Stimmen zu Corona und Spielbetrieb

Fußballsaison am Scheideweg

Stürmische Zeiten: Wie es in den hessischen Amateur-Fußball-Ligen sportlich weitergeht, will morgen der Vorstand des hessichen Fußballverbands entscheiden. Diskussionsgrundlage sind die aktuell immer schneller steigenden Corona-Infektionszahlen.
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Stürmische Zeiten: Wie es in den hessischen Amateur-Fußball-Ligen sportlich weitergeht, will morgen der Vorstand des hessichen Fußballverbands entscheiden. Diskussionsgrundlage sind die aktuell immer schneller steigenden Corona-Infektionszahlen.

Am Donnerstag will der Hessische Fußball-Verband entscheiden, wie es in dieser Fußball-Saison weitergeht. Und ob möglicherweise eine Unterbrechung bevorsteht. Wir haben einige Stimmen gesammelt.

Hersfeld-Rotenburg – Der Vorsitzende des SV Niederjossa, Dirk Allendorf, geht davon aus, dass in den unteren hessischen Fußball-Ligen noch ein oder zwei Wochenenden weitergespielt werde. Allerdings sei dies natürlich immer abhängig von der weiteren Corona-Entwicklung. Auf keinen Fall möchte Allendorf Spiele ohne Zuschauer. „Wir sind keine Profivereine. Wir sind schon auf Einnahmen aus Eintrittsgeldern und dem Verkauf angewiesen. Viele Vereine sind durch Corona ohnehin schon nicht mehr richtig handlungsfähig“, berichtet Allendorf.

Auch für die Spieler seien Zuschauer wichtig. Doch viele Kicker würden sich sicherlich eine Unterbrechung wünschen. „Bisher hat es in der Kreisoberliga fünf Doppelspieltage gegeben. Das ist nicht gerade gesundheitsfördernd. Das Verletzungsrisiko ist da im Amateurbereich schon immens hoch“, so Allendorf. Einen ganz großen Wunsch hat er aber noch: „Es wäre schön, endlich mal wieder eine komplette Saison durchzuspielen.“

„Wenn ich mir die aktuelle Entwicklung mit den immer weiter ansteigenden Infektionszahlen anschaue, dann gehe ich von einem Spielstopp in den hessischen Fußball-Ligen aus“, sagt Martin Stein, Trainer des Fußball-A-Ligisten SG Schenklengsfeld/Rotensee/Wippershain.

Allerdings sei es aus seiner Sicht in der ländlich geprägten Region durchaus möglich, weiter Fußball zu spielen. Unter Auflagen könne es eigentlich weitergehen. Anders sehe das bei Indoor-Sportarten wie Handball, Basketball, Kegeln oder Tischtennis aus. Da sei die Gefahr einer Infektion – wegen fehlender Durchlüftung – ungleich höher.

„Bei unserem Spiel am Sonntag in Breitenbach gegen die SG Haselgrund/Breitenbach haben sich Zuschauer, Ersatzspieler und Betreuer fast ausnahmslos an den nötigen Sicherheitsabstand und die Maskenpflicht gehalten“, erklärt Stein. Alle wüssten doch, worum es geht, seien sensibilisiert und äußerst vorsichtig.

„Von daher hoffe ich, dass wir auch am kommenden Wochenende spielen dürfen. Ich denke aber, dass noch in dieser Woche der Fußball auf unbestimmte Zeit gestoppt wird“, so Stein abschließend.

Fabian Assmann, Hersfelder im Trikot des Verbandsligisten Adler Weidenhausen, bezeichnet die derzeitige Situation als „sehr schwierig“. Und spricht sich schweren Herzens für eine Unterbrechung der Saison aus. „Bei uns in der Verbandsliga ist der Fall mit Bad Soden und den 16 Verdachtsfällen ja schon krass. Da sollte der Verband handeln“, meint er. Nur einzelne Spiele auszutragen hält der 20-Jährige für keine gute Lösung. „Das bringt den Spielplan komplett durcheinander und hat etwas von Wettbewerbsverzerrung.“

Von Mario Reymond Und Sascha Herrmann

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