Ein Tausendfüßler im Zugersee

Kasseler Ruderer fahren im wohl längsten Rennboot der Welt

24 Ruderer in einem Boot: Eine Gruppe aus Kassel machte auf dem Zugersee in der Schweiz diese Erfahrung. Links neben dem Steuermann: Jens Gerlach. Foto: nh

Schweiz. Einer, Zweier, Vierer, Achter. Mit oder ohne Steuermann. Das sind die Ruderboote, die an einem Sommerabend manchmal zu Dutzenden im Sommer auf der Fulda vorüberziehen.

Eine Erfahrung der besonderen Art machten jetzt 20 Mitglieder der SG Stern und des RV Cassel 2010 auf dem Zugersee in der Schweiz: 24 Ruderer und ein Steuermann in einem einzigen Boot. Gibt’s nicht? Gibt’s doch.

Das angeblich längste Rennruderboot der Welt misst 45 Meter – und ist damit so lang, wie die Fulda an einigen Stellen breit ist. Es trägt den Namen Stämpfli Express – benannt nach der Schweizer Werft, die es in ihrem Besitz hat. Und wer die Herausforderung sucht, kann den Stämpfli Express mieten. So wie die Gruppe aus Kassel.

„Wir machen jedes Jahr so ein Teamevent“, erläutert Jens Gerlach. Diesmal ging es in die Zentralschweiz. Der erfahrene Trainer, als Aktiver sogar bei Deutschen Meisterschaften unter den Medaillengewinnern, organisierte diese außergewöhnliche Tour, für die normalerweise fast 2000 Euro bezahlt werden müssen. Durch Gerlachs gute Kontakte wurde es für die Rudergemeinschaft aus Kassel günstiger.

DIE MANNSCHAFT 

25 Menschen finden in dem Boot Platz. Es besteht aus sechs Teilen. Mit Besatzung hat es ein Gewicht von 2,5 Tonnen – dies entspricht dem durchschnittlichen Gewicht eines Nilpferds. Aus Nordhessen griffen 20 Ruderer zu den Skulls – alle hatten zumindest schon seit einem Jahr in diesem Sport Erfahrungen gesammelt.

Aufgefüllt wurde der Stämpfli Express mit vier Eidgenossen. Bemerkenswert war allerdings der Altersdurchschnitt. Die Jüngste, Hannah Mai, war 25, der Älteste war Werner Gerlach. Der Vater von Jens Gerlach ist 75 und saß zum ersten Mal vor 60 Jahren in einem Ruderboot.

DIE AUSFAHRT 

Anfangs war es trotz Steuermanns etwas schwierig, den Stämpfli Express auf Touren zu bringen. „Es dauert nun einmal, bis ein Tausendfüßler sich in Bewegung setzt“, kommentierte Jens Gerlach, für den es das zweite Erlebnis in diesem Wasserfahrzeug mit außergewöhnlichen Maßen war, den Trip. Mit zunehmender Dauer hatten die 24 Ruderer das Boot aber besser im Griff und meisterten die Aufgabe auf dem Zugersee: sieben Kilometer hin, sieben Kilometer zurück.

DIE EINDRÜCKE 

„Das war ein tolles Erlebnis“, sagte beispielsweise Benjamin Haag aus Kassel begeistert. Auch von allen anderen Crewmitgliedern bekam Jens Gerlach positive Reaktionen. Dabei war die Fahrt mit dem Stämpfli Express für die Teilnehmer nicht nur als großes Vergnügen gedacht, sondern auch als Einstimmung für die Benefizregatta im Herbst, bei der viele Unterstützer gebraucht werden. „24 Leute in einem Boot, da wird der Teamgeist gestärkt“, erklärte Gerlach. Kein Wunder, dass auch viele Firmen ihre Mitarbeiter immer mal wieder in den Stämpfli Express beordern.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.