Neue Sportart

René Wehnhardt ist ein Pionier auf dem Renn-E-Bike

Über Stock und Stein: René Wehnhardt auf seinem E-Bike. Fotos: Carina Wagener

In Mauers Baikschopp steht seit einiger Zeit ein Fahrrad, das die Aufmerksamkeit der Kunden besonders auf sich zieht: ein E-Bike. Soweit nichts Ungewöhnliches. Dieses Exemplar jedoch ist nicht auf Hochglanz poliert. Am Rahmen sind Schlammrückstände und Wassersprenkel zu sehen. Außerdem ist eine Startnummer daran befestigt. „Mein Renn-E-Bike“, lacht René Wehnhardt, der den Fahrradladen im Oktober übernommen hat. Drei E-Bike-Rennen hat der 53-Jährige in diesem Jahr mit dem beschriebenen Modell absolviert. Und dabei sowohl in Niestetal als auch in Dünsberg und Sülzhayn jeweils einen Start-Ziel-Sieg herausgefahren.

„Viele belächeln mich erst mal, wenn ich von den E-Bike-Rennen erzähle“, sagt Wehnhardt. Aber die neue Sportart sei genauso anstrengend, wie zum Beispiel Mountainbike-Rennen, die er in den vergangenen 25 Jahren absolviert habe. „Ich habe dabei einen Durchschnittsplus von 165“, sagt der Sandershäuser.

Das Fahrradfahren ist schon von Kleinauf Wehnhardts Leidenschaft: „Ich mag das Gefühl von Freiheit dabei. Sich in der Natur zu bewegen und dabei den Kopf freizubekommen, habe ich schon immer genossen.“

Rund 200 Kilometer tritt er pro Woche in die Pedale. Dabei halten sich E-Bike und „normales“ Rad ungefähr die Waage. Bei den E-Bike-Rennen ist er aktuell noch der einzige Nordhesse. „Aber die Starter-Zahlen wachsen und ich hoffe, dass auch bald mehr Interessierte aus der Region dabei sind“, sagt er. Gefahren wird meist über einen Zeitraum von zwei Stunden. Wer in dieser Zeit die weiteste Strecke zurücklegt, hat gewonnen. „Neben dem Körperlichen ist die größte Herausforderung, zu berechnen, wie lange der Akku hält“, grinst Wehnhardt. Das macht er im Kopf. In Sülzhayn galt es, 1700 Höhenmeter zu überwinden. Beim letzten Anstieg war der Akku leer, Wehnhardt musste ohne Unterstützung des Motors hinauf. Die 42 Kilometer hat er dennoch vollgemacht und stand ganz oben auf dem Treppchen.

Besonderes Mountainbike: René Wehnhardts Fahrrad hat zwischen den Rädern einen Motor.

„Bei den E-Bike-Rennen kann ich die Strecke mehr genießen als bei herkömmlichen Rennen“, erzählt er. Und am Rand tauscht er sich immer mit vielen Gleichgesinnten aus. „Rennerfahrung haben alle, aber der E-Bike-Boom ist ja noch relativ neu.“ Das erste E-Bike habe es zwar schon vor mehr als zehn Jahren gegeben, durch die Möglichkeit des Bikeleasings sei aber vor ungefähr drei Jahren ein richtiger Boom ausgelöst worden. Heute verkaufe er rund 70 Prozent E-Bikes.

Die Union Cycliste Internationale (UCI), Dachverband der nationalen Radsportverbände, hat im Sommer erstmals auch einen E-Bike-Weltmeister gekürt. „Das zeigt, wie sehr die Branche im Wandel ist“, sagt Wehnhardt. Er ist sicher, dass in den kommenden Jahren auch Veranstalter aus der Region auf den Zug mit aufspringen werden. Bis dahin leistet er weiterhin Aufklärungsarbeit bei seinen Kunden. Die fragen häufig nach dem Preis des Sportgeräts. „Mit rund 9000 Euro muss man schon kalkulieren“, sagt Wehnhardt dann und zeigt stolz die drei Pokale, die er für seine Siege bekommen hat.

Von Carina Wagener

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.