Handball: Nach verspäteter Anreise geht Bad Wildungen in der Schlussphase unter

In Riesa böse ausgerutscht

Stand nach dem Abpfiff minutenlang völlig bedient an der Sporthallenwand: Sabine Heusdens. Foto: A. Schröter

Riesa/Bad Wildungen. Rückschlag für die HSG Wildungen/Friedrichstein/Bergheim: Bei Abstiegskandidat SC Riesa verlor der Play-Off-Anwärter der 2. Handball-Bundesliga der Frauen mit 24:30 (14:13).

Die „Elbehexen“ Riesa stürzen ihre Fans ins Wechselbad der Gefühle. Eine Woche nach dem Desaster in Nellingen meldeten sie sich eindrucksvoll zurück.

Für die HSG war es hingegen ein herber und den Reaktionen nach zu urteilen auch unerwarteter Rückschlag. Trainer Gernot Weiß war völlig angefressen. Auch auf mehrfache Nachfrage war von ihm nur zu hören: „Ich will gar nichts sagen, ich gebe keinen Kommentar ab.“

Dass die Gäste verspätet im sächsischen Elbland eintrafen und das Spiel mit elf Minuten Verzögerung begann, könnte in der ersten Halbzeit eine kleine Rolle gespielt haben. Nach der 2:0-Führung (3.) lief bei Wildungen nicht mehr viel, waren die Beine wohl noch etwas fest.

Das ändert nichts an der Tatsache, dass die Elbehexen eine furiose Viertelstunde boten und die HSG-Abwehr mehrfach alt aussehen ließen. Nach drei Riesaer Toren ging der Gast zwar nochmals 4:3 in Front, fand dann aber bis zum 6:11 (18.) eigentlich gar nicht mehr statt: Riesas Annika List war in dieser Phase mit ihren Treffern von linksaußen kaum zu stoppen.

„Aber vor allem unsere Abwehr war richtig klasse“, lobte Coach Lothar Doering. Der Olympiasieger von 1980 und einstige Weltmeistertrainer der Frauen griff tief in die Trickkiste und zauberte eine Pressdeckung von Lang und List gegen die HSG-Rückraumriesen Cristina Mihai und Sabine Heusdens hervor. „Als krasser Außenseiter hatten wir nur die Flucht nach vorn“, freute sich Doering hinterher diebisch.

Die Maßnahme zeigte deutliche Wirkung, weder Heusdens noch Mihai fanden ein Mittel dagegen. Beide warfen ihr erstes Feldtor erst kurz vor der Pause und kamen insgesamt auf ungewohnt niedrige Quoten.

Am ehesten überzeugten noch die Youngster Sandra Josefiak und Esther Meyfarth, aber auch bei ihnen wechselten wie im gesamten Team Licht und Schatten. Wildungen machte viele leichte Fehler, spielte einige ganz schwache Pässe und warf auch nicht gut. Dazu boten die Riesaer Torhüterinnen Harnisch und Schulz eine starke Leistung.

Nur kurz vor der Pause drehten die Waldeckerinnen auf, erzielten fünf Treffer in Folge zum 11:11 und zogen sogar 14:12 (29.) in Führung. Doch nach dem Wechsel konnten sie den aus allen Lagen torgefährlichen und von 400 Fans frenetisch angetriebenen Gastgebern kein Paroli mehr bieten.

Traten sie gegen Rückraumschützin Marzena Kot heraus, dann „vergaßen“ sie Doreen Geheb am Kreis, die sich mit ihrer ganzen Routine Platz verschaffte. Nur die starke Torfrau Danja Lerch hielt das Spiel mit tollen Paraden offen.

Ihre Vorderleute verkürzten nach dem 20:24 nochmals auf 23:24 (56.), wobei die lange „abgetauchte“ Miranda Robben doch noch aufblühte. Doch Kot mit einem Raketenwurf und Vujica per Konter machten für Riesa alles klar.

Zweieinhalb Minuten vor Schluss ging Wildungen zur offenen Deckung über, erzielte bis zum Abpfiff aber keine Wirkung mehr.

Von Uwe Päsler

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