- Steinschlossgewehr 100 Meter liegend. FOTO: HARTMUT WENZEL
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Weltmeister Johannes Dippel aus Breitenbach/H. ist seit elf Jahren deutscher Rekordhalter mit dem Vorderlader- Steinschlossgewehr 100 Meter liegend.

Hersfeld-Rotenburg – Der Sportschütze Johannes Dippel hält seit elf Jahren einen deutschen Rekord in einer Vorderladerdisziplin: Steinschlossgewehr 100 Meter liegend. Die Bestleistung stellte der Vorsitzende des Schützenvereins Breitenbach am Herzberg am 26. September 2009 bei der Deutschen Meisterschaft in Pforzheim mit 142 von 150 möglichen Ringen auf.

Dieses Spitzenergebnis wurde bislang von keinen anderen Sportler bei einer bundesdeutschen Meisterschaft überboten. Nur bei solch einem nationalen Saisonhöhepunkt kann ein deutscher Rekord aufgestellt werden. Bei Welt- und Europameisterschaften ist das nicht möglich. Bei diesen Titelkämpfen kommen nur zehn Schuss bei einem Wettkampf in die Wertung. In Deutschland werden die Meisterschaften in den Vorderladerdisziplinen aber mit 15 Schuss ausgetragen.

Trotz der unterschiedlichen Bedingungen ist der internationale Bereich des Vorderlader-Weltverbandes „Muzzle Loaders Associations International Committe“ (MLAIC) für Johannes Dippel nicht unbekannt. Seit fast 20 Jahren wirkt er immer wieder als Nationalschützen in den Teams des Deutschen Schützenbundes bei Welt- und Europameisterschaften mit.

Bereits sein zweiter Start auf internationalem Parkett war von Erfolg gekrönt. Das war 2002 bei der Vorderlader-Weltmeisterschaft im italienischen Lucca. Dippel gewann die Goldmedaille mit dem deutschen Nationalteam in der Disziplin Nagashino (Freies Luntenschlossgewehr stehend). Nur ein Jahr später wiederholte er den Erfolg mit der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Kalikko (Finnland). Sein größter Erfolg dort aber war der Einzelsieg in der Disziplin „Miquelet“ (Steinschlossmuskete 50 Meter), der ihm die zweite EM-Goldmedaille einbrachte. Seine zweite WM-Goldmedaille errang Dippel 2014 im spanischen Granada. Das war der Sieg mit dem deutschen Nationalteam im Wettbewerb „Miquelet“ (Steinschlossmuskete 50 Meter). Die Zugabe war Silber im Einzel in der Disziplin „Granada“ (Perkussions-Freigewehr 300 Meter).

Ein besonderes Erlebnis für den Breitenbacher war die Teilnahme an der Weltmeisterschaft Long Range 2013 in Südafrika.

„Wir haben viel gesehen und erlebt“, erinnert sich der heute 70-Jährige, der von dem Trip immerhin zwei Medaillen mitbrachte. Die errang das deutsche Team mit Silber auf der Mitteldistanz: 400, 500 und 600 Meter. Bronze gab es auf der langen Strecke: 800 und 900 Meter. Das Erlebnis WM in Südafrika hatte auch seinen Preis: Die Kosten in Höhe von 10 000 Euro und mehr musste Dippel selber aufbringen, weil die Long-Range-Disziplinen nicht im Sportprogramm des Deutschen Schützenbundes integriert sind.

Seit dem Ende des Berufslebens widmet sich Johannes Dippel verstärkt der Kinder- und Jugendarbeit – mit Erfolg. So hat das Nachwuchsteam des SV Breitenbach in der Wettkampfrunde Lichtschießen des Schützenbezirks sehr gut abgeschnitten. Noch größer waren die Erfolge in der Disziplin Luftpistole bei den Bezirks- und Hessenmeisterschaften. Ein Jugendlicher schaffte sogar die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft in München und zwei die Aufnahme in den Landeskader des Hessischen Schützenverbandes.

Diese Entwicklung und auch die gute Zusammenarbeit mit dem Nachbarverein Gehau wurde durch die Corona-Pandemie jäh unterbrochen. Training und Wettkämpfe gibt es nicht mehr, die Sportstätte ist geschlossen. „Für den Sport ist das schlimm, wegen der Virusgefahr aber erforderlich“, sagt Dippel. Er hofft nun auf ein Ende der Zwangspause und darauf, dass alle gesund bleiben und beim Neustart wieder dabei sind.

Auch er möchte gern weitermachen im Doppelpack: als Jugendtrainer und als Vorderladerschütze.

Von Herbert Vöckel

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