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„Beim Titel kommt der Bart ab“ - Tim Schindewolf vom SCN im Topspiel gegen den SVA II

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Von: Marvin Heinz

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Der Vollbart als Markenzeichen: Tim Schindewolf und der Tabellenzweite SC Niederhone treffen Sonntag auf Spitzenreiter SV Adler Weidenhausen II.
Der Vollbart als Markenzeichen: Tim Schindewolf und der Tabellenzweite SC Niederhone treffen Sonntag auf Spitzenreiter SV Adler Weidenhausen II. © Marvin Heinz

Im Fußball-Kreisoberliga-Topspiel der Woche trifft der Tabellenzweite SC Niederhone auf den Spitzenreiter SV Adler Weidenhausen II. Ein Spieler ist dabei besonders motiviert.

Niederhone – Es könnte im Erfolgsfall die größte Trophäe des SC Niederhone werden. Sollten die Eschweger Vorstädter den Aufstieg in die Fußball-Gruppenliga schaffen, will Torjäger Tim Schindewolf ein Versprechen einlösen.

Ein Versprechen, das an den ehemaligen Handball-Nationaltrainer Heiner Brand, seinen weltbekannten Schnauzbart und den Kahlschnitt nach dem EM-Titel im Jahr 2004 erinnert.

„Ich teste noch ein bisschen“, sagt Schindewolf über seine neun Zentimeter lange Gesichtspracht und fügt vor dem Kreisoberliga-Topspiel gegen Tabellenführer SV Adler Weidenhausen II (Sonntag, 14:30 Uhr) hinzu: „Wenn wir Meister werden, kommt mein Bart ab.“

Schindewolf: „Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern förderlich“

Der 30-Jährige wird in der Dusche von seinen Mitspielern schon krumm angeschaut, sobald er mit seinen drei Shampoos um die Ecke kommt: „Den ein oder anderen dummen Spruch muss ich mir schon anhören.“

Die Stimmung passt im Team von Trainer Thilo Bick. Der 2:1-Sieg gegen den TSV Wichmannshausen am Samstag und der damit verbundene zwischenzeitliche Sprung an die Tabellenspitze wurde mit einer Kabinen-Sause gefeiert.

„Die Mannschaftschemie stimmt“, bestätigt der Zwölf-Tore-Mann Schindewolf und erklärte die Entwicklungskurve seiner Farben: „Gerade die Mischung zwischen jungen und erfahrenen Spielern ist förderlich. Wir haben viel dazugelernt, haben mehr Cleverness in unserem Spiel und richtig Bock uns zu entwickeln.“

Schnelles, schörkelloses Spiel ist das Ziel

Mit 30 von möglichen 42 Zählern sieht „Schinde“, so wird er von Mitspielern genannt, seinen Club voll im Soll. Den 4:1-Heimsieg gegen die SG Wehretal bezeichnet er als beste Saisonleistung.

„Da haben wir unseren Stiefel durchgespielt. Schnelles, schnörkelloses Spiel, ein, zwei, drei direkte Pässe, dann rein das Ding“, fasst der frischgebackene Vater in Stichworten die SCN-Spielidee zusammen. Das 3:3-Remis nach 3:0-Führung bei der TSG Bad Sooden-Allendorf möchte er ebenso wie die 1:6-Klatsche bei der Zweitvertretung des SV Adler Weidenhausen am liebsten schnell aus seinem Gedächtnis streichen.

„Vorne haben wir die Dinger nicht reingekriegt. Hinten sind wir nicht kompakt genug und mit Unsicherheiten aufgetreten“, erinnert sich „Schinde“ an das erste Aufeinandertreffen mit dem Absteiger vor einigen Wochen.

Die eigenen Zeitungsartikel hängen an der Wand

Vor 1678 Tagen musste Schindewolf eine bittere Pille schlucken. Er brach sich im April 2018 gegen die SG Pfaffenbachtal/Schemmergrund das Schienbein. Am Mittelkreis, bei einem Allerweltszweikampf.

„Es war Gott sei Dank ein glatter Bruch. Reponiert und Nagel rein“, fasst er den medizinischen Eingriff zusammen und kehrte nach nicht mal sechs Monaten zurück auf den Platz. Dabei tat er das, was er am liebsten macht: Fußball spielen. Erst in der zweiten Mannschaft, dann in der ersten Mannschaft.

„Ich stand gleich 170 Minuten auf dem Platz und wurde prompt Fußballer des Wochenendes“, sagt er stolz. Seine Zeitungsberichte hebt er fein säuberlich an einem Korkbrett auf. In der vergangenen Saison sorgte der Rechtsfuß für Schlagzeilen im Wochentakt. 26 Treffer hatte er am Ende auf dem Konto.

Folglich sprach er, ohne lange zu zögern, von seiner „besten Saison“ im Seniorenbereich. „Die Teamleistung ist mir wichtiger wie die Tore“, gesteht Schindewolf aber, der sich als Motivator seines Teams sieht: „Ich rede viel, um unser Spiel zu organisieren und um die Jungs mitzureißen.“ Mit seinem besonderen Bart-Versprechen wird Schindewolf seine Mitspieler vor dem Weidenhausen-Spiel allerdings schon gehörig motiviert haben. (Marvin Heinz)

Zur Person

Tim Schindewolf (30) lebt mit seiner Freundin und seiner drei Monate alten Tochter in Eschwege. Der Physiotherapeut hat bei der SV 07 das Kicken gelernt, ehe er in der B-Jugend zum SCN wechselte. Zocken und Tennis sind seine Hobbies. 

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