Luftpistolen-Schützen gewinnen nervenaufreibenden Finalkampf und steigen in die Bundesliga auf

Hegelsberg endlich erstklassig

Glückliche Aufsteiger: Die Luftpistolen-Mannschaft des SV Hegelsberg-Vellmar mit (hinten von links) Betreuer Werner Landau, Lev Berner, Svenja Berge, Kim Richter, Trainer Lothar Glebe sowie vorn von links Thomas Hucke, Stefan Ziehn, Christian Hollstein und Benjamin Körner. Foto: privat/nh

Vellmar. Nach einem nervenaufreibenden Finale sind sie am Ziel: Die Luftpistolen-Schützen des SV Hegelsberg-Vellmar schafften den Aufstieg in die erste Bundesliga. Im Entscheidungskampf in Hannover setzten sie sich in zwei Wettkämpfen gegen die Konkurrenten durch. Die Hegelsberger siegten mit 3717 Ringen vor dem SV Bassum (Nordwestdeutscher Schützenbund/ 3713 Ringe) und der SG Frankfurt/Oder (Brandenburgischer Schützenbund/3612 Ringe).

Bei Halbzeit musste Hegelsberg-Vellmar bangen. Die Nordhessen lagen mit 1853 Ringen um vier Zähler hinter Bassum (1857 Ringe). Den größten Anteil am Hegelsberger Halbzeitergebnis hatte Lev Berner (378 Ringe), gefolgt von Thomas Hucke mit 374 und Stefan Ziehn mit 373. Die Ränge vier und fünf im Team belegten Svenja Berge und Benjamin Körner, gleichauf mit 364 Ringen.

Steigerung musste her

Eine Steigerung musste also her, sollte das Ziel noch erreicht werden. Trainer Lothar Glebe vertraute auf den ersten drei Positionen auf seine Spitzenleute und wurde nicht enttäuscht. Erneut legte Lev Berner mit famoser Leistung (380 Ringe) vor. Auch Thomas Hucke (375) verbesserte sich. Lediglich Stefan Ziehn fiel ein wenig ab, durfte mit 370 Ringen aber zufrieden sein.

Den Glücksgriff machte Glebe bei der Besetzung der letzten Positionen. Kim Richter, die in dieser Serie noch nicht überzeugt hatte, war der Joker. Mit 373 Ringen erzielte sie, gerade als es drauf ankam, ihr bestes Saisonergebnis und hievte Hegelsberg-Vellmar an die Spitze. Die verteidigte der auch neu ins Team gekommene Christian Hollstein sicher (366). Am Ende lag der Aufsteiger um vier Ringe vor Bassum.

„Ich kenne Kim schon lange und weiß, wie gut sie ist. Ich habe ihr Mut gemacht und ihr geraten, zu schießen wie im Training“, erläutert Glebe den von Erfolg gekrönten Schachzug. Obwohl: „Wir haben alle in den entscheidenden Momenten Blut und Wasser geschwitzt.“

„Wir haben alle Blut und Wasser geschwitzt.“

Lothar Glebe, Trainer

Etwas gelassener sah es Richter selbst. „Vorher war ich schon total aufgeregt. Aber im Wettkampf war ich wie im Tunnel und hatte meine Nerven unter Kontrolle“, berichtet die 22-Jährige. „Außerdem konnte ich sehen, dass mein Gegner nebenan nicht so gut zurechtkam“, erzählt sie weiter. Und räumt schließlich ein: „Ganz am Ende war es doch nervenaufreibend, weil alles von mir abhing.“

Bis zum Oktober hat der Verein nun Zeit, alles Erforderliche in die Wege zu leiten. „Wir müssen für unseren Heimwettkampf, dann womöglich in der Großsporthalle, eine transportable elektronische Anlage anmieten. Das kostet uns 1600 Euro“, sagt Glebe und hofft auf neue Sponsoren.

Von Wolfgang Bauscher und Herbert Vöckel

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